{"id":16171,"date":"2019-04-05T21:30:51","date_gmt":"2019-04-05T19:30:51","guid":{"rendered":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/?p=16171"},"modified":"2019-04-06T07:20:55","modified_gmt":"2019-04-06T05:20:55","slug":"die-schmerzhafte-mutter-maria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/die-schmerzhafte-mutter-maria\/","title":{"rendered":"Die schmerzhafte Mutter Maria"},"content":{"rendered":"<p>vom hl. Alfons von Liguori<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-16172\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/schmerzhafte_mutter.jpg\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"200\" \/>1. Wie Jesus K\u00f6nig der Schmerzen und K\u00f6nig der M\u00e4rtyrer genannt wird, da Er w\u00e4hrend Seines Lebens mehr als alle andern M\u00e4rtyrer gelitten hat, so wird mit Recht auch Maria K\u00f6nigin der M\u00e4rtyrer genannt, weil sie diesen Titel durch Erduldung des gr\u00f6\u00dften Martyriums, das nach dem ihres Sohnes m\u00f6glich ist, verdient hat. Darum nennt sie Richard von St. Lorenz &#8220;M\u00e4rtyrin der M\u00e4rtyrinnen&#8221;, und es gelten von ihr die Worte Isaias: &#8220;Mit einer Krone von Tr\u00fcbsal wird Er dich kr\u00f6nen&#8221;, d.h. die als der K\u00f6nigin der M\u00e4rtyrer dir geb\u00fchrende Krone ist die Pein, welche die aller anderen M\u00e4rtyrer zusammengenommen \u00fcbersteigt. Maria wurde eine M\u00e4rtyrin, sagt der heilige Bernhard, nicht durch das Eisen des Henkers, sondern durch die Bitterkeit der Schmerzen ihres Herzens. Ward auch ihr Leib nicht verwundet von der Hand des Henkers, so war doch ihr gebenedeites Herz von dem Schmerz des Mitleidens mit ihrem Sohne durchbohrt, einem Schmerze, der hinreichte, nicht einfachen, sondern tausendfachen Tod zu bringen. Daraus ersehen wir auch, dass Maria nicht blo\u00df im buchst\u00e4blichen Sinne eine M\u00e4rtyrin war, sondern, dass auch ihr Martyrium das aller M\u00e4rtyrer an Dauer \u00fcbertraf, indem ihr ganzes Leben sozusagen ein best\u00e4ndiger Martertod war.<\/p>\n<p>Wie nach den Worten des heiligen Bernhard mit der Geburt des Heilandes schon das Leiden der Kreuzigung den Anfang nahm, so litt auch Maria, in allem ihrem Sohne \u00e4hnlich, ihr Martyrium das ganze Leben lang. Der Name Maria hat neben seinen anderen Bedeutungen, nach dem seligen Albertus Magnus, auch die eines &#8220;bitteren Meeres&#8221;. Darum gilt von ihr das Wort des Jeremias: &#8220;gro\u00df wie ein Meer ist deine Betr\u00fcbnis.&#8221; Wie das Meer ganz bitter und salzig ist, so war das Leben Mari\u00e4 durch die Anschauung des ihr stets gegenw\u00e4rtigen Leidens des Erl\u00f6sers immerdar voll von Bitterkeit. Es ist gewiss und unzweifelhaft, dass sie durch Erleuchtung des Heiligen Geistes ein viel helleres Verst\u00e4ndnis aller auf den Messias sich beziehenden Weissagungen der heiligen Schrift besa\u00df, als die Propheten selber, wie dies der heiligen Brigitta geoffenbart wurde. Darum erlitt sie nach derselben Offenbarung so gro\u00dfe Tr\u00fcbsal, seitdem sie wusste, dass Gott Mensch werden und durch so mannigfache Peinen gekreuzigt werden sollte.