{"id":21,"date":"2014-04-02T04:37:39","date_gmt":"2014-04-02T04:37:39","guid":{"rendered":"http:\/\/migration.mi-admin.ch\/demaximilian-kolbetatsachenbericht-japan\/"},"modified":"2017-03-23T21:37:44","modified_gmt":"2017-03-23T20:37:44","slug":"tatsachenbericht-japan","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/tatsachenbericht-japan\/","title":{"rendered":"Tatsachenbericht Japan"},"content":{"rendered":"<h3>Tatsachenbericht: &#8220;Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus&#8221;<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" style=\"float: right;\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/media\/Aktuelles\/Kolbe_Japan.jpg\" width=\"250\" height=\"182\" \/>Pfarrer Oh Ki Sun, ein koreanischer Priester, berichtet \u00fcber seine Erlebnisse mit P. Maximilian Kolbe in Nagasaki. Er war damals junger Student der Philosophie bei P. Kolbe.<\/p>\n<p>Kaum waren einige Tage seit seiner Ankunft in Nagasaki vergangen, entschloss sich P. Kolbe, sofort mit der Herausgabe eines Monatsblattes unter dem Titel \u201eRitter U. L. Frau\u201d zu beginnen. Er besa\u00df keinen roten Heller, und au\u00dferdem sprach und verstand er kein Wort japanisch. Dennoch beschloss er, das Blatt gratis zu vertreiben, selbst auf die Stra\u00dfe zu gehen und es allen zu geben, die vor\u00fcbergingen. Ein klar denkender Mensch wird sich sagen, dass dies ein unm\u00f6gliches Unternehmen sei, das an den Wahnsinn eines Verr\u00fcckten grenzt. Aber f\u00fcr ihn gab es nichts Unm\u00f6gliches, er war keineswegs geisteskrank.<\/p>\n<p>Mit einigen Franziskanerbr\u00fcdern ging er los, eine Druckmaschine zu kaufen. Der Verk\u00e4ufer und die Angestellten konnten ihr Erstaunen und ihre Neugierde \u00fcber den Fremden nicht verbergen, der kein Wort japanisch sprechen und auch nicht verstehen konnte. Mit H\u00e4nden und F\u00fcssen gab er zu verstehen, dass er eine Druckmaschine kaufen wolle. Der Verk\u00e4ufer schrieb den Preis mit arabischen Ziffern auf ein Blatt Papier: 150 Yen. Der Pater zog seine Brieftasche hervor, w\u00fchlte darin, faltete dann beide H\u00e4nde und senkte den Kopf tief. Der Verk\u00e4ufer verstand zwar, dass der Pater kein Geld habe, konnte aber nicht erkennen, ob er die Maschine geschenkt haben oder auf Kredit kaufen wollte. Der Verk\u00e4ufer streckte seine H\u00e4nde verwirrt und ablehnend aus; aber die Haltung des Fremden war doch so fesselnd, dass der Verk\u00e4ufer seinen Angestellten sagte, sie sollten die Maschine zum Verkauf bereitstellen.<\/p>\n<p>Eine Stunde sp\u00e4ter erschien eine v\u00f6llig unbekannte Person und bezahlte den Preis, verlangte aber, dem Ausl\u00e4nder nichts davon zu sagen und verschwand. So hatte man nun die Druckmaschine, niemand aber kannte die Person, die den Betrag stellvertretend bezahlt hatte, au\u00dfer dem Pater. Ich befragte ihn mehrmals dar\u00fcber, erhielt aber nie eine Antwort, sondern nur ein L\u00e4cheln. Ich sagte, dass es in diesem Land eine Sitte g\u00e4be: Wenn man ein Geschenk erhalte, gehe man zum Haus des Wohlt\u00e4ters und bedanke sich. Aber der Pater l\u00e4chelte nur, zeigte mit liebevollem Blick auf die Marienstatue auf seinem Schreibtisch und sagte: \u201eDie Summe f\u00fcr die Druckmaschine hat diese Muttergottes entrichtet. Da sie auf der Erde kein Haus hat, kann man nicht in ihr Haus gehen, um zu danken.\u201d Auf die gleiche Weise erwarb er Papier, Tinte und alles \u00dcbrige Notwendige.