{"id":1771,"date":"2016-12-22T14:00:15","date_gmt":"2016-12-22T13:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/m-i.info.smaragd.ch-meta.net\/?p=1771\/"},"modified":"2017-02-08T23:58:40","modified_gmt":"2017-02-08T22:58:40","slug":"eine-ritterliche-weihnachtsgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/eine-ritterliche-weihnachtsgeschichte\/","title":{"rendered":"Eine ritterliche Weihnachtsgeschichte"},"content":{"rendered":"<p>Mit der freundlichen Genehmigung des Verlages Peter Hehenwarter d\u00fcrfen wir unseren Lesern als kleines Dankesch\u00f6n f\u00fcr ihre Treue und Unterst\u00fctzung im vergangenen Jahr eine Weihnachtsgeschichte aus dem Buch &#8220;Licht leuchtet heute \u00fcber uns&#8221; vorstellen. Das Buch von Albert Maria Mandrella enth\u00e4lt 15 tiefsinnige Weihnachtsgeschichten und ist<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sarto.de\/product_info.php?info=p10474_Licht-leuchtet-heute-ueber-uns.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im Sarto Verlag erh\u00e4ltlich<\/a>.<\/p>\n<h2>Der dreifache Mut des Ritters<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1774 alignright\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Ritter_Adalbert_farbig-216x300.jpg\" alt=\"\" width=\"216\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Ritter_Adalbert_farbig-216x300.jpg 216w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Ritter_Adalbert_farbig-600x832.jpg 600w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Ritter_Adalbert_farbig-768x1064.jpg 768w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Ritter_Adalbert_farbig-739x1024.jpg 739w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Ritter_Adalbert_farbig-397x550.jpg 397w\" sizes=\"(max-width: 216px) 100vw, 216px\" \/>In einem kalten Land lebte einst ein stolzer und tapferer Ritter, Adalbert mit Namen. Er war so m\u00e4chtig und reich, dass selbst die K\u00f6nige und F\u00fcrsten n\u00f6tig hatten, bei ihm Geld zu leihen, und kei\u00adner wagen konnte, einen Krieg zu beginnen, ohne Ritter Adalbert an seiner Seite zu wissen. Und das verdross den stolzen Ritter, denn er sagte sich: \u201eWas ist das f\u00fcr eine Ehre, f\u00fcr einen K\u00f6nig zu k\u00e4mpfen, den ich an Reichtum und Macht \u00fcbertreffe? Ach, wie sehr w\u00fcnschte ich, einem K\u00f6nig dienen zu d\u00fcrfen, der wahrhaft ein K\u00f6nig der K\u00f6nige ist, \u00fcber alles reich und machtvoll, Herr \u00fcber allen Herren! Ich w\u00fcrde es als mein gr\u00f6\u00dftes Gl\u00fcck erachten, ihm meine Dienste zu schenken.\u201c Denn ein edles Herz hatte unser Ritter immerhin.<\/p>\n<p>Eines Tages ergab es sich, dass Adalbert unterwegs an einem Kloster vorbeiritt, in dem gerade heili\u00adge Messe gefeiert wurde. Durch den Klang der Glocken neugierig geworden, hielt der Ritter an und betrat durch die ge\u00f6ffneten Tore die Kirche aus Stein. Es war eben die Predigt, und hinter einem Pfeiler verborgen, lauschte unser Ritter den Worten des Abtes, der gerade sprach vom \u201eHerrn der Herren\u201c und \u201eK\u00f6nig der K\u00f6nige\u201c, dem zu dienen herrschen ist. \u201eAlles liegt in Seiner Gewalt, die ganze Erde und was da ist, alles ist Sein!