{"id":21772,"date":"2019-10-20T20:55:11","date_gmt":"2019-10-20T18:55:11","guid":{"rendered":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/?p=21772"},"modified":"2019-10-20T20:55:11","modified_gmt":"2019-10-20T18:55:11","slug":"pater-direktors-brief-nr-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/pater-direktors-brief-nr-14\/","title":{"rendered":"Pater Direktors Brief Nr. 14"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Ritter der Immaculata!<\/p>\n<p>Nach einem l\u00e4ngeren Unterbruch freut es mich, zum Jahrestag der Gr\u00fcndung der MI wieder ein paar Worte an Sie richten zu k\u00f6nnen. Heute vor 102 Jahren gr\u00fcndete der hl. Maximilian Kolbe die MI, weil er im geistigen Kampf, der sich vor seinen Augen abspielte, allein auf die Immaculata vertrauen wollte, auf die Siegerin in allen Schlachten Gottes. Seither hat sich dieser Kampf um die Seelen in Kirche und Welt immer mehr zugespitzt. Der Teufel scheint alle Kr\u00e4fte zu mobilisieren, da ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, und es sieht nach einer \u00fcberw\u00e4ltigenden \u00dcbermacht des Feindes aus.<\/p>\n<p>Die Erfahrung, welche die Kirche \u00fcber all die Jahrhunderte machte, best\u00e4tigte sich jedoch auch in den letzten hundert Jahren: Je gr\u00f6\u00dfer die Not der Christenheit, desto n\u00e4her ist die Himmelsmutter bei ihren Kinder auf Erden, um sie im Kampf anzuleiten, zu ermutigen und ihnen die richtigen Mittel zu geben. So gab es in den letzten 200 Jahren so viele anerkannte Marienerscheinungen wie noch nie zuvor, wobei eine Gemeinsamkeit auff\u00e4llt: Die Himmelsmutter weckt ihre schlafenden Kinder, warnt sie vor dem Ernst der Lage und gibt ihnen zusammen mit der Andacht zu ihrem Unbefleckten Herzen den Rosenkranz als das \u201eletzte Heilmittel\u201c (Fatima), als die \u201eeinzige Waffe, die den Gl\u00e4ubigen in den angek\u00fcndigten Zeiten der Tr\u00fcbsal noch bleiben wird\u201c (Akita).<\/p>\n<p>Der Rosenkranz ist nicht irgendein menschliches Gebet, sondern im Plan der g\u00f6ttlichen Vorsehung DIE Waffe des Himmels, welche die Gottesmutter dem hl. Dominikus anvertraute. Der Teufel versuchte durch alle Jahrhunderte den Glauben an den himmlischen Ursprung dieses Gebetes zu untergraben, alle Spuren zu verwischen. Der Rosenkranz soll nur als ein rein menschliches Gebet einiger \u201eBetschwestern\u201c angesehen werden. Die Wahrheit \u00fcber den himmlischen Ursprung wurde jedoch nicht nur von den P\u00e4psten immer wieder betont, auch der Himmel offenbarte es verschiedenen Heiligen und \u201ebrannte\u201c die Wahrheit sogar f\u00fcr alle Zeiten in den Stein. In Las Lajas, Kolumbien, erschien die Gottesmutter 1754 und hinterlie\u00df ein lebensgro\u00dfes Bild auf einem Felsen, welches zeigt, wie sie dem hl. Dominikus den Rosenkranz \u00fcbergibt.<\/p>\n<p>Diese Waffe hat sich in der Geschichte der Christenheit immer wieder wunderbar bew\u00e4hrt, insbesondere in scheinbar aussichtslosen Situationen. Es ist die Waffe Davids, vergleichbar mit seiner Steinschleuder (Pius XII.). \u00c4hnlich wie bei der Steinschleuder braucht es Demut und Gottvertrauen, um zum Rosenkranz als Waffe zu greifen, insbesondere in schwierigen Situationen.<\/p>\n<p>Unser Patron, der heilige Maximilian, hat den Rosenkranz als das Schwert des Ritters bezeichnet. Die P\u00e4pste haben ihn oft die Waffe der Christenheit genannt. So etwa Papst Pius XI. in seiner Enzyklika <em>Ingravescentibus Malis<\/em>. Er nennt darin den Rosenkranz die m\u00e4chtigste Waffe der Kirche, die m\u00e4chtige Waffe zur Vertreibung teuflischer M\u00e4chte, zur Bewahrung eines heiligen Lebens, zur leichteren Erreichung der Tugend und schlie\u00dflich als friedenstiftendes Mittel unter den Menschen.