<\/p>\n<p>Er schrieb zu n\u00e4chst in Latein, brachte dann das Manuskript zu einem in Nagasaki wohnenden Priester und lie\u00df ins Japanische \u00fcbersetzen. Liebe zu Gott, innige Verehrung der Muttergottes waren seine Themen. Es ist zwar kaum zu glauben: Die \u00dcbersetzung lie\u00df er sich vorlesen, schloss dabei die Augen, und wenn der Inhalt der \u00dcbersetzung mit seinem Original nicht \u00fcbereinstimmte, lie\u00df er sofort innehalten und berichtigte auf lateinisch. Und dabei verstand er kein Wort japanisch. Jedes Mal geriet ich von neuem in Staunen. Erst sp\u00e4ter verstand ich, dass da die Muttergottes am Werk war.<\/p>\n<p>Eines Tages machte ich mit dem Pater nach der Philosophievorlesung nachmittags einen Spaziergang in die Umgebung von Nagasaki. Auf einem Bergabhang setzten wir uns nieder. Er betrachtete die Umgebung und meinte dann: \u201eAn diesem Ort muss ein Haus gebaut werden, wo die Muttergottes leben und arbeiten kann.\u201c Ich wusste, dass der Pater nicht einen blanken Heller in der Tasche hatte und glaubte an einen Scherz. \u201eWie der Pater m\u00f6chte\u201c, sagte ich. Aber da erwiderte er j\u00e4h: \u201eKeineswegs wie ich m\u00f6chte, sondern wie die Muttergottes m\u00f6chte. Wenn die Muttergottes will, gibt es nichts Unm\u00f6gliches.\u201d Mein Pater schaute mich von der Seite an, zog dann eine Wundert\u00e4tige Medaille hervor und begrub sie andachtsvoll in der Erde: \u201eMuttergottes! Wenn du willst, so baue dir auf diesem Fleck ein Haus und eine Arbeitsst\u00e4tte. Und auch uns, deine S\u00f6hne, lass auf diesem Platz wohnen! Wir werden deine Arbeit nach Kr\u00e4ften unterst\u00fctzen.\u201d Auch ich faltete die H\u00e4nde und schloss mich dem Gebet des Paters an. Zehn Tage sp\u00e4ter er\u00f6ffnete mir der Pater, dass er das Gel\u00e4nde kaufen wolle.<\/p>\n<p>Mit einem Yen in der Hand kam er auf mein Zimmer und erkl\u00e4rte, dass er den Kaufvertrag f\u00fcr jenes besagte Gel\u00e4nde abschlie\u00dfen wolle. Besorgt ging ich mit ihm ins Empfangszimmer. Tats\u00e4chlich wartete dort jemand, der sein Land verkaufen wollte. Wir boten uns gegenseitig den Gru\u00df und setzten uns. Da P. Kolbe kein Japanisch konnte, \u00fcbertrug ich sein Polnisch ins Japanische. Mein Gesicht err\u00f6tete, als ich die Worte des Paters ins Japanische \u00fcbersetzte, dass er mit nur einem Yen den Kaufvertrag abschlie\u00dfen wolle. Aber der Pater blieb wie immer ruhig und selbstsicher. Als jedoch der Grundst\u00fccksbesitzer diese Worte h\u00f6rte, riss er verwirrt beide Augen weit auf, starrte erst mich und dann den Pater an: \u201eF\u00fcr ein Grundst\u00fcck im Wert von 100&#8217;000 Yen wollen Sie eine Anzahlung von 1 Yen machen? Das ist mir in meinen sechzig Jahren noch nicht vorgekommen. Wie kann man &#8230;? \u201d W\u00f6rtlich \u00fcbersetzte ich. Der Pater zeigte ein L\u00e4cheln. \u201eJa! F\u00fcr Menschen ist das unm\u00f6glich. Aber die Muttergottes kann es in der Kraft Gottes. Zum f\u00e4lligen Termin werde ich ganz bestimmt den Betrag zahlen. Seien Sie ohne Sorgen. \u201d Sei es, dass dem Grundst\u00fccksbesitzer unheimlich zumute war oder er sich erpresst f\u00fchlte. \u201eGut\u201d, sagte er, \u201eschlie\u00dfen wir den Vertrag ab. In drei Tagen geben Sie mir den Betrag!\u201d Der Pater stimmte voller Freude zu.<\/p>\n<p>Ich folgte dem Pater in sein Zimmer. Er legte das Papier mit dem Vertrag vor der Marienstatue nieder: \u201eMuttergottes! Ich habe Deinem Wunsche entsprechend den Vertrag abgeschlossen. In drei Tagen habe ich den Betrag zu zahlen. Muttergottes, vergiss das nicht!