{"id":23,"date":"2016-08-05T20:33:03","date_gmt":"2016-08-05T20:33:03","guid":{"rendered":"http:\/\/migration.mi-admin.ch\/demaximilian-kolbezeugnis-seines-lebensopfers\/"},"modified":"2019-08-05T18:00:02","modified_gmt":"2019-08-05T16:00:02","slug":"zeugnis-seines-lebensopfers","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/zeugnis-seines-lebensopfers\/","title":{"rendered":"Zeugnis seines Lebensopfers"},"content":{"rendered":"<p>Interview mit Micha\u0142 Micherdzi\u0144ski, einem der letzten Zeugen der Aufopferung des heiligen Maximilian Kolbe f\u00fcr einen Mitgefangenen, in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli 1941 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.<br \/>\nDurchgef\u00fchrt von Fr. Witold Pobiedzi\u0144ski<\/p>\n<p><img style=\"width: 250px; height: 195px; border-width: 1px; border-style: solid; margin: 5px; float: right;\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/media\/Aktuelles\/2016\/Kolbe_KZ.gif\" alt=\"\" \/><strong>\u2014 Sie waren f\u00fcnf Jahre lang ein Gefangener im Konzentrationslager Auschwitz. Sie haben den heiligen Maximilian Maria Kolbe pers\u00f6nlich kennengelernt. Was bedeutete die Anwesenheit dieses M\u00f6nchs f\u00fcr sie und die anderen Gefangenen?<\/strong><br \/>\nAlle Gefangenen wurden bei ihrer Ankunft in Auschwitz mit den gleichen Worten begr\u00fc\u00dft: \u201eIhr seid hier nicht in ein Sanatorium gekommen, sondern in ein deutsches Konzentrationslager aus dem es keinen anderen Weg heraus gibt als durch den Schornstein des Krematoriums. Juden k\u00f6nnen zwei Wochen leben, Priester leben einen Monat und der Rest drei Monate. Wem das nicht gef\u00e4llt, kann sich auch direkt in den Draht werfen.\u201c Das bedeutete, dass jene ebenfalls get\u00f6tet werden konnten, denn es floss ununterbrochen Starkstrom durch den Draht, der das Lager umgab. Mit diesen Worten zu Beginn beraubte man die Gefangenen jeglicher Hoffnung. Mir wurde unfassbare Gnade in Auschwitz gew\u00e4hrt, weil ich dem gleichen Block wie Pater Maximilian zugeteilt war und mit ihm in einer Reihe stand, als die Wahl der zum Tode Verurteilten stattfand. Ich war Augenzeuge seines heroischen Opfers, das mir und anderen Gefangenen die Hoffnung wiedergab.<\/p>\n<p><strong>\u2014 Welches waren die genauen Umst\u00e4nde, die zu dem Ereignis f\u00fchrten, das immer noch so gro\u00dfes und eifriges Interesse findet und welches Menschen dazu f\u00fchrt, die Frage zu stellen: Warum hat er das getan, um welcher Werte willen?<\/strong><br \/>\nVor 63 Jahren, am Dienstag dem 29. Juli 1941, etwa um 13:00 Uhr, gleich nach dem Mittagsappell heulten die Alarmsirenen auf. Mehr als 100 Dezibel fegten durch das Lager. Die Gefangenen verrichteten ihre Pflichten im Schwei\u00dfe ihres Angesichts. Das Geheul der Sirenen bedeutete einen Alarm und der Alarm bedeutete, dass ein Gefangener fehlte. Die SS unterbrach sofort ihre Arbeit und begann, Gefangene f\u00fcr einen Anwesenheitsappell zum Lager zu bringen, um die Anzahl der Gefangenen zu \u00fcberpr\u00fcfen. F\u00fcr uns, die beim Aufbau einer nahe gelegenen Gummifabrik arbeiteten, bedeutete das ein sieben Kilometer Marsch zur\u00fcck zum Lager. Wir wurden gedr\u00e4ngt, schneller zu gehen.<br \/>\nDer Anwesenheitsappell offenbarte eine tragische Sache: Es gab einen Gefangenen unseres Blocks 14a, der fehlte. Wenn ich sage \u201eunser Block\u201c, meine ich Pater Maximilian, Franciszek Gajowniczek, andere und mich. Es war eine erschreckende Nachricht. Alle anderen Gefangenen wurden entlassen und durften zu ihren Blocks zur\u00fcckkehren und uns wurde die Bestrafung angek\u00fcndigt \u2013 strammstehen, ohne M\u00fctzen, Tag und Nacht, hungrig. Die Nacht war sehr kalt. Als die SS einen Wachwechsel hatte, wurden wir wie Bienen zusammengetrieben \u2013 welche au\u00dfen standen, w\u00e4rmten die in der Mitte und dann wurde gewechselt.