<\/p>\n<p>Dieser Schmerz aber nahm zu ohne Ma\u00df, als sie die Mutter dieses Heilandes nun selbst geworden war. Und so erlitt sie in der schmerzvollen Anschauung aller Peinen, welche ihr armer Sohn erdulden sollte, in Wahrheit ein langes Martyrium, ja, ein durch ihr ganzes Leben fortdauerndes Martyrium. &#8220;Du hast&#8221;, sagt Abt Rupertus, &#8220;im Vorherwissen der k\u00fcnftigen Passion deines Sohnes ein langes Martyrium ertragen. Darum legt Abt Rupertus Maria die Worte in den Mund: &#8220;Ihr Menschenkinder gedenket nicht blo\u00df jener Stunde allein, da ich meinen geliebten Sohn am Kreuze sterben sah, denn Simeons Schwert war lange schon in mich eingedrungen, ehe es mich durchbohrte. So oft ich meinem Sohne Milch reichte und ihn pflegte, schaute ich Seinen Tod. Welch unermessliches Leiden, denket also, muss ich ertragen haben!&#8221; Darum konnte Maria durch den Mund Davids wohl sagen: &#8220;In Schmerz hat abgenommen mein Leben und meine Jahre in Seufzern. Mein Schmerz ist immer vor meinem Angesichte.&#8221; Mein ganzes Leben ging in Schmerz und Tr\u00e4nen vor\u00fcber, denn mein Schmerz, das Mitleiden mit meinem geliebten Sohne, wich nie von meinen Augen; immer schaute ich alle Peinen und den Tod, den Er eines Tages erleiden sollte. Die g\u00f6ttliche Mutter hat selbst dies der heiligen Brigitta geoffenbart: &#8220;In der Zeit meines Lebens nach der Himmelfahrt meines Sohnes war Sein Leiden meinem Herzen eingepr\u00e4gt, ob ich a\u00df oder arbeitete, stets neu war es in meinem Ged\u00e4chtnis.&#8221;<\/p>\n<p>Die Zeit also, die sonst f\u00fcr Betr\u00fcbte den Schmerz zu lindern pflegt, vermochte dies f\u00fcr Maria nicht, ja sie mehrte ihre Betr\u00fcbnis; denn je mehr Jesus heranwuchs und je mehr Er Seine Sch\u00f6nheit und Liebensw\u00fcrdigkeit offenbarte, umso n\u00e4her kam auch der Augenblick Seines Todes und umso m\u00e4chtiger wurde im Herzen Mari\u00e4 der Schmerz, Ihn auf Erden verlieren zu m\u00fcssen. &#8220;Gleichwie die Rose unter den Dornen w\u00e4chst&#8221;, sprach der Engel zur heiligen Brigitta, &#8220;so alterte die allerseligste Jungfrau auf der Welt unter Tr\u00fcbsalen. Und wie mit dem Wachsen der Rose auch die Dornen wachsen, so ward die auserw\u00e4hlte Rose Maria, soweit sie im Alter voranschritt, soweit auch von den Dornen der Tr\u00fcbsale verwundet.&#8221;<\/p>\n<p>Nachdem wir die Dauer ihrer Schmerzen betrachtet, wollen wir auch deren Gr\u00f6\u00dfe kennen lernen.<\/p>\n<p>2. Nicht allein, weil ihr Martyrium an Dauer das aller M\u00e4rtyrer \u00fcbertraf, ist Maria die K\u00f6nigin der M\u00e4rtyrer, sondern auch, weil es gr\u00f6\u00dfer war, als das aller anderen. Doch wer mag diese Gr\u00f6\u00dfe zu ermessen imstande sein? Jeremias findet niemanden, mit dem er diese Mutter der Schmerzen vergleichen k\u00f6nnte, wenn er ihre gro\u00dfe Pein beim Tode ihres Sohnes betrachtet. &#8220;Mit wem&#8221;, ruft er, &#8220;soll ich dich vergleichen? Oder wen soll ich dir \u00e4hnlich halten, Tochter Jerusalems: denn gro\u00df wie das Meer ist deine Trauer, wer kann dich tr\u00f6sten?&#8221; Kardinal Hugo sagt in Auslegung dieser Worte: &#8220;O gebenedeite Jungfrau, wie die Bitterkeit des Meeres alle Bitterkeiten \u00fcbertrifft, so \u00fcbertrifft dein Schmerz alle anderen Schmerzen.&#8221; Und der heilige Anselmus ruft: &#8220;F\u00fcrwahr meine Herrin, nicht k\u00f6nnte ich glauben, du h\u00e4ttest, ohne das Leben zu lassen, die Stacheln solcher Peinen zu ertragen vermocht, wenn nicht der Geist deines Sohnes dir die Kraft gegeben!