\u201d Ich kniete mich neben dem so betenden Pater nieder, faltete die H\u00e4nde und war in Sorgen. Zu jener Zeit waren 100&#8217;000 Yen f\u00fcr mich eine astronomische Summe. Niemals hatte ich so viel Geld zu Gesicht bekommen oder gar in den H\u00e4nden gehabt. Aber wie der Pater so zur Muttergottes emporblickte, strahlte sein Gesicht vor Freude. Ein schlichtes, ungezwungenes L\u00e4cheln umspielte seinen Mund wie bei einem kleinen Kind, das seine Mutter anschaut.<\/p>\n<p>Der Tag kam, wo das Geld zu zahlen war. Der Kaufvertrag lag noch vor der Marienstatue. Der Pater zeigte keinerlei Besorgnis. Mir selbst war unwohl zumute, ich hatte Sorgen. Als die PhiIosophievorlesung zu Ende war, blickte mich der Pater g\u00fctig an und sprach: \u201eWarum zeigst du dich besorgt? Warum qu\u00e4lst du dich innerlich? Weil du kein rechtes Vertrauen zur Muttergottes hast. Das darf nicht sein. Die Muttergottes ist deswegen recht betr\u00fcbt. Rasch, knie dich nieder und bitte sie um Verzeihung!\u201d Kaum waren die Worte gesprochen, lag ich schon auf den Knien, und mit brennender Liebe im Herzen bat ich Maria um Verzeihung. \u201eNie mehr werde ich zweifeln an den Werken, die Du, Maria, tust. Ich will deswegen keine Unruhe mehr in mir aufkommen lassen. Ich werde fest glauben, dass Dir alles gelingt. Obwohl doch nur Mensch, bist Du Gottes Mutter geworden. Nichts gibt es auf Erden, was Dir unm\u00f6glich w\u00e4re! Muttergottes! Verzeihe mir!\u201d<\/p>\n<p>Der Tag, wo die 100&#8217;000 Yen zu zahlen waren, war da. Nach der Philosophievorlesung rief mich der Pater: \u201eGeh in das Empfangszimmer, es wartet dort eine Frau. Ohne auch nur ein einziges Wort zu verlieren, nimm dort in Empfang, was dir die Frau gibt!\u201d Damit wandte er sich der Muttergottesstatue zu, kniete davor nieder, faltete die H\u00e4nde und senkte den Kopf. Wortlos ging ich ins Empfangszimmer. Tats\u00e4chlich sa\u00df dort eine mir v\u00f6llig unbekannte Frau. Auf den Knien hielt sie einen gro\u00dfen Beutel. Ruhig stand sie auf, gab mir schweigend den Beutel und verschwand wie der Wind. Was mochte das sein? Mit dem Beutel in der Hand ging ich ins Zimmer des Paters, der noch immer vor der Marienstatue kniend betete. Schweigend nahm der Pater den Beutel entgegen und legte ihn ehrf\u00fcrchtig der Statue zu F\u00fcssen! \u201eMuttergottes! Danke! Lass uns mitarbeiten an dem Werk, das Du beginnen willst. Einstmals lie\u00dfest Du die Kr\u00fcge mit Wasser f\u00fcllen und lie\u00dfest Deinen Sohn das Wasser in Wein verwandeln. Wie Du einst Deinen Sohn zu seinem ersten Wunder anregtest, so gib auch mir jetzt eine Dir wohlgef\u00e4llige Arbeit! Ich will tun, was es auch immer sei!\u201d<\/p>\n<p>Auf dem so gekauften Gel\u00e4nde entstand die \u201eWerkstatt der Muttergottes\u201c, n\u00e4mlich die Druckerei und das Haus, in dem wir wohnen sollten. Nat\u00fcrlich war wieder kein Geld vorhanden, als man mit dem Bau anfing, aber auch diesmal halfen niemals bekanntgewordene Wohlt\u00e4ter. Ich wenigstens kenne jene Personen nicht. Aber der Pater musste sie doch jedenfalls kennen. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit fragte ich ihn, wer jene Personen seien. Wenn ich fragte, ob er sie denn kenne, so deutete er gew\u00f6hnlich auf die Muttergottesstatue und sprach: \u201eIch kenne sie auch nicht, aber die Muttergottes kennt sie.\u201d<\/p>\n<p>Die Monatszeitschrift \u201eRitter U. L. Frau\u201d erschien. Kaum waren einige Monate vergangen, er schien sie schon in einer H\u00f6he von 100&#8217;000 Exemplaren. Die Zeitschrift wurde in ganz Japan und auch in Korea verbreitet, Nat\u00fcrlich wurde sie gratis vertrieben, 100&#8217;000 Exemplare monatlich gratis auszuteilen erfordert ein gewaltiges Kapital, aber auch diesmal wurden die Unkosten von unbekannten Wohlt\u00e4tern beglichen. Aber das Eigenartigste: Niemals kam auch nur ein einziger Yen zu viel, wie auch niemals auch nur ein einziger Yen am Betrag fehlte.