{"id":175,"date":"2016-10-13T14:28:00","date_gmt":"2016-10-13T14:28:00","guid":{"rendered":"http:\/\/migration.mi-admin.ch\/2016\/10\/13\/postspater-direktors-brief-nr-3-184\/"},"modified":"2017-02-11T22:09:56","modified_gmt":"2017-02-11T21:09:56","slug":"postspater-direktors-brief-nr-3-184","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/postspater-direktors-brief-nr-3-184\/","title":{"rendered":"Pater Direktors Brief Nr. 3"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Ritter der Immaculata!<\/p>\n<p><img style=\"width: 150px; height: 200px; float: right;\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/media\/newsletter\/rundbrief_icon.jpg\" alt=\"\" \/>Lasst uns den Rosenkranzmonat mit dem gro\u00dfen Wunsch und dem festen Entschluss beginnen, dem Herzen der Unbefleckten zu folgen, wenn sie von uns verlangt, t\u00e4glich den Rosenkranz zu beten. Mehr denn je leben wir in schrecklichen apokalyptischen Zeiten. Darum sollten wir von Schwester Luzias Worten tief beeindruckt sein: \u201eJetzt gibt Gott uns die beiden letzten Hilfsmittel zum Heil: die Andacht des heiligen Rosenkranzes und die Verehrung des unbefleckten Herzens Mariens.\u201c Nur mit diesen Mitteln werden wir unsere Seelen und die Seelen vieler anderer retten. Wir Ritter sollten in den ersten Reihen k\u00e4mpfen beim Rosenkranzkreuzzug, den unser Generaloberer ausgerufen hat, um das unbefleckte Herz bekannt und beliebt zu machen und um ihre dringenden Forderungen endlich zur Erf\u00fcllung zu bringen zum Wohl der heiligen Mutter Kirche und zum Heil vieler Seelen.<\/p>\n<p>Doch seien wir wachsam: Es gen\u00fcgt nicht, den Rosenkranz lediglich zu rezitieren. Wir m\u00fcssen eine echte Verehrung zu ihm haben und nach den verborgenen Sch\u00e4tzen dieses geheimnisvollen Gebetes greifen. Der heilige Ludwig Maria Grignion betrachtet diesen verborgenen Schatz in seinem Buch \u00fcber das herrliche Geheimnis des Rosenkranzes, und Papst Leo XIII erkl\u00e4rt den Rosenkranz in seinen Enzykliken \u00fcber den Rosenkranz mit diesen Worten: Sein \u00e4u\u00dferlicher \u201eK\u00f6rper\u201c, seine \u201ematerielle Seite\u201c, das sind die Worte des Gebetes, doch seine innerliche Seite, die \u201eSeele\u201c, ist die Betrachtung \u00fcber die Geheimnisse des Lebens unseres Herrn durch Unsere Liebe Frau.<\/p>\n<p><strong>In diesem Brief m\u00f6chte ich zuerst eine Antwort auf die Frage geben: Warum ist der Rosenkranz so wichtig in diesen letzten Zeiten?<\/strong><\/p>\n<p>Der Rosenkranz ist heute so unerl\u00e4sslich f\u00fcr uns, weil er einfach ein perfekter Weg ist, die Geheimnisse Jesu durch Maria zu durchdringen. Der <strong>Rosenkranz ist eine Art \u201eSchnellzugriff\u201c<\/strong>, um in die Geheimnisse unseres Herrn einzutreten. Besonders f\u00fcr die gesch\u00e4ftigen M\u00e4nner und Frauen unserer Zeit ist der Rosenkranz das einfachste Mittel, \u00fcber unseren Glauben zu betrachten: vielleicht nicht \u00fcber jedes Geheimnis, aber sicher \u00fcber die wesentlichsten Geheimnisse unseres Glaubens, die f\u00fcr unsere Rettung am wichtigsten sind.