&#8221; Der heilige Bernhardin von Siena aber behauptet: &#8220;So gro\u00df war der Schmerz der allerseligsten Jungfrau, dass er, auf alle leidensf\u00e4higen Gesch\u00f6pfe verteilt, alle einem pl\u00f6tzlichen Tode \u00fcberantwortet h\u00e4tte.&#8221;<\/p>\n<p>Betrachten wir nun die Ursachen, warum das Martyrium Mari\u00e4 gr\u00f6\u00dfer als das aller M\u00e4rtyrer war. F\u00fcrs erste ist zu bedenken, dass, w\u00e4hrend die M\u00e4rtyrer leibliche Peinen durch Feuer und Schwert zu leiden hatten, Maria nach der Weissagung Simeons ein geistiges Martyrium erlitt. &#8220;Deine Seele wird ein Schwert der Schmerzen durchdringen.&#8221; Damit wollte der heilige Greis sagen: O hochheilige Jungfrau, die anderen M\u00e4rtyrer werden durch das Eisen am Leibe zerfleischt werden, du aber wirst durch das Leiden deines Sohnes in der Seele durchbohrt und gemartert sein. Je edler die Seele als der Leib, umso gr\u00f6\u00dfer war der Schmerz Mari\u00e4, als der aller M\u00e4rtyrer, wie dies Jesus Christus der heiligen Katharina von Siena geoffenbart. &#8220;Es ist kein Vergleich zwischen dem Schmerz der Seele und des Leibes.&#8221; Darum sagt der heilige Abt Arnold von Chartres, dass bei dem Kreuzestode des unbefleckten Lammes auf dem Kalvarienberge zwei Alt\u00e4re zu erblicken waren, der eine im Herzen Mari\u00e4, der andere im Leibe Jesu Christi. Der Herr brachte Sein Opfer, leiblich, Maria geistig.<\/p>\n<p>Ferner erkl\u00e4rt der heilige Antonin, die anderen M\u00e4rtyrer litten durch Hinopferung ihres eigenen Lebens, Maria durch Opferung des Lebens ihres Sohnes, den sie unvergleichlich mehr als ihr eigenes Leben liebte. So litt sie geistig die ganze leibliche Marter ihres Sohnes mit, ja der Anblick der Peinen ihres Sohnes verursachte ihrem Herzen einen viel h\u00f6heren Schmerz, als wenn sie an seiner Statt dieselben h\u00e4tte leiden m\u00fcssen. Es ist nicht zu zweifeln, dass Maria alle Misshandlungen, von denen sie ihren geliebten Jesus gepeinigt sah, in ihrem Herzen mitzuleiden hatte; denn es sind, wie jeder begreift, die Leiden der Kinder auch die der M\u00fctter, zumal wenn diese dabei gegenw\u00e4rtig sind. Der heilige Augustinus sagt von der Marter der Mutter der Makkab\u00e4er: &#8220;Sie litt durch den Anblick den Schmerz eines jeden ihrer S\u00f6hne mit; ihre Liebe zu allen litt im Anschauen, was diese im Leibe.&#8221; So ging es auch Maria; alle Qualen, Geiseln, Dornen, N\u00e4gel, das Kreuz, welche den unschuldigen Leib Jesu verwundeten, drangen im selben Augenblicke in das Herz Mari\u00e4, um ihr Martyrium zu vollenden. &#8220;Was der Herr in Seinem Leibe, das litt Maria in dem Herzen&#8221;, sagt der selige Amadeus; und der heilige Laurentius Justinius nennt darum das Herz Mari\u00e4 einen Spiegel der Passion ihres Sohnes, in welchem alle Teile Seines Leidens, alle Schmach, Beschimpfung, alle Schl\u00e4ge und Wunden zu erblicken waren. In gleicher Weise sagt der heilige Bonaventura, &#8220;dass im Herzen Mari\u00e4 alle die vielf\u00e4ltigen Wunden des Leibes ihres Sohnes vereinigt waren&#8221;. Es ward demnach Maria in dem Mit-Leiden mit ihrem Sohne in ihrem liebenden Herzen gegei\u00dfelt, mit Dornen gekr\u00f6nt, verachtet, ans Kreuz genagelt, so dass der heilige Bonaventura fragen kann: &#8220;O meine Herrin, wo standest du bei der Kreuzigung? etwa nur neben dem Kreuze? Nein; mit deinem Sohne warest du ans Kreuz geheftet.