<br \/>\nViele \u00e4ltere Menschen hielten der Strapaze des Stehens bei Nacht und K\u00e4lte nicht stand. Wir erhofften, dass uns wenigstens ein kleines bisschen Sonne w\u00e4rmen w\u00fcrde. Und wir erwarteten auch das Schlimmste. Als es Morgen wurde, schrie der deutsche Offizier uns an: \u201eWeil ein Gefangener aus eurem Block geflohen ist und ihr das nicht verhindert oder aufgehalten habt, sollen zehn von euch den Hungertod sterben, damit die anderen daran erinnert werden, dass auch die kleinsten Versuche zu fliehen nicht geduldet werden.\u201c Die Auswahl begann.<\/p>\n<p><strong>\u2014 Was geschieht mit jemandem, wenn er wei\u00df, dass dies sein letzter Augenblick sein k\u00f6nnte? Welche Gef\u00fchle begleiteten die Gefangenen, die den Satz h\u00f6ren konnten, der sie zum Tode verurteilte?<\/strong><br \/>\nIch m\u00f6chte mich lieber davor verschonen, mich an die Details dieser schrecklichen Situation zu erinnern. Ich werde allgemein erz\u00e4hlen, wie die Auswahl stattfand. Die ganze Gruppe ging zum Anfang der ersten Linie. Vorne, zwei Schritte vor uns, stand ein deutscher Kommandant. Er schaute einem in die Augen wie ein Geier. Er w\u00fcrde jeden von uns absch\u00e4tzen und seine rechte Hand heben und sagen: \u201eDu!\u201c. Dieses \u201eDu!\u201c bedeutete, dass man den Hungertod erleiden w\u00fcrde, dann w\u00fcrde er einfach weiter gehen. Die SS-M\u00e4nner zogen den armen Gefangenen aus seinem Platz in der Reihe, schrieben seine Nummer auf und stellten ihn zur Seite zu den Wachen.<br \/>\n\u201eDu!\u201c klang es, wie ein Hammer, der eine leere Brust trifft. Jeder f\u00fcrchtete, dass der Finger jederzeit auf ihn zeigen w\u00fcrde. Die Reihe, die gepr\u00fcft wurde, bewegte sich etwas voran, so dass zwischen den gepr\u00fcften Linien und der n\u00e4chsten Reihe eine Art Korridor entstand. Ein freier Platz von etwa drei oder vier Metern. Der SS-Mann schritt durch den Korridor und sagte wieder: \u201eDu!, Du!\u201c Unsere Herzen dr\u00f6hnten. Mit m\u00e4chtigem Krach in unseren K\u00f6pfen pochte das Blut in den Schl\u00e4fen und es schien uns, als w\u00fcrde das Blut aus unseren Nasen, Ohren und Augen schie\u00dfen. Es war tragisch.<\/p>\n<p><strong>\u2014 Wie verhielt sich der heilige Maximilian w\u00e4hrend dieser Auslese?<\/strong><br \/>\nPater Maximilian und ich standen in der siebten Reihe. Er stand links von mir, vielleicht zwei oder drei Freunde standen zwischen uns. Als die Reihen vor uns sich immer mehr lichteten, begann sich eine gro\u00dfe Furcht \u00fcber mich zu legen. Ich muss sagen, ganz gleich wie entschlossen ein Mensch ist, wenn er zu Tode erschrocken ist, ist ihm keine Philosophie mehr n\u00fctzlich. Gl\u00fccklich ist der, welcher einen Glauben hat, welcher sich auf jemanden st\u00fctzen kann, welcher jemanden um Gnade anrufen kann. Ich betete zur Muttergottes. Ich muss es ehrlich bekennen; nie zuvor und nie danach habe ich so eifrig gebetet.<br \/>\nObwohl man immer noch das \u201eDu!