<\/p>\n<p>Die freudenreichen Geheimnisse \u2013 die Ankunft Christi in dieser Welt \u2013 machen uns klar, dass das Zentrum der Sch\u00f6pfung nicht der Mensch ist (im Gegensatz zum modernen Kult des Menschen), nicht das Paradies auf Erden und nicht das kurze Leben jedes Einzelnen, sondern die <strong>Gegenwart Christi unseres Herrn<\/strong> mitten unter uns. Die freudenreichen Geheimnisse lenken unsere Augen auf IHN und helfen uns, der Versuchung zu widerstehen, die L\u00fcgen und Illusionen der Welt zum Mittelpunkt unseres Lebens zu machen.<\/p>\n<p>Die schmerzhaften Geheimnisse zeigen uns den <strong>Weg<\/strong>, wie wir auf Erden leben sollen: \u201eNehmt t\u00e4glich euer Kreuz auf euch!\u201c Es ist das gro\u00dfe Gesetz der Liebe, das darin besteht, sich selbst zu vergessen und sich f\u00fcr die Verherrlichung Gottes und die Rettung der Seelen aufzuopfern, indem wir uns mit dem Leiden unseres Herrn identifizieren.<\/p>\n<p>Und die glorreichen Geheimnisse zeigen uns das <strong>Ziel<\/strong> unseres Lebens: nicht irdischer Erfolg, sondern die ewige Herrlichkeit, die uns durch die Auferstehung unseres Herrn verdient wurde.<\/p>\n<p>In diesen drei Geheimnissen sind alle Grundlagen unseres geistigen Lebens enthalten: die Basis (Emmanuel \u2013 Gott mit uns), der Weg (Via Crucis) und das Ziel (die ewige Gl\u00fcckseligkeit). Auf diese Weise erleuchtet uns der Rosenkranz und befreit uns vor den Gefahren des Lebens, dem tr\u00fcgerischen Pfad in die Verdammnis zu folgen.<\/p>\n<p>Zweitens m\u00f6chte ich einige tiefere Aspekte des heiligsten Rosenkranzes aufzeigen, denn dieses Gebet bringt uns durch Maria Gott selbst und bringt uns durch Maria zur\u00fcck zu Gott! Das bedeutet, dass die Andacht des heiligen Rosenkranzes der k\u00fcrzeste und sicherste Weg zur Heiligkeit ist!<\/p>\n<p><strong>1\/ Maria zeigt uns den Weg zu den Tiefen des Geheimnisses Gottes!<\/strong><\/p>\n<p>Im Rosenkranz offenbart sie uns das herrlichste aller Geheimnisse, die allerheiligste Dreifaltigkeit. Gott kommt uns nahe durch den Rosenkranz. Das liebende Herz unserer Mutter gibt uns, ihren Kindern, ein \u00fcberaus gro\u00dfartiges Geschenk: Gott selbst!<\/p>\n<p>In den freudenreichen Geheimnissen entdecken wir Gottvater als die Quelle und den Ursprung alles Guten, insbesondere des h\u00f6chsten Gutes, n\u00e4mlich unserer Erl\u00f6sung. Er sendet seinen Sohn auf die Welt! Gott Sohn ist die Offenbarung Gottes auf Erden, die geistige Sonne, die durch seine Geburt die Dunkelheit vertreibt und als Kind die Schriftgelehrten im Tempel erleuchtet. Gott, der Heilige Geist, vollendet das Geheimnis der Menschwerdung, und durch seine Eingebungen bringt er die Gnade Gottes in die Welt. Er ist anwesend bei der Heimsuchung Mariens und der Heiligung von Johannes dem T\u00e4ufer im Leib seiner Mutter Elisabeth und auch sp\u00e4ter w\u00e4hrend der Darstellung des Jesuskindes im Tempel, als er den greisen Simeon und die Prophetin Anna erleuchtet und heiligt.