<\/p>\n<p>Unz\u00e4hlige Gl\u00e4ubige, welche sich treu und eifrig an den Rosenkranz gehalten haben, haben selber erlebt, was uns in Fatima versprochen wurde: Dass dem Rosenkranz f\u00fcr diese letzten Zeiten eine neue Wirksamkeit gegeben wurde und es kein Problem gibt, das wir mit ihm nicht l\u00f6sen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Eine Waffe, die oft benutzt wird, kann jedoch stumpf werden und bedarf der Pflege: Sie muss frisch gesch\u00e4rft werden. Viele von uns haben sicherlich die gute Gewohnheit, den Rosenkranz zu beten. Jedoch hat sich vielleicht unmerklich eine gewisse Routine eingeschlichen. Man betet ihn, weil es sich so geh\u00f6rt, zu wenig bewusst, mit zu wenig Vertrauen.<\/p>\n<p>Vielleicht beten wir auch noch zu wenig eifrig: Wenn der heilige Ludwig und der hl. Maximilian vom Rosenkranz schreiben, meinen sie stets alle 15 Geheimnisse. Sonst schreiben sie von den f\u00fcnf Geheimnissen des Rosenkranzes, oder von einem dritten Teil des Rosenkranzes. Der hl. Ludwig ermutigt selbst die S\u00fcnder, den ganzen Rosenkranz zu beten. Wenn sich in einem Kampf die Reihen lichten, ist es f\u00fcr den Sieg absolut notwendig, dass die noch verbleibenden Kr\u00e4fte einen umso gr\u00f6\u00dferen Einsatz zeigen und den Wegfall so kompensieren. So sind wir aufgerufen, den Rosenkranz mit immer gr\u00f6\u00dferem Eifer und immer h\u00e4ufiger zu beten.<\/p>\n<p>Aber nicht nur die Waffe kann Schaden leiden, auch die K\u00e4mpfer k\u00f6nnen schwach werden oder gar vom Geist des Feindes angesteckt werden. Papst Pius XI. schreibt in der besagten Enzyklika weiter:<\/p>\n<p>\u201eMit dem marianischen Rosenkranz werden wir nicht nur die Gotteshasser und Feinde der Religion niederwerfen, dieses Gebet wird uns auch zu einem Streben nach den Tugenden des Evangeliums anspornen und uns daf\u00fcr erw\u00e4rmen. Es wird besonders den katholischen Glauben st\u00e4rken; denn die Betrachtung der heiligen Geheimnisse erhebt den Geist zu den von Gott geoffenbarten Wahrheiten.<\/p>\n<p>Es braucht nicht eigens darauf hingewiesen werden, wie heilsam dies in unseren Tagen ist, wo man oft eine gewisse Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber den Dingen des Geistes und ein bedauerliches Gelangweiltsein bei der Verk\u00fcndigung der christlichen Lehre antrifft. Das Rosenkranzgebet wird sodann unsere Sehnsucht nach den unsterblichen G\u00fctern st\u00e4rken, und die Betrachtung der Herrlichkeit Christi und seiner Mutter im letzten Teil des Rosenkranzes wird uns den Himmel offen zeigen und uns so zur Erreichung des ewigen Vaterlandes anspornen.<\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend in den Herzen der Menschen eine entfesselte Sucht nach Dingen dieser Erde brennt, w\u00e4hrend sie t\u00e4glich gieriger nach den hinf\u00e4lligen Reicht\u00fcmern und verg\u00e4nglichen Vergn\u00fcgungen streben, werden die Beter des Rosenkranzes zu den himmlischen Sch\u00e4tzen hingezogen, an \u201adie kein Dieb sich wagt und die keine Motte verzehrt\u2018 und die best\u00e4ndig bleiben werden.