\u201c Oh, wie wurde es dem Ritter da hei\u00df in seinem Herzen! Fiebrig rot stieg es in seine Wangen und Wort um Wort brannte sich tief in seine Seele. Das genau war er doch, der K\u00f6nig der K\u00f6nige und Herrscher der Herren, dem zu dienen seine ganze Sehnsucht war! Unruhig sprang er auf, und kaum war die Messe geendet, da eilte er in die Sakristei, den hoch\u00adw\u00fcrdigen Herrn Abt zu befragen.<\/p>\n<p>\u201eDer Herr, der K\u00f6nig, von dem Ihr gepredigt habt\u201c, rief er ungeduldig, \u201ediesen K\u00f6nig genau suche ich. Sagt an, wo kann ich Ihn finden!\u201c \u201eGemach, gemach\u201c, erwiderte der Vater Abt, \u201ediesen K\u00f6nig findet man nicht so leicht.\u201c \u201eIch muss ihn aber finden, denn nur ihm will ich fortan dienen.\u201c \u201eNun, um diesen K\u00f6nig zu finden und ihm zu dienen, braucht es drei Dinge.\u201c \u201eWas f\u00fcr drei Dinge, schnell, was sind das f\u00fcr Dinge? Ich bin reich und m\u00e4chtig genug, alles zu besorgen.\u201c \u201eMit Geld und Macht sind sie nicht zu erlangen.\u201c \u201eWie dann? Was ist es denn? Was sind die drei Dinge, die man braucht.\u201c \u201eNun gut, ich will es dir sagen\u201c, seufzte der Abt, \u201ees sind diese drei: es braucht Mut, Mut und nochmals Mut.\u201c Der Ritter lachte auf. \u201eHa, wenn\u2019s weiter nichts ist! Mut habe ich f\u00fcr drei, ja f\u00fcr dreihundert, f\u00fcr dreitausend, wenn\u2019s sein muss!\u201c \u201eNun gut, dann stelle deinen Mut unter Be\u00adweis. Willst du den K\u00f6nig der K\u00f6nige suchen, so musst du in das Land Pal\u00e4stina reisen, in den Ort Bethlehem. Es ist dies die Stadt des K\u00f6nigs David, und dort wirst du ihn finden.\u201c \u201eHabt tausend Dank!\u201c rief der Ritter und viel vor dem Abt in die Knie, um seine H\u00e4nde zu k\u00fcssen, \u201eich will sofort eine Armee um mich sammeln und aufbrechen.\u201c \u201eHalt! Keine Armee! Du musst alleine gehen, an\u00adders wirst du ihn nicht finden.\u201c \u201eVerstehe\u201c, nickte Adalbert, \u201eer k\u00f6nnte sonst meinen, dass ich in feindlicher Absicht komme. Nun gut, ich mache mich alleine auf den Weg.\u201c<\/p>\n<p>Noch in derselben Nacht brach er auf. Er nahm sein bestes Pferd, seine besten Waffen und einige Beutel Gold mit sich, und so ritt er los, dem n\u00e4chsten Seehafen zu. Denn man hatte ihm gesagt, Pa\u00adl\u00e4stina sei auf dem Seeweg am besten zu erreichen. F\u00fcnfzig Tage und N\u00e4chte war er unterwegs, bis er in der Hafenstadt anlangte. Drei weitere Tage dauerte es, bis er ein Schiff gefunden hatte, das die Reise in die gew\u00fcnschte Richtung antreten wollte und bereit war, ihn mitzunehmen. Es war ein Gl\u00fcck, dass er \u00fcberhaupt ein Schiff gefunden hatte, denn um diese sp\u00e4te Jahreszeit wurde die See\u00adfahrt kaum noch betrieben. Allerdings war die \u00dcberfahrt auch teuer genug.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1775 alignright\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Schiff_fuer_Ritter_Adalbert-300x257.