<\/p>\n<p>Bei den schmerzhaften Geheimnissen betrachten wir bestimmte Werke der unendlichen Barmherzigkeit unseres Herrn. Hier \u00f6ffnet unsere Mutter vor unseren Augen die Tiefen des Herzens Jesu w\u00e4hrend der Todesangst in Gethsemane. Was geschah dort? Wir h\u00f6ren sein Herz schlagen. Er, der Heiligste, Sch\u00f6nste, Vollkommenste \u2013 und gleichzeitig niedergedr\u00fcckt von dem unendlichen Greuel und Elend der S\u00fcnde, dem moralischen Schmutz und den absto\u00dfenden Beleidigungen der Menschen. Wir sehen einen ersch\u00fctternden Ausdruck der Barmherzigkeit in der Art und Weise, wie Jesus alle diese Schrecken annimmt, um den schrecklichen Preis f\u00fcr das B\u00f6se bezahlen und es durch das Opfer seines eigenen Lebens austilgen zu k\u00f6nnen. Und wir sehen auch die Barmherzigkeit des Vaters, der den Engel des Trostes schickt, um seinen Sohn im Garten zu tr\u00f6sten, sodass Christus den Weg der barmherzigen Liebe bis zum bitteren Ende gehen kann.<\/p>\n<p>Die Gei\u00dfelung und die Dornenkr\u00f6nung zeigt Gottes Gnade \u201ein Aktion\u201c: Hier und jetzt wird die Dunkelheit zerst\u00f6rt \u2013 bezahlt mit dem Preis seines heiligsten Blutes, seines zerfleischten K\u00f6rpers und seines von Dornen durchbohrten Hauptes. Gottes Gnade ist kein Witz, sie hat nichts mit Sentimentalit\u00e4t zu tun. Der Sohn Gottes nimmt die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Unterdr\u00fcckung auf sich, um die S\u00fcnder von der Sklaverei der S\u00fcnde zu befreien. Die Barmherzigkeit Gottes bewirkte unsere Erl\u00f6sung, doch zu welchem Preis! Und k\u00f6nnen wir nicht die Kreuztragung und den Tod Christi als eine besondere Teilnahme des Heiligen Geistes am Werk der Barmherzigkeit Gottes verstehen? Die St\u00e4rke Christi, sich nach den drei qualvollen St\u00fcrzen jedes Mal wieder zu erheben; die Hilfe und die Tr\u00f6stung, die er von Simon von Cyrene und Veronika annahm; die Gegenwart der Schmerzensmutter auf dem Kreuzweg \u2013 hinter all dem offenbart sich der Heilige Geist ganz unscheinbar und bringt so das Werk der Erl\u00f6sung zu seiner Vollendung und zur umfassenden Vollkommenheit.<\/p>\n<p>Das ganze Drama gipfelt auf Kalvaria. Jede der drei g\u00f6ttlichen Personen ist dabei: Der Vater, der am Ende sein Eigentum opfert \u2013 seinen Sohn! Der Sohn, der liebt \u201ebis ans Ende\u201c durch jegliches Leid, das nur m\u00f6glich ist! Der Heilige Geist, der im unbefleckten Herzen Mariens wohnt, die jetzt unter dem Kreuz steht, die brennende Flamme der ewigen Liebe Gottes in ihrem Herzen und leuchtend in ihrem Mitleid und ihrem unfassbaren Schmerz!<\/p>\n<p>In den glorreichen Geheimnissen wird diese <strong>unendliche Liebe <\/strong>deutlich: der Triumph und die ewig fortdauernde Wirksamkeit des gesamten Erl\u00f6sungswerkes. Wir d\u00fcrfen an der finalen und ewigen Offenbarung von Gottes Herrlichkeit, Heiligkeit und Majest\u00e4t mitwirken \u00ad\u00ad\u2013 zun\u00e4chst im Triumph der Liebe Gottes durch das Wunder der Auferstehung. Die Himmelfahrt ist die siegreiche R\u00fcckkehr Christi in den Himmel \u2013 zusammen mit den Gliedern seines mystischen Leibes. Und das zentrale Geheimnis ist die Sendung des Heiligen Geistes \u2013 <strong>dem Feuer der Liebe Gottes<\/strong>! Im Himmel wird alle Sehnsucht erf\u00fcllt sein durch ewigen Frieden und endlose Gl\u00fcckseligkeit.