\u201c h\u00f6rte, ver\u00e4nderte mich das innere Gebet genug, damit ich etwas ruhiger wurde. Menschen, die einen Glauben hatten, waren nicht derma\u00dfen entsetzt. Sie waren bereit, das Schicksal mit innerem Frieden anzunehmen, fast wie Helden. Das ist sehr wichtig. Der SS-Mann ging an mir vorbei, mit seinen Augen schweifte er \u00fcber mich hinweg und dann lie\u00df er auch Pater Maximilian hinter sich. Sie \u201ewollten\u201c Franciszek Gajowniczek, einen 41-j\u00e4hrigen Unteroffizier der polnischen Armee, der am Ende der Reihe stand. Als der Deutsche \u201eDu!\u201c sagte und auf ihn zeigte, rief der arme Mann aus, \u201eJesus, Maria! Meine Frau, meine Kinder!\u201c Nat\u00fcrlich beachteten die SS-M\u00e4nner die Worte des Gefangenen nicht, sondern schrieben nur seine Nummer auf. Gajowniczek bezeugte sp\u00e4ter, dass er, w\u00e4re er im Hungerbunker gestorben, nicht gewusst h\u00e4tte, dass solch eine Wehklage, solch eine flehende Bitte \u00fcber seine Lippen gekommen war.<\/p>\n<p><strong>\u2014 Als die Auslese beendet war, f\u00fchlten sich die \u00fcbrig gebliebenen Gefangenen erleichtert, dass der Schrecken nun vorbei war?<\/strong><br \/>\nDie Auswahl ging zu Ende und die zehn Gefangenen waren bereits ausgesucht. Es gab dann noch einen abschlie\u00dfenden Appell. Wir dachten, der Albtraum des Stehens h\u00e4tte ein Ende: Unsere K\u00f6pfe schmerzten, wir wollten essen, unsere Beine waren geschwollen. Pl\u00f6tzlich begannen Unruhen in meiner Reihe. Wir standen in Abst\u00e4nden von der L\u00e4nge unserer Holzschuhe, als pl\u00f6tzlich jemand anfing zwischen den Gefangenen nach vorne zu gehen. Es war Pater Maximilian.<br \/>\nEr machte kurze Schritte, da man in den Holzpantoffeln nicht weit ausschreiten konnte, denn man musste seine Zehen im Schuh anziehen, damit man die Pantoffeln nicht verlor. Er ging direkt auf die Gruppe der SS-M\u00e4nner zu, die bei der ersten Reihe der Gefangenen stand. Alle erschauderten, denn das bedeutete den Bruch der Regel, auf der am meisten beharrt wurde und deren Zuwiderhandlung aufs Brutalste bestraft wurde. Das Verlassen der Reihe bedeutete den Tod. Neu im Lager angekommene Gefangene, die nichts vom Verbot wussten, die Reihe zu verlassen, wurden geschlagen, bis sie arbeitsunf\u00e4hig waren. Das konnte dem Hungerbunker gleichgestellt werden.<br \/>\nWir waren sicher, dass sie Pater Maximilian t\u00f6ten w\u00fcrden, bevor er es geschafft hatte, zu ihnen zu gelangen. Aber es passierte etwas Au\u00dferordentliches, das in der Geschichte von siebenhundert Konzentrationslagern des Dritten Reichs noch nie geh\u00f6rt wurde. Nie konnte ein Gefangener die Reihe verlassen, ohne bestraft zu werden. Es war so unvorstellbar f\u00fcr die SS-M\u00e4nner, dass sie ganz verdutzt dastanden. Sie schauten einander an und wussten nicht, was geschah.<\/p>\n<p><strong>\u2014 Was geschah als N\u00e4chstes?<\/strong><br \/>\nPater Maximilian ging in seinen Pantoffeln, seiner gestreiften Uniform und seiner Sch\u00fcssel an seiner Seite. Er lief weder wie ein Bettler noch wie ein Held. Er ging wie ein Mann, der sich seiner gro\u00dfen Sendung bewusst ist. Er stand ruhig vor den Offizieren. Der Lagerkommandant fand seine Sinne schlie\u00dflich wieder. W\u00fctend fragte er seinen Stellvertreter: \u201eWas will dieses polnische Schwein?\u201c Sie hielten nach dem \u00dcbersetzer Ausschau, doch es stellte sich heraus, dass kein \u00dcbersetzer ben\u00f6tigt wurde. Pater Maximilian antwortete ruhig: \u201eIch will sterben f\u00fcr ihn.\u201c und zeigte mit seiner Hand auf Gajowniczek, der neben ihm stand.<br \/>\nDie Deutschen standen sprachlos mit vor Erstaunen weit offenem Mund. F\u00fcr sie, die die weltliche Gottlosigkeit repr\u00e4sentierten, war es unverst\u00e4ndlich, dass jemand w\u00fcnschen k\u00f6nnte, f\u00fcr einen anderen zu sterben. Sie schauten Pater Maximilian mit der Frage in ihren Augen an: Ist er \u00fcbergeschnappt? Vielleicht haben wir nicht recht verstanden, was er sagte?