<\/p>\n<p>Da ist noch ein Ph\u00e4nomen; bis heute habe ich das R\u00e4tsel nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen. Als Ich anfing, bei dem Pater Philosophie zu studieren, vergingen kaum drei Monate, und ich konnte flie\u00dfend polnisch sprechen. Und dennoch hatte ich nicht eine einzige Stunde polnisch studiert, und \u00fcberdurchschnittlich begabt bin ich auch nicht. Wenn er die Manuskripte verfasste, musste ich oft f\u00fcr ihn schreiben. Wenn er vor der Muttergottes sa\u00df und polnisch sprach, sa\u00df ich daneben, \u00fcbersetzte ins Japanische und schrieb seine Worte nieder. Ich las dann das japanische Manuskript vor. Obwohl er kein japanisch konnte, berichtigte er mich sofort, wenn die \u00dcbersetzung fehlerhaft war, wenn sie unn\u00f6tige Wendungen enthielt, wenn sie unvollkommen war, und f\u00fcgte Erg\u00e4nzungen an, was mich immer wieder von neuem in Staunen versetzte.<\/p>\n<p>Inzwischen sind vier Jahre vergangen, aber auch heute noch spreche ich mit jedem Polen, dem ich begegne, flie\u00dfend polnisch. Der Pater muss damals direkt auf mein Gehirn eingewirkt haben. Eines Tages machte ich mit dem Pater wieder einen Spaziergang vor der Stadt. Es gab dort viel Wald, die V\u00f6gel zwitscherten, B\u00e4che rauschten. Wir lie\u00dfen uns an einer Stelle nieder, wo es viel Gras gab und machten es uns gem\u00fctlich. Der Pater blickte zwischen den B\u00e4umen hinauf zum hellen Himmel: \u201eMuttergottes! An dieser Stelle m\u00fcssen wir Dir ein weiteres Haus bauen. Hier musst Du als Mutter der zahllosen Waisenkinder walten und den hilfsbed\u00fcrftigen Menschen Deinen Trost ins Herz gie\u00dfen. Wenn Du willst, werde ich das Werk in Angriff nehmen. Sind diese Waisen nicht allzu armselig? Was wirst Du dann mit diesen hilfsbed\u00fcrftigen Menschen machen?\u201d Ich sa\u00df neben dem Pater und schaute ihn von der Seite an, wie er so mit der Muttergottes sprach und lauschte seinen Worten mit Ehrfurcht und Erstaunen. Sein Gesicht leuchtete, seine Augen strahlten Liebe aus. Leise fragte ich: \u201eHerr Pater, hat die Muttergottes geantwortet, dass sie das Werk wolle?\u201d Der Pater antwortete nicht, sondern senkte leicht das Haupt. Er schien ganz Freude zu sein.<\/p>\n<p>Wenn der Pater durch die Muttergottes Liebe zu Gott in die Herzen der Menschen s\u00e4en wollte, wagte er Dinge, die nach menschlichem Daf\u00fcrhalten undurchf\u00fchrbar waren, und ich wusste bereits aus Erfahrung, dass seine Pl\u00e4ne vollst\u00e4ndig und genau realisiert wurden. Aber diesmal fragte ich mich erstaunt, wo denn die Waisenkinder seien und die vielen notd\u00fcrftigen Menschen. Zweifel kamen in mir auf. Als ich so meinen Gedanken nachhing, schaute mich der Pater an: \u201eMach dir keine unn\u00f6tigen Gedanken! Du kannst es zwar nicht verstehen, aber sp\u00e4ter, in der Zukunft, wirst du begreifen. Im Augenblick m\u00fcssen wir alle unsere Kr\u00e4fte dem Werk der Muttergottes leihen: Arbeiten m\u00fcssen Wir.\u201d Einen Monat danach entschloss er sich, das 180&#8217;000 m2 gro\u00dfe Grundst\u00fcck zu kaufen. Geld besa\u00df er nat\u00fcrlich keines, aber was er hatte, war seine brennende Liebe und seine Hingabe an die Muttergottes.