<\/p>\n<p>Die letzten beiden glorreichen Geheimnisse zeigen uns, wie diese Gl\u00fcckseligkeit vollkommen realisiert wird, n\u00e4mlich indem durch die Immaculata die ganze Sch\u00f6pfung zu Gott zur\u00fcckkehrt. Die Kr\u00f6nung Mariens ist einerseits die Offenbarung der ganzen Liebe Gottes, der sie mehr als alle Engel und Heiligen des Himmels mit sich selbst erf\u00fcllt und andererseits der endg\u00fcltige Sieg und die Erf\u00fcllung der geschaffenen Ordnung, wenn \u201eGott in allem sein wird\u201c!<\/p>\n<p><strong>2\/ Maria f\u00fchrt uns zur tiefsten Verwirklichung und dem Ziel der Sch\u00f6pfung:<\/strong><\/p>\n<p>Sie hilft uns zu verstehen, wer wir wirklich sind, und was wir in Gottes Augen sein sollten. Der heilige Thomas lehrt, dass sie die Stellvertreterin der ganzen Menschheit ist und, dass wir nur in ihr unsere eigene Vollkommenheit erreichen k\u00f6nnen, n\u00e4mlich die Einheit mit Jesus Christus, der uns gegeben wurde durch sie, die uns reinigt, umwandelt, heiligt und schlie\u00dflich zur Herrlichkeit f\u00fchrt.<\/p>\n<p>In den freudenreichen Geheimnissen erscheint sie als der Ursprung und die Quelle, als der grundlegende Beginn unseres wahren Lebens als \u201eKinder Gottes\u201c; in ihr sehen wir die Wirklichkeit aller Gesch\u00f6pfe: dass die Quelle unseres Lebens nicht die Welt oder die Gesch\u00f6pfe sind, sondern Gott, von dem alles total abh\u00e4ngig ist. Jedes Geheimnis zeigt einen \u201eAnfang\u201c, die Offenbarung der Quelle der Existenz und die Beziehung der Gesch\u00f6pfe zu ihrem Sch\u00f6pfer.<\/p>\n<p>Seit die Erbs\u00fcnde begangen wurde, seufzte die ganze Welt in der Erwartung des Erl\u00f6sers (vgl. R\u00f6m 8,20-22) in ihrer Sehnsucht, befreit zu werden von der Sklaverei der S\u00fcnde und des Teufels, und zur \u201eFreiheit der Kinder Gottes\u201c gef\u00fchrt zu werden. Diese Befreiung beginnt mit der Verk\u00fcndigung, als Mariens Antwort auf die Frage des Engels die Menschwerdung des Gottessohnes auf der Welt bewirkt. In diesem Moment empf\u00e4ngt die Sch\u00f6pfung \u2013 die bisher in der Sklaverei Satans gefangen und in der Dunkelheit verloren war \u2013 \u00fcberw\u00e4ltigendes Licht und erlangt die Freiheit, indem sie neu geschaffen wird, wieder aufgebaut auf einer neuen Grundlage, neuen Prinzipien und einem neuen Gesetz. Weil Gott jetzt mit uns ist (Emmanuel), finden wir ein neues Zentrum der Anziehungskraft, eine neue Lebensform, ein \u201eneues Herz\u201c. In dem Masse, in dem wir alles auf dieses Zentrum, das Gott in uns ist, ausrichten, wird alles verst\u00e4ndlich, harmonisch, sch\u00f6n, rein und heilig.<\/p>\n<p>Die Heimsuchung stellt uns einen weiteren \u201eAnfang\u201c vor, n\u00e4mlich die Einf\u00fchrung des Werkes der Gnade Gottes durch die Heiligung des heiligen Johannes. Dieses gr\u00f6\u00dfte Geschenk wurde ihm durch Maria gebracht. Ihr Besuch war der Beginn seiner eigenen Heiligkeit. Und wir k\u00f6nnen fest darauf vertrauen, dass Gott sich nicht \u00e4ndert: Was er einmal getan hat, wird er weiterhin tun. Wenn das erste Wunder der Gnade durch Maria vermittelt wurde, wird er fortfahren, die Menschen durch Maria zu heiligen. Durch Maria besucht unser Herr Jesus Christus jede einzelne Seele und erf\u00fcllt sie mit heiligmachender Gnade. Dies ist der Anfang unserer R\u00fcckkehr zu Gott, der Anfang einer neuen Welt durch Maria.