&#8221; Und Richard von St. Lorenz bemerkt zu den Worten des Erl\u00f6sers bei Isaias: &#8220;Die Kelter trat ich allein und keiner aus den V\u00f6lkern ist mit mir&#8221;, &#8220;wahr ist es, o Herr, dass kein Mann mit Dir war, nur eine Frau war allein mit Dir, welche alle Wunden Deines Leibes in ihr Herz mitempfangen hat&#8221;.<\/p>\n<p>Maria liebte ihren Sohn und Sein Leben unendlich mehr als sich selbst und tausend ihrer Leben. Darum bezeugt der selige Amadeus, dass Maria die Qualen ihres Sohnes mehr empfunden habe, als wenn sie ihr selber angetan worden w\u00e4ren; dies kam von der unvergleichlichen Liebe zu Ihm, welche sie Seine Marter so sehr f\u00fchlen lie\u00df. Der Grund hiervon ist einleuchtend; denn die Seele ist, wie der heilige Bernhard sagt, mehr da, wo sie liebt, als wo sie lebt. Und der Herr Selbst hatte gesagt: &#8220;Wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.&#8221; Lebte also Maria kraft ihrer Liebe mehr in ihrem Sohne, als in sich selber, so musste sie ja in weit gr\u00f6\u00dferem Schmerz den Tod ihres Sohnes empfinden, als wenn sie selber den grausamsten Tod der Welt h\u00e4tte erleiden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Hier nun bietet sich uns eine weitere Erw\u00e4gung, warum das Martyrium Mari\u00e4 unendlich gr\u00f6\u00dfer war als die Peinen aller M\u00e4rtyrer zusammen; sie litt n\u00e4mlich in der Passion Jesu Christi nicht blo\u00df ganz unermesslich, sondern sie litt auch ganz ohne Trost. Wohl litten auch die M\u00e4rtyrer in den \u00fcber sie verh\u00e4ngten Qualen gar sehr, aber die Liebe zu Jesus Christus machte ihnen ihre Peinen doch leichter und ertr\u00e4glicher. Je gr\u00f6\u00dfer also die Liebe der heiligen M\u00e4rtyrer zu Jesus Christus war, umso weniger empfanden sie die Qual der Peinen und des Todes; ja das blo\u00dfe Andenken an die Leiden ihres gekreuzigten Heilandes ward ihnen zur Tr\u00f6stung. Nicht so bei Maria, der Mutter der Schmerzen, die aus der Liebe zu ihrem Sohne und aus dem Anblicke Seiner Leiden keinen Trost erlangen konnte, da gerade das Leiden ihres Sohnes selber die einzige Ursache ihrer Schmerzen und die Liebe zu Ihm ihr einziger und grausamster Peiniger war. Darin eben bestand das Martyrium Mari\u00e4, dass sie im Anschauen der Leiden ihres unschuldigen, geliebten Jesus mit Ihm litt, was Er zu leiden hatte, und dass die Gr\u00f6\u00dfe ihrer Liebe die Peinen ihr nur verbittern und jedes Trostes sie nur berauben konnte. &#8220;Gro\u00df wie das Meer ist deine Trauer, wer kann dich tr\u00f6sten?&#8221; Ja, o K\u00f6nigin des Himmels, den anderen M\u00e4rtyrern konnte die Liebe ihre Pein verringern, ihre Wunden heilen; wer aber konnte dir dein gro\u00dfes Wehe vers\u00fc\u00dfen, wer die Wunden heilen, die dein Herz mit solchen Peinen f\u00fcllten? Wer soll dich heilen, wenn dein Sohn selber, Er, der dir allein Trost bereiten k\u00f6nnte, durch Sein Leiden die einzige Ursache deiner Schmerzen ist, und ebenso deine Liebe zu Ihm die einzige Ursache, dass du Seine Pein mit Ihm empfindest? W\u00e4hrend also die anderen M\u00e4rtyrer, wie Diaz sagt, mit ihren Marterwerkzeugen abgebildet werden, ein heiliger Paulus mit dem Schwerte, ein heiliger Andreas mit dem Kreuze, ein heiliger Laurentius mit dem Roste, wird Maria mit ihrem toten Sohne in den Armen abgebildet, weil Er, allein durch die Liebe, die sie zu Ihm trug, das Werkzeug ihres Martyriums gewesen ist.