<\/p>\n<p>Der Tag r\u00fcckte n\u00e4her, wo der Kaufvertrag mit dem Grundst\u00fcckbesitzer abgeschlossen werden sollte. Der Pater und ich hatten nicht die geringste Besorgnis. Im Zimmer des Paters brannte bis in die Nacht hinein Licht. Durch das Fenster konnte man die Umrisse des Paters erkennen, wie er vor der Marienstatue kniete und betete. Als ich nach einigen Tagen vor der Philosophievorlesung bei ihm eintrat, war er wie eingeschlummert, wie ohne Bewusstsein vor der Statue, sein Gesicht war rot, Stirn und Gesicht in Schwei\u00df gebadet, der Atem ging schwer, der herbeigerufene Arzt stellte erstaunt fest, dass dieser Mensch nicht aus eigener Kraft lebe, sondern aus der Kraft jenes Gottes, an den er glaube. Der Arzt war ein eifriger Buddhist; unter dem Einfluss des Paters bekehrte er sich zum Christentum und unterst\u00fctzte die Arbeiten des Paters nach Kr\u00e4ften. Er stellte fest, dass die eine Lungenh\u00e4lfte des Paters v\u00f6llig gel\u00e4hmt sei, und von der anderen H\u00e4lfte \u00fcber ein Drittel au\u00dfer T\u00e4tigkeit seien und dass ein solcher Mensch eigentlich gar nicht leben k\u00f6nne. Und doch arbeitete der Pater mehr als ein durchschnittlicher Mensch.<\/p>\n<p>Am Tage nach dem hohen Fieber und der Bewusstlosigkeit nahm mich der Pater mit ins Empfangszimmer, ohne ein Wort zu verlieren. Eine vornehme Dame stand auf, gr\u00fc\u00dfte ehrerbietig und reichte dem Pater einen Gegenstand, der in ein kleines Tuch gewickelt war. \u201eHier sind die Papiere f\u00fcr das Grundst\u00fcck. Das Geld habe ich gestern vollst\u00e4ndig bekommen. Eine Frau kam und bezahlte alles. Dann gab sie mir die Papiere mit der Bitte, sie Ihnen zu bringen. Deshalb bin ich heute hier.\u201d Die vor uns stehende Dame verneigte sich zum Gru\u00df und entfernte sich. Ich wusste von nichts. Ich schaute den Pater an, wie er mit dem Papier in der Hand da stand, ohne jede Erregung und selbst ohne Erstaunen. Es war wie selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr ihn, er war jedoch ganz voller Dankbarkeit.<\/p>\n<p>Am folgenden Tag, als eben die Philosophievorlesung zu Ende war, legte er sich ohne ein Wort zu sagen eine ganz kleine Marienstatue an die Brust, brach auf, und ich folgte ihm. Er ging zur gleichen Stelle, wo er einige Tage zuvor die Worte gesprochen hatte: \u201eMuttergottes! Hier musst Du als Mutter der zahllosen Waisenkinder walten und den hilfsbed\u00fcrftigen Menschen Trost ins Herz gie\u00dfen.\u201d Behutsam stellte er die kleine Statue, die er an der Brust trug, vor sich hin und kniete sich nieder \u201eDu wei\u00dft, Mutter, dass ich nicht hier sein kann, wenn Du dich all der Waisen annehmen musst. Aber Deine S\u00f6hne werden Dir helfen.\u201d Ich begriff keines dieser Worte, die er an die Muttergottes richtete. Aber als die Atombombe mitten im Zentrum von Nagasaki niederging, fast die ganze Stadt in einem einzigen Augenblick zu Asche wurde, 500&#8217;000 Menschen J\u00e4h verbrannten, da gab es pl\u00f6tzlich die vielen Waisenkinder und die vom Ungl\u00fcck heimgesuchten, Mitleid erregenden Fl\u00fcchtlinge, die sich an dieser Stelle sammelten, und ich verstand die Prophezeiung des Paters. Auf dem 180&#8217;000 m2 gro\u00dfen Grundst\u00fcck errichteten die Franziskaner-Br\u00fcder H\u00fctten und schafften damit eine Bleibe f\u00fcr die hilflosen Verwundeten, um sie zu retten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tatsachenbericht: &#8220;Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus&#8221; Pfarrer Oh Ki Sun, ein koreanischer Priester, berichtet \u00fcber seine Erlebnisse mit P. Maximilian Kolbe in Nagasaki. Er war damals junger Student der Philosophie bei P. Kolbe. Kaum waren einige Tage seit seiner Ankunft in Nagasaki vergangen, entschloss sich P. 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