<\/p>\n<p>Die Geburt Jesu zeigt uns, dass diese erneuerte Welt nicht nur in den Tiefen unserer Herzen existiert oder aus einer nach au\u00dfen nicht sichtbaren inneren N\u00e4he zu Gott besteht. Wir m\u00fcssen sehen, h\u00f6ren und erfahren. Diese neue Lebensgrundlage muss sichtbar sein; wenn nicht, k\u00f6nnte niemand auf sie bauen. Wie wird die ewige Weisheit sichtbar f\u00fcr uns? In Form eines kleinen Kindes. Bis zum Ende der Welt wird Maria der Menschheit mit ihrem Kind auf dem Arm erscheinen, so wie unz\u00e4hlige Bilder und Ikonen beweisen. Was bedeutet das aber? Es zeigt uns die Bedingung auf, dass wir unser Leben auf dem einzig richtigen Fundament bauen m\u00fcssen, auf dem Fundament der Gnade Gottes: Wir m\u00fcssen kleine Kinder werden, <strong>ihre<\/strong> Kinder.<\/p>\n<p>Die Darstellung im Tempel ist ebenfalls ein \u201eAnfang\u201c. Sie stellt uns einen wesentlichen und \u00fcberaus erhabenen menschlichen Akt vor, der am Anfang von allem stehen muss, was wahr, gut und weise ist: den Akt der Hingabe, der Aufopferung! Wieder war es Maria, die dieses Opfer als erste brachte und ihr Opfer war das gr\u00f6sste: Sie gab Gott alles was sie hatte. Sie bot ihm die Seele ihrer Seele und das Herz ihres Herzens dar: ihren eigenen Sohn. Es waren erst 40 Tage vergangen, seit sie ihn von Gott erhalten hatte und schon gab sie ihn dem Vater zur\u00fcck, indem sie ihn im Tempel darbrachte. Das ist ein Anlass, um \u00fcber einen hohen Grundsatz zu betrachten, der unser geistiges Leben bestimmen sollte: Wenn wir etwas bekommen wollen, m\u00fcssen wir geben! Wenn wir mehr bekommen wollen, m\u00fcssen wir mehr geben. Nur jemand, der alles gibt, erh\u00e4lt auch alles!<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich lehrt uns das unbefleckte Herz bei der Betrachtung des Geheimnisses der Wiederfindung Jesu im Tempel eine andere wesentliche Bedingung, die wir erf\u00fcllen m\u00fcssen, wenn wir ein neues geistiges Leben in ihr leben wollen. Aus unserer eigenen Kraft werden wir nie f\u00e4hig sein, angemessene Opfer zu bringen und Ordnung und Harmonie in unser Leben zu bringen. Nur die beharrliche Suche nach unserem Herrn, seinem Angesicht, seinem Willen und seiner Lehre bef\u00e4higt uns, unsere enge und verschlossene Welt zu verlassen. Wer suchet, der findet!<\/p>\n<p>In den schmerzhaften Geheimnissen erscheint uns Maria als \u201eder Weg, der uns zum Himmel f\u00fchrt.\u201c Sie zeigt uns hier, wie unsere t\u00e4gliche Hinwendung zu Gott aussehen soll.<\/p>\n<p>Die ersten Erfahrungen auf unserem Weg zu Gott sind sehr dem\u00fctigend, denn die Betrachtung der Todesangst zeigt uns, dass wir unf\u00e4hig sind, auch nur einen einzigen Schritt aus uns selbst heraus zu tun. Wie die Apostel schlafen wir, wie Judas verraten wir, wir fliehen, wir laufen fort, wir verlassen Jesus. So wenden wir uns in Schmerzen zu ihr, die uns zur\u00fcck zu seinen F\u00fcssen bringen kann, um sodann den Schrei des gequ\u00e4lten Erl\u00f6sers zu h\u00f6ren: \u201eGib mir den Kelch voll deiner S\u00fcnden! Ich nehme alle auf mich! Ich bezahle den Preis f\u00fcr alle!