<\/p>\n<p>F\u00fcrwahr, je h\u00f6here Liebe ein Gegenstand in Anspruch nimmt, umso h\u00f6her schmerzt sein Verlust. So betr\u00fcbt gewiss der Tod eines Bruders weit mehr als der eines Haustieres, der eines Kindes mehr als der eines Freundes. Darum sagt Cornelius a Lapide: &#8220;Um die Gr\u00f6\u00dfe der Schmerzen Mari\u00e4 zu ermessen, erw\u00e4ge die Gr\u00f6\u00dfe ihrer Liebe&#8221;. Wer aber w\u00e4re imstande, diese Liebe zu ermessen? &#8220;Zwei Arten von Liebe&#8221;, sagt der selige Amadeus, &#8220;waren in Maria zu einer verbunden, und aus zweierlei Akten der Liebe ward Eine Liebe vollendet; indem die allerseligste Jungfrau Gott in ihrem Sohne anbetend liebte, und in Ihm, ihrem Herrn und Gott, auch das von ihr geborene Kind mit Liebe umfasste.&#8221; Aus dieser zweifachen Liebe ward die eine unendliche Liebe, so dass Wilhelm von Paris mit Recht sagt: &#8220;Maria liebte Jesus wie dies nur immer einem Gesch\u00f6pfe m\u00f6glich ist&#8221;, und Richard von St. Viktor: &#8220;Wie keine Liebe ihrer Liebe glich, so auch kein Schmerz ihrem Schmerze.&#8221; Wo die h\u00f6chste Liebe, sagt der selige Albertus Magnus, da ist der h\u00f6chste Schmerz.<\/p>\n<p>Vergegenw\u00e4rtigen wir uns nun die g\u00f6ttliche Mutter, wie sie im Anblicke ihres am Kreuze sterbenden Sohnes mit Recht die Worte des Jeremias auf sich anwendend uns zuruft: &#8220;O ihr alle, die ihr vor\u00fcbergehet am Wege, merket auf und sehet, ob ein Schmerz sei wie mein Schmerz.&#8221; O ihr Kinder dieser Welt, die ihr kein Mitleid mit mir traget, schauet doch einen Augenblick nach mir, die ich vor meinen Augen meinen geliebten Sohn muss sterben sehen, erw\u00e4gt, ob unter allen Betr\u00fcbten und Schmerzbeladenen ein Schmerz sich finde, dem meinen gleich! Nein, antwortet der heilige Bonaventura, &#8220;nein, kein Schmerz ist herber als der deine, denn kein Son ist mehr geliebt&#8221;. Nein, ruft auch Richard von St. Lorenz, &#8220;nein, nie war je ein solcher Sohn, nie eine solche Mutter, nie ein so gro\u00dfer Schmerz. Je z\u00e4rtlicher sie geliebt, umso tiefer ist sie verwundet&#8221;. \u00dcbereinstimmend mit diesen Heiligen beteuert auch der heilige Ildephons: &#8220;Ich sage noch zuwenig, wenn ich behaupte: Maria hat beim Leiden ihres Sohnes so bittere Schmerzen ertragen, dass die Peinen aller M\u00e4rtyrer zusammen sie nicht erreichen.&#8221; Der helige Anselmus bezeugt dasselbe in den Worten: &#8220;was immer an Grausamkeit den Leibern der M\u00e4rtyrer ist angetan worden, es ist gering, ja wie nichts im Vergleich zu deinen Leiden, o Mutter!&#8221; In gleicher Weise sagt auch der heilige Basilius von Seleucia: &#8220;Wie der Sonne Glanz den aller Gestirne \u00fcbersteiget, so die Schmerzen Mari\u00e4 die Peinen aller M\u00e4rtyrer.&#8221;<\/p>\n<p>Der heilige Bonaventura wendet sich an die allerseligste Jungfrau in den Worten: &#8220;Warum, o Herrin, wolltest du den Kalvarienberg besteigen, um f\u00fcr uns geopfert zu werden? War denn das Leiden deines Sohnes ungen\u00fcgend, wenn nicht auch mit Ihm seine Mutter gekreuzigt w\u00fcrde?