<br \/>\nSchlie\u00dflich wurde die zweite Frage vorgebracht: \u201eWer bist du?\u201c Pater Maximilian antwortete: \u201eIch bin ein polnischer katholischer Priester.\u201c Damit gestand der Gefangene, dass er ein Pole war, dass er aus der Nation stammte, die sie hassten. Weiter gab er auch zu, dass er ein Geistlicher war. F\u00fcr die SS-M\u00e4nner war der Priester ein Gewissensbiss. Es ist interessant, dass Pater Maximilian in seinem Gespr\u00e4ch nicht einmal das Wort \u201ebitte\u201c verwendet. Mit seiner Aussage brach er die deutsche Autorit\u00e4t des usurpierten Rechts \u00fcber Leben und Tod zu entscheiden, und er zwang sie das Urteil zu \u00e4ndern. Er verhielt sich wie ein erfahrener Diplomat. Nur, dass er anstelle des Fracks, der Sch\u00e4rpe und der Medaillen, in seiner gestreiften Str\u00e4flingskluft, der Sch\u00fcssel und den Schlappen dastand. Es herrschte t\u00f6dliches Schweigen und jede Sekunde schien Jahrhunderte zu dauern.<br \/>\nSchlie\u00dflich geschah etwas, das weder die Deutschen noch die Gefangenen bis heute verstehen. Der SS-Kommandant drehte sich zu Pater Maximilian um und sprach ihn f\u00f6rmlich mit \u201eSie\u201c an und fragte: \u201eWarum wollen Sie f\u00fcr ihn sterben?\u201c<br \/>\nAlle Grunds\u00e4tze, auf die sich der SS-Mann zuvor berief, fielen auseinander. Einen Moment zuvor nannte er ihn \u201edas polnische Schwein\u201c und jetzt wendet er sich mit \u201eSie\u201c an ihn. Die SS-M\u00e4nner und die nicht autorisierten Offiziere neben ihm trauten ihren Ohren nicht. Nur ein einziges Mal in der Geschichte der Konzentrationslager sprach ein hochrangiger Offizier, der Tausende von Menschen ermorden lie\u00df einen Gefangenen auf diese Weise an.<br \/>\nPater Maximilian antwortete: \u201eEr hat eine Frau und Kinder.\u201c Es ist wie der ganze Katechismus in einer Nussschale. Er lehrte jedermann die Wichtigkeit von Vaterschaft und Familie. Er war ein Mann mit zwei Doktoraten, die er sich in Rom mit \u201esumma cum laude\u201c (der h\u00f6chstm\u00f6glichen Auszeichnung) erarbeitet hatte, ein Schriftsteller, Missionar, akademischer Lehrer der Universit\u00e4ten Krakau und Nagasaki. Er dachte, dass sein Leben weniger wert sei, als das Leben eines Familienvaters. Das war eine wundervolle Katechismus-Stunde!<\/p>\n<p><strong>\u2014 Wie reagierte der Offizier auf Pater Maximilians Worte?<\/strong><br \/>\nAlle warteten darauf, was als n\u00e4chstes passieren w\u00fcrde. Der SS-Mann war \u00fcberzeugt davon, dass er der Herr \u00fcber Leben und Tod sei. Er h\u00e4tte anordnen k\u00f6nnen, ihn schrecklich zu schlagen, weil er gegen die am strengsten zu befolgende Regel versto\u00dfen hatte, indem er aus der Reihe getreten war. Und noch wichtiger, darf ein Gefangener es wagen, Moral zu predigen?! Er h\u00e4tte auch beide zum Hungertod verurteilen k\u00f6nnen. Nach einigen Sekunden sagte der SS-Mann: \u201eGut\u201c. Er war mit Pater Maximilians Vorschlag einverstanden und gab zu, dass er Recht hatte. Es bedeutete, dass das Gute \u00fcber das B\u00f6se siegte, \u00fcber das maximal B\u00f6se.<br \/>\nEs gibt nichts Schlechteres, als einen Mann aus Hass zum Hungertod zu verurteilen. Aber es gibt auch nichts H\u00f6heres als sein eigenes Leben f\u00fcr einen anderen hinzugeben. Das Maximum des Guten hat gewonnen. Ich m\u00f6chte die Antworten Pater Maximilians besonders hervorheben: Er stellte drei Mal die Frage und er antwortete drei Mal kurz und klar mit nur vier Worten. Die Zahl Vier steht in der Heiligen Schrift symbolisch f\u00fcr den vollkommenen Menschen.