\u201c Wir k\u00f6nnen seine unendliche Barmherzigkeit nicht erlangen, wenn wir ihm nicht zuerst all unsere Schande und unseren Schmutz bekennen, wenn wir ihm nicht erlauben, uns Barmherzigkeit zu erweisen. Dann erwecken die Gei\u00dfelung und die Dornenkr\u00f6nung in uns einen tiefen Schmerz, einen heftigen Schrei: \u201eIch bin es, der dies verursacht hat mit meiner Unreinheit und meinem Stolz. Ich selbst bin mitschuldig an deiner Qual! Und nun f\u00fchle ich durch die Gnade Gottes Reue, jetzt bin ich das hilfloseste Gesch\u00f6pf auf der Welt. Ich muss sehen, wie meine und die S\u00fcnden anderer deinem heiligen Haupt und K\u00f6rper Schmerzen zugef\u00fcgt haben.\u201c Diese Hilflosigkeit ist eine Qual f\u00fcr jemanden der liebt, der etwas f\u00fcr seinen Geliebten tun m\u00f6chte!<\/p>\n<p>Nun zeigt uns eine zweite Erfahrung eine wesentliche Bedingung f\u00fcr eine best\u00e4ndige und bleibende Umkehr zu Gott: Reue und Demut. Und nur auf dem Weg des Kreuzes k\u00f6nnen wir schlie\u00dflich damit beginnen, etwas f\u00fcr unseren geliebten Herrn zu tun: Mit Simon von Cyrene k\u00f6nnen wir ihm tats\u00e4chlich helfen, das Kreuz zu tragen; mit Veronika k\u00f6nnen wir sein Gesicht mit dem Tuch des Mitleidens abwischen. Der ganze Weg unserer R\u00fcckkehr zu Gott kann voll sein von solchen Dingen: in sich vielleicht unbedeutende Dinge, aber mit immer gr\u00f6\u00dferer Liebe getan!<\/p>\n<p>Doch erst beim f\u00fcnften schmerzhaften Geheimnis erhalten wir das neue Gesetz, von dem wir durchdrungen sein m\u00fcssen, ohne das wir nicht ausharren k\u00f6nnen: mitzuwirken bei der Passion Christi mit seiner Mutter, die Wunden des Erl\u00f6sers immer und \u00fcberall durch ihre Augen zu betrachten und ihn durch ihr schmerzdurchdrungenes Herz zu lieben. Darum ist die Teilnahme am heiligen Messopfer ein wichtiger Bestandteil unserer lebenslangen R\u00fcckkehr zu Gott. Zusammen mit ihr am Fu\u00dfe des Kreuzes stehend, h\u00f6ren wir unseren Herrn, wie er sie uns zur eigenen Mutter gibt, die unsere Herzen dem seinen \u00e4hnlich macht, erf\u00fcllt von Liebe zu Gott und f\u00fcr die Rettung der Seelen.<\/p>\n<p>In den glorreichen Geheimnissen macht uns Unsere Liebe Frau mit dem einzigen Ziel unseres Lebens vertraut, dem Zielpunkt unserer R\u00fcckkehr zu Gott. Sie erinnert uns, \u201ewozu und weshalb alles ist\u201c, denn sie weiss, dass wir das Wichtigste und das \u201eeinzig Notwendige\u201c sehr leicht vergessen. Vor allem gibt sie uns den Mut, dass wir nicht verzweifeln, wenn Hindernisse und Missgeschicke uns den Weg zum Himmel zu versperren scheinen.<\/p>\n<p>Die Betrachtung der Auferstehung erf\u00fcllt unsere Seelen mit gro\u00dfem Staunen: solch tiefe Freude, solch ein Sieg, solch ein Triumph Christi \u00fcber alles! Wer kann Gottes Liebe leugnen! Es ist nur f\u00fcr uns, dass Christus von den Toten erstand, um uns unsere eigene zuk\u00fcnftige Auferstehung zu zeigen. Auch wir werden auferstehen, wenn wir treu in der Vollendung unseres geistigen Lebens und der \u00dcbung des h\u00f6chsten Gebotes ausharren. Die erneuerte und ewig verherrlichte Menschheit unseres Herrn ist das Vorbild und die Gestalt unseres zuk\u00fcnftigen glorreichen Lebens im Himmel. Liebe f\u00fcr Liebe! Wenn wir ihn bis zum Ende lieben, wenn wir mit ihm gekreuzigt und begraben werden, dann werden wir auch mit ihm von den Toten auferstehen.