Am letzten Sonntag im Oktober feiern wir nach traditionellem katholischen Kalender das Christkönigsfest. Dazu einige Gedanken:
Ist Christus noch der König?
[2]„Dieses Christkönigsfest ist der heutigen, sogenannten aufgeklärten Zeit ein Gräuel. ‘Christkönig’ … ‘Königtum Jesu Christi’… das klingt nach Monarchie, nach Alleinherrschaft. Die moderne Zeit rühmt sich ja immer wieder, diese sogenannten Ketten endgültig abgeworfen zu haben. Nach der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil hat man ja dieses Fest auch auf den letzten Sonntag im Kirchenjahr verlegt; der Christkönig sollte nun mehr an den wiederkommenden Christus am Ende der Zeiten erinnern. Heute, in der heutigen Zeit, ist dieses Fest irgendwie überholt. Man muss ja mit der Zeit gehen. Im Zeitalter der Demokratie (oder auch des Demokratismus, der aus der Demokratie eine Ideologie macht) ist kein Platz mehr für einen Christkönig. Er ist ein Störenfried geworden.“[1] [3] Im Verlaufe der Zeit (1517 Reformation, 1717 Gründung der Freimaurerei, 1917 Kommunistische Revolution, etc.) haben sich viele Irrlehren durchgesetzt – und dies nicht nur in der Gesellschaft, sondern leider auch vielerorts in der katholischen Kirche. Gerade der Synodale Weg in Deutschland macht deutlich, dass dort die Wünsche der Menschen und der Weltgeist dem Wort von Christus dem König vorgezogen werden.
Christus König aller Zeiten
In der Hl. Schrift (2. Tim 4) lesen wir: „Ich beschwöre dich vor Gott und Christus Jesus, der die Lebendigen und die Toten richten wird, bei seiner Wiederkunft und bei seinem Reiche: Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen, überzeuge, weise zurecht und ermahne mit aller Geduld und allem Geschick. Denn es kommt eine Zeit, da man die heilsame Lehre unerträglich findet und aus Begierde nach Ohrenkitzel sich nach eigenem Sinn immer neue Lehrer sucht. Von der Wahrheit wird man das Ohr abwenden und sich den Fabeln zuwenden. Du aber sei besonnen in allem, trage deine Bürde, erfülle deinen Beruf als Verkünder des Evangeliums und verwalte gut dein Amt.“ In diesen Sätzen erfahren wir zum einen, dass es die Aufgabe der Kirche (und damit auch all ihrer Mitgliedern) ist aktiv die Lehre Christi in die Gesellschaft zu bringen – dies aber in aller Geduld. Ebenso erfahren wir, dass es Zeiten geben wird, in denen man diese Worte nicht mehr hören will. Doch Christus ist König aller Zeiten und seine Lehre ist unveränderlich und wahr. „Es heißt ja immer wieder so schön trostreich in der Apokalypse: dem Teufel ward Macht gegeben. Er kann sie nicht selber nehmen, ihm ward die Macht gegeben. Das heißt, Gott lässt es aus Gründen zu, die wir vielleicht nicht immer erkennen, aber er lässt es zu, nicht weil er Freude am Verderben hat, sondern damit nachher sein Triumph, der Sieg der Kirche und des Christkönigs umso klarer und umso deutlicher zum Ausdruck kommt.“[2] [4]
Maria, Königin der Herzen
[5]Der heilige Ludwig Maria Grignion de Montfort gibt Maria den Titel: „Regina cordium – Königin der Herzen“, und beschreibt so, wie Maria in uns herrschen muss.[3] [6]
Grundsätzlich wollen wir dieses Innenleben Christus dem König unterwerfen, dennoch fällt uns dies im grauen Alltag unsagbar schwer. Um uns diese Unterwerfung unter seinen Willen zu erleichtern, schickt er uns die Immaculata, die Königin, welche in uns als beste Mutter regiert.
Im Maße, als wir unser Herz und die Bewegungen unseres Herzens ihr unterstellen, ihrer Entscheidung anheimgeben, ihrem Willen ausliefern, wird sie Königin unserer Herzen.
Das Königtum Mariä ist vor allem ein Königtum der Liebe. Gott hat ihr Macht gegeben über alle Geschöpfe, sie ist unumschränkte Herrin, „furchtbar wie ein großes Streitheer“.
Maria, Königin zu seiner Rechten
Pius X., schreibt in Ad diem illum: „Er, Jesus, ‚Er sitzt zur Rechten der Majestät im Himmel‘, Maria aber steht als Königin zu seiner Rechten, als ‚die bewährte Schützerin und zuverlässigste Helferin aller Gefährdeten. Keine Furcht und kein Zweifel braucht den zu schrecken, den sie leitet, über dem sie schwebt, dem sie gnädig ist und den sie beschützt‘ (Bulle Ineffabilis)“.
Die beste Anerkennung der Königsherrschaft Mariens aber ist die Nachahmung ihrer eigenen Sklavenschaft Gott gegenüber, die Wiederholung ihres Fiat von morgens bis abends in allen Wechselfällen unseres Lebens.
Instrumente der Königin für den König
Das Werk der Militia Immaculatae zielt darauf ab, unter dem Banner der himmlischen Königin für die Ausbreitung des Reiches Christi zu arbeiten. So schrieb der Gründer, der hl. Maximilian Kolbe:
„Die Immaculata sucht Seelen, welche ihr ganz hingegeben sind und so in ihren Händen eine Kraft werden, um den Teufel zu besiegen und unter ihrer Führung als wirksame Instrumente das Königtum Christi aufbauen.“
Wir wollen uns dieser Sendung also immer mehr bewusst zu werden. Wollen auch Sie ein solches Instrument in den Händen der Immaculata werden? Vielerorts werden am 8. Dezember Aufnahmezeremonien in die MI, verbunden mit der Weihe an die Immaculata angeboten. Besuchen Sie dazu in den nächsten Tagen wieder unsere Webseite, abonnieren Sie unseren Newsletter [7] oder Telegram-Kanal [8], wo Sie weiterführende Informationen erhalten.
[1] [9] Predigt von P. Hubert Vogt vom 25.10.2015: https://fsspx.de/de/news-events/news/christus-unser-k%C3%B6nig-11671
[2] [10] Ebd.
[3] [11] Vgl. Artikel «Königin der Herzen»: https://fsspx.news/de/news-events/news/k%C3%B6nigin-der-herzen-66926