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Schiff_fuer_Ritter_Adalbert-300x257.jpg 300w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Schiff_fuer_Ritter_Adalbert-600x514.jpg 600w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Schiff_fuer_Ritter_Adalbert-768x657.jpg 768w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Schiff_fuer_Ritter_Adalbert-1024x877.jpg 1024w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Schiff_fuer_Ritter_Adalbert-425x364.jpg 425w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Am vereinbarten Abend ging der Ritter an Bord des Schiffes. Das Pferd blieb noch drau\u00dfen am Ufer stehen und sollte erst sp\u00e4ter aufs Schiff geladen werden. Adalbert betrat seine Kabine und leg\u00adte sich, m\u00fcde geworden von all den Aufregungen, zur Ruhe. Als Soldat war er es gewohnt, auch im Schlaf wachsam zu bleiben und auf jedes Ger\u00e4usch zu reagieren. So erwachte er sofort, als er h\u00f6rte, wie die T\u00fcr zur Kabine leise knarzend ge\u00f6ffnet wurde. \u201eEr schl\u00e4ft\u201c, h\u00f6rte er ein leises Kichern. Gleich standen einige Gestalten in seiner Kabine, er erkannte den Kapit\u00e4n des Schiffes und den Steuermann. \u201eSollen wir ihm gleich die Gurgel durchschneiden und ihn dann ausrauben?\u201c fragte letzterer. \u201eNein, nein, das machen wir erst auf dem Meer, da k\u00f6nnen wir die Leiche einfach \u00fcber Bord werfen. Aber das Gold brauchen wir jetzt schon, wenn wir heute Abend noch ins Wirtshaus gehen wollen. Also los, alles durchsuchen!\u201c \u201eHaha, hab schon was!\u201c triumphierte der Steuermann und hielt ein leise klingendes S\u00e4ckchen in der Hand. Doch da hatte er nicht mit unserem Ritter ge\u00adrechnet, der einstweilen heimlich nach seinen Waffen gegriffen hatte und nun pl\u00f6tzlich aufsprang. \u201eGebt mir sofort meinen Beutel zur\u00fcck!\u201c \u201eHe, holla! Unser Passagier will streiten! Das kann er ha\u00adben\u201c, rief der Kapit\u00e4n, und mit einem Pfiff rief er die bewaffnete Mannschaft herbei. Hei, das gab eine Schlacht! Unser Ritter focht tapfer, doch die \u00dcbermacht war zu gro\u00df. Schlie\u00dflich gelang es ihm, sich ans Deck des Schiffes durchzuschlagen. Immerzu fechtend und die Hiebe der Piraten ab\u00adwehrend drang er bis zur Reling durch und sprang ans Ufer. Mit einem Schwerthieb war das Tau seines Pferdes gel\u00f6st. Er sprang auf den R\u00fccken seines treuen Tieres, teilte noch ein paar heftige Hiebe auf seine Gegner aus und jagte dann davon. Das Gold war verloren, ebenso Lanze und Schild, doch Leben, Pferd und Schwert gerettet.<\/p>\n<p>An eine \u00dcberfahrt war nun nicht mehr zu denken, und so nahm unser Ritter Kurs aufs Gebirge. Denn \u00fcber dieses Gebirge sollte der Weg nach Pal\u00e4stina gehen. In den Bergen aber fiel bereits der Schnee, und so musste Adalbert mehrmals absteigen und sein Pferd f\u00fchren. Der Weg f\u00fchrte durch tiefen Schnee, dann wieder \u00fcber glattes Eis. An einer engen Stelle geriet sein Ross ins Rutschen, und unser Ritter konnte es nicht mehr halten. Es war ihm gerade noch gelungen, die Hand vom Z\u00fcgel zu befreien, als sein tapferes und treues Tier mit einem letzten Wiehern kopf\u00fcber in einen tiefen Ab\u00adgrund st\u00fcrzte. Nun hatte er nur noch sein Schwert in der Hand.