<\/p>\n<p>Bei der Betrachtung der Himmelfahrt zeigt uns Unsere Liebe Frau den triumphalen Einzug des Sieges des K\u00f6nigs der K\u00f6nige, seine glorreiche R\u00fcckkehr zum Vater. Auf welche Weise gr\u00fc\u00dften die Seelen der treuen Patriarchen und Propheten ihn im Himmel? Das ist eine Vision, die wir die Ekstase der Liebe nennen: von ihm erf\u00fcllt sein, ganz auf ihn ausgerichtet, als er das himmlische K\u00f6nigreich betrat. Maria erf\u00fcllt uns mit ihrer eigenen Faszination beim Anblick Christi, dem K\u00f6nig der Liebe \u201ebekleidet mit einem Gewand, das bis auf die F\u00fc\u00dfe reichte, und um die Brust mit einem goldenen G\u00fcrtel geg\u00fcrtet. Sein Haupt und seine Haare waren wei\u00df wie wei\u00dfe Wolle und wie Schnee. Seine Augen waren wie Feuerflammen &#8230; und seine Stimme war wie das Rauschen von Wassermassen&#8230; und sein Gesicht leuchtete wie die machtvoll strahlende Sonne\u201c (Off 1,13-16). Die verherrlichte Gestalt des auferstandenen Herrn sollte uns ber\u00fchren, wie sie den heiligen Paulus ber\u00fchrte, als der Anblick des Herrn ihn vor den Toren von Damaskus zu Boden warf und ihn f\u00fcr immer zu einem Gefangenen, einem Diener, einem Freund und Apostel Christi machte. Von diesem Tag an war nur noch eine einzige Sache f\u00fcr Paulus gewinnbringend: \u201eMein Leben ist Christus!\u201c Es ist ebenfalls die gr\u00f6\u00dfte Sehnsucht Mariens, dass wir von der Entz\u00fcckung \u00fcberw\u00e4ltigt werden wie der V\u00f6lkerapostel und wie sie selbst in der gewaltigen Liebe zu ihrem Sohn.<\/p>\n<p>Die Sendung des Heiligen Geiste f\u00fchrt uns zum Abendmahlssaal, wo der Heilige Geist \u201edas Feuer seiner Liebe\u201c in uns entz\u00fcndet, so wie er an Pfingsten unsere himmlische Mutter und die Apostel und J\u00fcnger entflammte. Wir sehen sie im Mittelpunkt, umgeben von ihnen \u2013 was f\u00fcr eine faszinierende Versammlung! Es ist unm\u00f6glich sich vorzustellen, wie Maria ausgesehen haben muss, als das Feuer des Heiligen Geistes sie durchdrang. Sp\u00e4ter wird sie privilegierten Seelen erscheinen und die Seher werden versuchen, ihre himmlische Sch\u00f6nheit und Majest\u00e4t in Worte zu fassen. In Fatima: \u201eSie strahlte mehr als die Sonne und strahlte ein Licht aus, klarer und intensiver als ein Kristallglas, das mit gl\u00e4nzendem Wasser gef\u00fcllt ist, wenn die Strahlen der brennenden Sonne hindurch scheinen.\u201c In La Salette: \u201ePl\u00f6tzlich sah ich ein wundersch\u00f6nes Licht, heller als die Sonne &#8230; Ich schaute aufmerksam zu dem Licht. Zuerst war es unbeweglich, doch gleich danach sah ich darin noch ein anderes Licht, sogar noch heller und sich bewegend und in diesem Licht die sch\u00f6nste Frau.