<\/p>\n<p><strong>\u2014 Wie wichtig war es f\u00fcr die verbleibenden Gefangenen Augenzeugen zu sein?<\/strong><br \/>\nDie Deutschen lie\u00dfen Gajowniczek in die Reihe zur\u00fccktreten und Pater Maximilian nahm seinen Platz ein. Die Verurteilten mussten ihre Holzpantoffeln ausziehen, da diese f\u00fcr sie bereits unn\u00f6tig waren. Die T\u00fcr zum Hungerbunker wurde nur ge\u00f6ffnet, um Leichen herauszunehmen. Pater Maximilian ging als einer der Letzten hinein und half sogar anderen Gefangenen zu gehen. Im Prinzip war es ihr eigenes Begr\u00e4bnis vor dem Tod. Vor dem Block wurden sie angewiesen, ihre gestreiften Uniformen auszuziehen und wurden in eine Zelle von ungef\u00e4hr acht Quadratmetern Fl\u00e4che geworfen. Ein wenig Sonnenlicht sickerte durch die drei Fensterstreifen auf den kalten, harten und nassen Boden und die schwarzen W\u00e4nde.<br \/>\nDa geschah noch ein weiteres Wunder. Obwohl Pater Maximilian nur noch mit einer Lungenh\u00e4lfte atmen konnte, \u00fcberlebte er am l\u00e4ngsten. Er lebte 386 Stunden in der Todeszelle. Jeder Arzt wird erkennen, dass das unglaublich ist. Nach dieser entsetzlichen Dauer des Dahinsterbens gab ihm der Scharfrichter in wei\u00dfem medizinischem Anzug eine t\u00f6dliche Injektion. Doch, als sei es noch nicht genug, er starb immer noch nicht &#8230; Sie mussten ihm noch eine zweite Injektion geben. Er starb am Vorabend der Himmelfahrt Mariens, seiner Herrin. Er wollte w\u00e4hrend seines ganzen Lebens arbeiten und sterben f\u00fcr Maria, die Unbefleckte. Es war die gr\u00f6\u00dfte Freude f\u00fcr ihn an diesem Tag zu sterben.<\/p>\n<p><strong>\u2014 Um auf die erste Frage zur\u00fcckzukommen, w\u00fcrden Sie uns bitte erl\u00e4utern, was diese au\u00dfergew\u00f6hnliche Einstellung Pater Maximilians f\u00fcr Sie bedeutete, die Sie vom Hungertod verschont geblieben sind?<\/strong><br \/>\nPater Maximilians Opfer wurde zur Inspiration f\u00fcr viele Werke. Es st\u00e4rkte die Aktivit\u00e4ten der Gruppe des Lagerwiderstands, der Untergrundorganisation der Gefangenen, und es teilte die Zeit in \u201evor\u201c und \u201enach\u201c dem Opfer von Pater Maximilian. Viele Gefangene \u00fcberlebten das Konzentrationslager Dank der Existenz und der T\u00e4tigkeit dieser Organisation. Wenige von uns wurden gerettet, etwa zwei von hundert. Ich bekam Gnade, denn ich bin einer von diesen zweien. Franciszek Gajowniczek wurde nicht nur gerettet, sondern lebte noch weitere 54 Jahre.<br \/>\nUnser heiliger Mitgefangener rettete vor allem die Menschlichkeit in uns. Er war ein geistlicher Hirte im Hungerbunker, tr\u00f6stete, f\u00fchrte Gebete an, lie\u00df S\u00fcnden nach und entlie\u00df die Sterbenden mit dem Kreuzzeichen in die andere Welt. Er st\u00e4rkte den Glauben und die Hoffnung in uns, die die Auswahl \u00fcberlebten. Inmitten dieser Zerst\u00f6rung, dieses Schreckens und des B\u00f6sen erneuerte er die Hoffnung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Micha\u0142 Micherdzi\u0144ski, einem der letzten Zeugen der Aufopferung des heiligen Maximilian Kolbe f\u00fcr einen Mitgefangenen, in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli 1941 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Durchgef\u00fchrt von Fr. Witold Pobiedzi\u0144ski \u2014 Sie waren f\u00fcnf Jahre lang ein Gefangener im Konzentrationslager Auschwitz. 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