<\/p>\n<p>Immer beschwerlicher wurde der Weg, das Wetter immer unwirtlicher. Wie sollte er auf diese Wei\u00adse jemals nach Pal\u00e4stina gelangen? Wie sollte er den K\u00f6nig der K\u00f6nige finden? War es da nicht besser, die Suche vorl\u00e4ufig aufzugeben und zur\u00fcckzukehren, sich mit einem neuen Pferd und mit Geld zu versorgen, um dann vielleicht im Fr\u00fchjahr doch auf dem Seeweg ins ferne Land zu reisen? Doch halt, war er da nicht dabei, seinen Mut aufzugeben, und hatte ihm der Vater Abt nicht gesagt, er brauche dreimal Mut, um den K\u00f6nig zu finden? Bei den Piraten hatte er schon Mut gezeigt, nun wollte er ebenfalls seinen Mut beweisen und weitergehen.<\/p>\n<p>Der Ritter geriet unterdessen auf ein Gletscherfeld. Absch\u00fcssig fiel das Eis nach unten, und um das Feld zu \u00fcberqueren, blieb ihm nichts \u00fcbrig als sich auf sein Schwert zu st\u00fctzen, damit er nicht abrut\u00adsche. Eine andere St\u00fctze hatte er nicht. Dennoch geriet er pl\u00f6tzlich ins Schlingern, und um sich ir\u00adgendwo festzuhalten, lie\u00df er kurz das Schwert fahren. Die blitzende Klinge sauste klirrend \u00fcber das blitzende Eis dahin. Der Ritter versuchte das Schwert noch zu fassen, doch das Eisen war schneller als er. Das Schwert war dahin, und er selbst hatte das Gl\u00fcck, an einem Felsvorsprung h\u00e4ngen zu bleiben, der den Gletscher durchschnitt. Zwar war er nun blutig aufgesch\u00fcrft, doch immerhin mit dem Leben davongekommen. \u201eWahrhaft\u201c, sagte sich der Ritter, \u201ees braucht Mut, Mut und abermals Mut!\u201c<\/p>\n<p>Ohne Pferd, ohne Waffen, ohne Gold, allein in eisiger W\u00fcste und Finsternis, so taumelte mit letzter Kraft unser Ritter dahin. Er kannte keinen Weg mehr und keinen Steg, fand keine H\u00fctte und keinen Unterschlupf. Die K\u00e4lte durchzog seine Glieder. Ach, sollte man nicht einfach in den Schnee sinken und einschlafen? Vielleicht nur ein wenig rasten? Danach k\u00f6nnte er sich ja wieder auf den Weg ma\u00adchen\u2026 Doch nein, nur nicht aufgeben, nicht im Schnee liegenbleiben, das w\u00e4re sein Tod. So schleppte er sich dahin und dahin, doch schlie\u00dflich verlie\u00dfen ihn seine Kr\u00e4fte, und er sank in den Schnee und schlief ein.<\/p>\n<p>Er erwachte am Feuer eines Einsiedlers, der hier in dieser kalten Ein\u00f6de seine Klause hatte. Dieser hatte den halberfrorenen Ritter Adalbert gefunden und in seine H\u00fctte geschleppt. Er gab ihm hei\u00dfen Tee zu trinken und rieb seine Glieder mit einer Salbe. Er fragte nicht viel, und Ritter Adalbert hatte wenig Lust zu reden. Er schlief viel. Nach f\u00fcnf Tagen erst sagte er dem Einsiedler, wer er sei und wie er hierher geraten. \u201eIch verstehe\u201c, sagte der Einsiedler blo\u00df. \u201eDoch ich werde nicht aufgeben\u201c, rief der Ritter Adalbert. \u201eIch werde den K\u00f6nig der K\u00f6nige suchen und finden! Ich werde zeigen, dass ich Mut habe nicht nur f\u00fcr drei, sondern f\u00fcr dreihundert und dreitausend!\u201c \u201eBisweilen\u201c, so ent\u00adgegnete der Einsiedler sanft, \u201ebisweilen braucht es mehr Mut, umzukehren als weiterzugehen. Bis\u00adweilen braucht es mehr Mut, sein Scheitern und seine Schw\u00e4che einzugestehen als um jeden Preis weiterzumachen.\u201c \u201eWie, wie meint ihr das?