<\/p>\n<p>Wie sehr ist doch heute die Liebe in vielen kalt geworden und erloschen! Sollten nicht alle diese doch wieder zur Gegenliebe entz\u00fcndet werden, wenn sie mitf\u00fchlend die Leiden und den Tod unseres Erl\u00f6sers und die Betr\u00fcbnis seiner schmerzhaften Mutter betrachten? Aus dieser Gottesliebe wird dann notwendig eine gr\u00f6\u00dfere Liebe zum N\u00e4chsten folgen; denn das Erw\u00e4gen dessen, was Christus der Herr an M\u00fchen und Schmerzen erdulden musste, um allen die verlorene Kindschaft Gottes wiederzugeben, muss der N\u00e4chstenliebe einen m\u00e4chtigen Auftrieb verleihen.\u201c<\/p>\n<p>Das kommende Jahr ist ein Jahr besonderer Jubil\u00e4en: Am 6. Mai wird die Militia Immaculatae der traditionellen Observanz den 20. Jahrestag ihrer Wiederbegr\u00fcndung nach den Originalstatuten unseres Gr\u00fcnders feiern d\u00fcrfen. Ende Oktober 2020 wird die katholische Tradition in Lourdes das 50-j\u00e4hrige Bestehen der Priesterbruderschaft St. Pius X. feiern. So m\u00f6chte ich f\u00fcr alle Ritter ein Jahr des Rosenkranzes vorschlagen. Vom heutigen Gr\u00fcndungstag der MI bis zur Jubil\u00e4umsfeier der Tradition in einem Jahr wollen wir das Rosenkranzgebet in der MI intensivieren.<\/p>\n<p>Insbesondere wollen wir in diesem Jahr den Rosenkranz<\/p>\n<ul>\n<li>h\u00e4ufiger beten: Soweit es sich mit den Standespflichten vereinbaren l\u00e4sst, wollen wir versuchen, h\u00e4ufiger den ganzen Rosenkranz (Psalter), also alle 15 Ges\u00e4tze zu beten. Wir k\u00f6nnen dies umsetzen, indem wir neben dem einen Rosenkranz, den wir wom\u00f6glich in der Gemeinschaft beten, untertags das eine oder andere Ges\u00e4tz beten. Wer noch nicht die gute Gewohnheit hat, t\u00e4glich den Rosenkranz zu beten, m\u00f6ge sich dies vornehmen.<\/li>\n<li>bewusster beten: indem wir immer eine besondere Intention mit dem Rosenkranz verkn\u00fcpfen (im Laufe des Jahres wird der Generalobere uns besondere Intentionen ans Herz legen). So gleichen wir Rittern, die ihr Schwert gezielt einsetzen. Bewusster beten bedeutet auch, dass wir die Geheimnisse wirklich betrachten.<\/li>\n<li>mit mehr Vertrauen beten: Denken wir an die vielen Manifestationen der Macht dieses Gebetes und an die vielen Versprechen Unserer Lieben Frau. Lesen wir etwas \u00fcber den Rosenkranz, um unsere \u00dcberzeugung zu st\u00e4rken, bitten wir um ein gro\u00dfes Vertrauen.<\/li>\n<li>als Ritter der Immaculata in unserem Umfeld verbreiten und f\u00f6rdern. Es gibt dazu gute Flyer, Brosch\u00fcren und Rosenkranzsets in diversen Sprachen, welche in den Sekretariaten der MI erh\u00e4ltlich sind.<\/li>\n<li>in den Rundbriefen und Zeitschriften der MI besonders thematisieren, um dieses Gebet in unseren Reihen zu vertiefen und zu einer neuen Bl\u00fcte zu f\u00fchren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es versteht sich von selbst, dass dies nur Anregungen sind, die an Ihre Gro\u00dfherzigkeit appellieren. Vergessen wir nicht: wir sind so heilig wie unsere Gewohnheiten! So m\u00f6ge es sich in diesem Jahr jeder Ritter zu Gewohnheit machen, stets einen Rosenkranz bei sich zu tragen und m\u00f6glichst oft w\u00e4hrend des Tages von seiner Waffe Gebrauch zu machen.<\/p>\n<p>Die K\u00f6nigin des heiligen Rosenkranzes m\u00f6ge uns f\u00fcr diese Vors\u00e4tze die n\u00f6tigen Gnaden schenken und Sie alle in diesem Gnadenjahr reich segnen!<\/p>\n<p>Mit meinem priesterlichen Segen<\/p>\n<p>Warschau, 16. Oktober 2019<\/p>\n<p>Ihr Pater Karl Stehlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Ritter der Immaculata! Nach einem l\u00e4ngeren Unterbruch freut es mich, zum Jahrestag der Gr\u00fcndung der MI wieder ein paar Worte an Sie richten zu k\u00f6nnen. Heute vor 102 Jahren gr\u00fcndete der hl. 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