\u201c In Lourdes: \u201eSie unterschied sich von der Gestalt anderer Menschen, denn von ihr ging ein unglaubliches Licht aus und sie war wundersch\u00f6n, so geheimnisvoll und so unvergleichlich wundersch\u00f6n, dass Bernadette, selbst wenn sie ein ausgezeichneter Maler gewesen w\u00e4re, nicht in der Lage gewesen w\u00e4re, ihre Sch\u00f6nheit zu portr\u00e4tieren, selbst mit den besten Werkzeugen&#8230; Bernadette sah eine schmale Figur mittlerer Gr\u00f6\u00dfe. Sie schaute sehr jung aus, vielleicht wie ein junges M\u00e4dchen um die 20 Jahre. Aber diese Sch\u00f6nheit und Jugend hatten etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches an sich. Es schien eine Jugendlichkeit zu sein, die nie vergeht und nie vergehen kann \u2013 eine ewige Jugend. Und da war noch etwas Anderes in dieser Jugendlichkeit, das man nicht in Worte fassen kann. Es war, als ob in ihr die Anmut einer kindlichen, \u00e4u\u00dferst reinen Jungfrau mit dem Ernst und dem unendlichen Verst\u00e4ndnis, der grenzenlosen G\u00fcte einer Mutter und der hohen Majest\u00e4t einer K\u00f6nigin verschmolzen waren.\u201c K\u00f6nnen wir in diesen Beschreibungen nicht die Macht des Heiligen Geistes erkennen, der, indem er ihre Sch\u00f6nheit preist und sie mit Licht erf\u00fcllt, uns ebenfalls zu den H\u00f6hen seiner Liebe f\u00fchren m\u00f6chte?<\/p>\n<p>Und so war sie die Erste, die den unendlichen Gipfel des Geheimnisses Gottes erreichte. Ihre Reise durch das Leben zum Himmel glich einer gewaltigen Flamme der Liebe: Sie starb buchst\u00e4blich aus Liebe. Das wird in ihrer Himmelfahrt sichtbar, wenn sie als die Erste aller Menschen das Ziel erreicht, zu welchem sie anschlie\u00dfend ihre Kinder f\u00fchrt. Der Tod (dormitio oder Ruhe) Mariens muss als die Gesamtheit ihrer Liebe angesehen werden, als Tod aus Liebe. Ihre Liebe war so gewaltig, dass nichts sie mehr auf der Erde halten konnte.<\/p>\n<p>Und das letzte glorreiche Geheimnis ist schlicht ein Loblied der Bewunderung ihres ewigen Triumphs. Aber was f\u00fcr ein Irrtum zu denken, dass sie, weil sie im Himmel ist, jetzt fern von uns sei, da wir ja auf der Erde verbleiben m\u00fcssen. Obwohl sie im Himmel ist, ist sie ganz und gar nicht weit von uns entfernt, denn sie gibt hier und jetzt Acht auf ihre Kinder Die K\u00f6nigin des Himmels und aller Gesch\u00f6pfe sollte unsere Augen und Herzen anziehen. In ihr werden alle ihre Kinder aufgefordert, die Krone der Glorie zu empfangen. Die Betrachtung dieses Rosenkranzgeheimnisses sollte uns zu einer solchen Haltung gelangen lassen, dass wir geistiger Weise mehr in den Geheimnissen Gottes verweilen als hier auf Erden. Dort ist unsere echte Wirklichkeit; das Leben hier ist nur ein Schatten. Dort ist unser Herz, hier unsere Verbannung. In ihr k\u00f6nnen wir ausrufen wie der heilige Franziskus: \u201eMein Gott und mein Alles!\u201c<\/p>\n<p>Singapur, 4. Oktober 2016, am Fest des hl. Franziskus<\/p>\n<p>Pater Karl Stehlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Ritter der Immaculata! Lasst uns den Rosenkranzmonat mit dem gro\u00dfen Wunsch und dem festen Entschluss beginnen, dem Herzen der Unbefleckten zu folgen, wenn sie von uns verlangt, t\u00e4glich den Rosenkranz zu beten. Mehr denn je leben wir in schrecklichen apokalyptischen Zeiten. 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