\u201c stotterte unser tapferer Ritter. \u201eWie ich es sagte\u201c, entgegnete der Einsiedler und sagte weiter nichts mehr, sondern vertiefte sich ins Gebet.<\/p>\n<p>Ritter Adalbert blieb noch einige Wochen bei dem Einsiedler. Er wurde sehr nachdenklich und lern\u00adte zu beten. Ihm schien, als werde er ein ganz anderer Mensch. Und endlich trat er vor seinen Retter und Gastgeber und bat ihn um Entlassung. \u201eSiehe\u201c, sagte er, \u201eich glaube, ich habe begriffen. Ich werde also so mutig sein und umkehren. Ich will zur\u00fcckgehen zum Abt und ihm mein Scheitern eingestehen.\u201c \u201eSo gehe denn mit Gott, mein Sohn\u201c, erwiderte der Einsiedler und gab ihm seinen Se\u00adgen.<\/p>\n<p>Es war eine traurige R\u00fcckkehr jenes stolzen Ritters, der einst so furchtlos ausgezogen war, sich in die Dienste des h\u00f6chsten K\u00f6nigs zu stellen. Arm und zerlumpt, als wehrlose und ausgezehrte Bettelgestalt kehrte er zur\u00fcck. Er mied sein Schloss, er mied alle Bekannten \u2013 ohnehin h\u00e4tten sie ihn nicht erkannt \u2013, er eilte gleich zum Kloster und verlangte den Vater Abt zu sprechen. Der gute Abt erkannte ihn sofort, und ein L\u00e4cheln erschien auf seinen Lippen. \u201eNun, da seid Ihr wieder! Habt Ihr den K\u00f6nig gefunden?\u201c \u201eOh nein!\u201c rief der Ritter Adalbert, \u201edoch etwas anderes habe ich gefunden, eine besondere Art von Mut, die ich vorher nicht hatte.\u201c Und er erz\u00e4hlte dem Abt seine ganze Reise. Als er geendigt hatte, schweigen beide eine ganze Weile. Endlich tat der Abt seinen Mund auf und sprach: \u201eMir scheint, Ritter Adalbert, dass Ihr den dreifachen Mut bewiesen habt, von dem ich Euch sprach. Seht, Ihr waret reich, nun seid Ihr arm. Ihr habt also zur Armut gefunden, dem ersten Mut. Ihr waret stolz, nun seid Ihr es nicht mehr. Ihr habt zur Demut gefunden, dem zweiten Mut. Und endlich habt Ihr den Mut zur Umkehr gefunden, zum Eingest\u00e4ndnis der eigenen Schw\u00e4che. Das ist der eigentliche Bekennermut. Ihr habt damit alles erf\u00fcllt, was ein wahrer Diener des h\u00f6chsten K\u00f6\u00adnigs erf\u00fcllen muss. Denn so hat es uns Unsere Herrin, Seine Mutter, die K\u00f6nigin der K\u00f6nige, gesun\u00adgen: \u2018Er \u00fcbte Macht aus mit seinem Arm; er zerstreute, die hochm\u00fctig sind in ihres Herzens Sinnen. Gewalthaber st\u00fcrzte er vom Thron und erh\u00f6hte die Niedrigen. Hungrige erf\u00fcllte er mit G\u00fctern, und Reiche schickte er leer von dannen. Er nahm sich Israels an, seines Knechtes, zu gedenken seines Erbarmens.\u2019 Demut, Armut und Schw\u00e4che, das sind die wunderbaren Gesetze und Machtmittel des allm\u00e4chtigen K\u00f6nigs \u00fcber allen K\u00f6nigen. Und nun wird es Zeit, dass ich dich Ihm vorstelle. Es trifft sich gut, denn heute ist gerade die Christnacht, und wir feiern das Fest Seiner Geburt.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1773 alignright\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Bethlehem_Stern_farbig-300x233.