&#8221; O, mehr als gen\u00fcgend war der Tod Jesu Christi, diese Welt, ja unz\u00e4hlige Welten zu erl\u00f6sen; aber unsere heiligste Mutter wollte aus Liebe zu uns durch die Verdienste ihrer auf dem Kalvarienberge f\u00fcr uns aufgeopferten Schmerzen auch ihrerseits mit zu unserer Erl\u00f6sung wirken. Darum sagt der selige Albertus Magnus: &#8220;Gleichwie die Welt ihre Erl\u00f6sung dem Leiden des Sohnes Gottes zu danken hat, so schuldet sie gleichen Dank unserer K\u00f6nigin Maria f\u00fcr ihr Mit-Leiden, das sie in freier Liebe erduldete. In freier Liebe, wiederhole ich: denn durch den Engel ward der heiligen Brigitta geoffenbart, dass die Liebe Mari\u00e4 so g\u00fctig und barmherzig war, dass sie lieber jedes Leid und jede Tr\u00fcbsal leiden, als die Seelen nicht erl\u00f6st erblicken wollte. Das war auch, kann man sagen, der einzige Trost, den Maria in ihrer Marter beim Leiden ihres Sohnes empfand, dass nun durch Seinen Tod die verdorbene Welt erl\u00f6st und die Menschen, Seine Feinde, wieder mit Gott vers\u00f6hnt w\u00fcrden. &#8220;Sie freute sich in ihren Schmerzen&#8221;, sagt Simon von Cascia, &#8220;dass zur Erl\u00f6sung aller das Opfer dargebracht und der Zorn Gottes bes\u00e4nftigt wurde&#8221;.<\/p>\n<p>Schlussfolgerung:<\/p>\n<p>Solche Liebe Mari\u00e4 verdient unseren Dank, so viel Dank zum wenigsten, dass wir in Betrachtung ihrer Schmerzen Mitleiden mit ihr tragen. Sie klagte aber vor der heiligen Brigitta in den Worten: <strong>&#8220;Ich sehe auf alle Menschen in der Welt, ob einzelne wohl auch mit mir leiden und meiner Schmerzen gedenken; aber nur sehr wenige finde ich. Darum wolle du, meine Tochter, wenn auch viele mich vergessen, doch meiner stets gedenken. Schau&#8217; an mein Leid, folge mir nach und trauere mit mir so gut du vermagst.&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Auch Jesus Christus selbst offenbarte der seligen Veronica von Binasco: &#8220;Meine Tochter, es gefallen Mir deine Tr\u00e4nen, die du \u00fcber Mein bitteres Leiden vergie\u00dfest; aber wisse, dass es meiner unermesslichen Liebe zu Maria Meiner Mutter noch mehr gef\u00e4llt, wenn du ihre Schmerzen betrachtest, die sie bei Meinem Tode erduldet hat.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>vom hl. Alfons von Liguori 1. Wie Jesus K\u00f6nig der Schmerzen und K\u00f6nig der M\u00e4rtyrer genannt wird, da Er w\u00e4hrend Seines Lebens mehr als alle andern M\u00e4rtyrer gelitten hat, so wird mit Recht auch Maria K\u00f6nigin der M\u00e4rtyrer genannt, weil sie diesen Titel durch Erduldung des gr\u00f6\u00dften Martyriums, das nach<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/die-schmerzhafte-mutter-maria\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":16172,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16171"}],"collection":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16171"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16171\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16183,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16171\/revisions\/16183"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16172"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16171"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16171"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16171"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}