Am 2. November ist der Allerseelen-Tag und der November ist der Allerseelen-Monat. Wir beten und opfern in diesem Monat besonders für die Verstorbenen, welche womöglich noch nicht im Himmel sind. Es gibt nach katholischer Lehre neben Himmel und Hölle auch noch das Fegefeuer als Reinigungsort, wo alle Sündenstrafen abgebüßt werden, bis die Seele in den Himmel darf. Pater Stefan Frey, MI-Priester aus Österreich, gab dazu vor kurzem ein Interview (siehe hier), woraus wir zwei Absätze wiedergeben:
Der Allerseelenmonat hat im Herzen eines Katholiken einen besonderen Platz.
Pater Stefan Frey: Der Monat November ist tatsächlich in der Frömmigkeit der katholischen Völker in besonderer Weise mit dem Gedenken an die Verstorbenen verknüpft. Das hat natürlich zu tun mit dem Fest Allerheiligen und dem Gedenktag Allerseelen. Der täglich zu gewinnende vollkommene Ablass für die Verstorbenen in der Oktav des Allerheiligenfestes ist ein starkes Motiv. In katholischen Ländern ist es üblich, die Gräber der Lieben aufzusuchen, der Gefallenen zu gedenken oder besondere Gebete für die Verstorbenen zu sprechen.
Aber wenn Sie sich die liturgischen Traditionen der verschiedenen Orden anschauen, so gab bzw. gibt es auch hier zusätzliche Gedenktage für die verstorbenen Ordensmitglieder.
Das Gebet für die armen Seelen im Fegefeuer ist ein wichtiger Akt der Religion, gehört damit zur Gerechtigkeit. Es ist aber auch ein Akt der besonderen Nächstenliebe, besonders in der Zuwendung der Ablässe der Kirche.
Was ist das Apostolat für die Sterbenden?
Pater Stefan Frey: Gebet und Opfer! Es ist für ein Priesterherz ein großer Schmerz, wenn man sieht, dass unsere Mahnung zum Gebet für die Sterbenden und Verstorbenen von vielen Katholiken nur als „fromme Floskel“ wahrgenommen wird. Das ist sie nicht!
Unser Herr hat ausdrücklich jedem Gebet, das in seinem Namen verrichtet wird, absolute Erhörung versprochen. „Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben.“ (Joh 16, 24)
Das ist also das wichtigste Apostolat für die Sterbenden. Papst Pius XII. erinnert uns in seiner Enzyklika Mystici corporis, die mitten im Krieg – 1943 – erschien, an das notwendige Gebet und den Wert unserer Opferbereitschaft: „Es ist ein schaudererregendes Geheimnis, dass Gott das ewige Heil vieler vom Eifer der anderen abhängig gemacht hat.“
Diese Sätze sind eine Bestätigung der „marianischen Prophetie“, die uns in Lourdes und Fatima geschenkt wurde. Die Unbefleckte sagte der hl. Bernadette: „Beten Sie für die Sünder!“ Und in Fatima wiederholt die Rosenkranzkönigin diese Mahnung: „Betet und opfert für die Sünder. Es gehen viele verloren, weil niemand für sie betet.“
Vom hl. Pfarrer von Ars stammt das Zitat: „Nachts leide ich für die Seelen im Fegefeuer, und am Tag für die Bekehrung der Sünder. Das Üben des Gebetes für die Befreiung aus dem Fegefeuer ist, nach dem für die Bekehrung der Sünder, Gott am meisten wohlgefällig.“
Zum Gebet wird das Opfer treten: Kleine und große Entbehrungen, die treue Übung der Standespflichten, die Selbstüberwindungen, das Ja-Sagen zu den Kreuzen, die Unterlassungen auch kleiner Unvollkommenheiten, die Geduld im Leiden, vielfältige Akte der Liebe. Diese Ausdrucksformen der liebenden Aufmerksamkeit können alle auch für die armen Seelen und die Sterbenden aufgeopfert werden. Beten Sie oft das schöne Stoßgebet: „Jesus, Maria, ich liebe euch, rettet Seelen!“
Die von Gott gewollte Vorbereitung auf das Sterben liegt im Empfang der Sakramente. Wenn jemand aus unserer Familie oder dem Bekanntenkreis im Sterben liegt, dann sollten wir unser Möglichstes tun, damit er beichten kann, die Wegzehrung empfangen darf, und die Krankensalbung und den Päpstlichen Segen erhalten wird. Hier braucht es manchmal Mut und Klugheit.
Ein besonders schöner Gedanke: Ein Marienkind kann nicht verloren gehen! Das Tragen des Skapuliers vom Berge Karmel, der tägliche Rosenkranz, die wunderbare Medaille als Ausdruck der gelebten Marienweihe – dies sollte für uns Katholiken ein wichtiges Zeichen der Marienverehrung sein.