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Bethlehem_Stern_farbig-300x233.jpg 300w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Bethlehem_Stern_farbig-600x465.jpg 600w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Bethlehem_Stern_farbig-768x595.jpg 768w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Bethlehem_Stern_farbig-1024x794.jpg 1024w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Bethlehem_Stern_farbig-425x330.jpg 425w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Bethlehem_Stern_farbig.jpg 1749w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Der Vater Abt nahm den Ritter und f\u00fchrte ihn vor ein Bild der Muttergottes, die das neugeborene Jesuskind im Arme h\u00e4lt. \u201eHier siehst du ein Bild von unserem K\u00f6nig und unserer K\u00f6nigin. Er ist der allm\u00e4chtige Gott, der alles in Seinen H\u00e4nden h\u00e4lt, wahrhaft der Herr der Herren und der K\u00f6nig der K\u00f6nige. Ihm geh\u00f6rt das Weltall und alles, was darin ist, alles hat in Ihm Seinen Ursprung und Seinen Bestand. Und dennoch hat Er es nicht gescheut, aus einer Jungfrau geboren zu werden. In ei\u00adnem Stall, arm und elend, wollte Er zur Welt kommen. Und die Ihm dienen wollen, m\u00fcssen es ma\u00adchen wie Er. Nur solche nimmt Er zu Seinen Dienern an, die allem entsagen und ihr Kreuz auf sich nehmen. Und nun zeige ich dir den K\u00f6nig selbst. Doch erschrick nicht, denn siehe, Er hat sich hier noch kleiner gemacht. In einer Brotsgestalt weilt Er hier bei uns im Tabernakel.\u201c Mit diesen Worten f\u00fchrte ihn der Vater Abt in die Kirche und machte eine tiefe, ehrf\u00fcrchtige Kniebeuge. Der Ritter aber fiel vor dem Tabernakel nieder. Er hatte Ihn gefunden, Ihn, den er sein Leben lang gesucht hat\u00adte, den Herrn der Herren, den K\u00f6nig der K\u00f6nige, und Er hauste nicht in einem Schloss, nicht in \u00e4u\u00ad\u00dferem Prunk und Reichtum, sondern in einfacher Brotsgestalt im Tabernakel.<\/p>\n<p>Der Abt aber ergriff einen braunen Mantel und warf ihn um unseren mutigen Ritter Adalbert. \u201eVon nun an\u201c, fl\u00fcsterte er, \u201esollst auch du ganz Sein Diener sein, Bruder Adalbert!\u201c Er gab ihm den Bruderkuss und f\u00fchrte ihn in den Chor der M\u00f6nche, die eben begannen, die Mette zum heiligen Christ\u00adfest zu singen. Wie gl\u00fccklich war unser Ritter Adalbert, wie gl\u00fccklich! Er war am Ziel all seines Sehnens. W\u00e4hrend die herrlichen Melodien durch das Gew\u00f6lbe der Kirche drangen, liefen die Tr\u00e4\u00adnen \u00fcber seine Wangen, und er sch\u00e4mte sich dessen nicht, sondern weihte sie als treuer und tapferer Diener dem K\u00f6nig der K\u00f6nige und Herrn der Herren, den uns die Jungfrau in dieser Nacht im Stalle geschenkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Buch von Albert Maria Mandrella enth\u00e4lt 15 tiefsinnige Weihnachtsgeschichten und ist <a href=\"https:\/\/www.sarto.de\/product_info.php?info=p10474_Licht-leuchtet-heute-ueber-uns.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im Sarto Verlag erh\u00e4ltlich<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der freundlichen Genehmigung des Verlages Peter Hehenwarter d\u00fcrfen wir unseren Lesern als kleines Dankesch\u00f6n f\u00fcr ihre Treue und Unterst\u00fctzung im vergangenen Jahr eine Weihnachtsgeschichte aus dem Buch &#8220;Licht leuchtet heute \u00fcber uns&#8221; vorstellen. 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