{"id":36165,"date":"2021-03-21T22:50:06","date_gmt":"2021-03-21T21:50:06","guid":{"rendered":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/?p=36165"},"modified":"2021-05-19T11:35:17","modified_gmt":"2021-05-19T09:35:17","slug":"die-tugend-der-busse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/die-tugend-der-busse\/","title":{"rendered":"Die Tugend der Bu\u00dfe"},"content":{"rendered":"<p>Passend zur Passionszeit geben wir nachstehend den Artikel aus unserer letzten Ritter-Zeitschrift \u00fcber die Tugend der Bu\u00dfe wieder:<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn des \u00f6ffentlichen Wirkens Jesu ert\u00f6nt der Ruf des hl. Johannes des T\u00e4ufers: \u201eTut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich hat sich genaht.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Sowie am Eingang des Evangeliums, so ist die Bu\u00dfe auch das \u201eEingangstor zur Vollkommenheit\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Doch was ist Bu\u00dfe?<\/p>\n<figure id=\"attachment_36169\" aria-describedby=\"caption-attachment-36169\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-36169 \" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Johannes-der-Ta\u0308ufer-183x300.png\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"361\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Johannes-der-Ta\u0308ufer-183x300.png 183w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Johannes-der-Ta\u0308ufer-335x550.png 335w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Johannes-der-Ta\u0308ufer.png 438w\" sizes=\"(max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36169\" class=\"wp-caption-text\">Der hl. Johannes der T\u00e4ufer, der gro\u00dfe B\u00fc\u00dfer und Wegbereiter des Herrn<\/figcaption><\/figure>\n<h4>Kl\u00e4rung der Begriffe<\/h4>\n<p>Im Urtext von Matth\u00e4us 3,2 steht dazu der Begriff \u201eMetanoia\u201c, von <em>meta <\/em>= <em>um<\/em> und <em>noein<\/em> = <em>denken<\/em>, weshalb die neueren \u00dcbersetzungen den Begriff \u201eUmkehr\u201c verwenden. \u201eDie wahre Bu\u00dfe besteht n\u00e4mlich nicht in der \u00e4u\u00dfern Ablassung von den bisher begangenen S\u00fcnden, sondern in der Umwandlung des tiefsten Lebensgrundes, des <em>nous<\/em> [Geist]. Das ganze bisherige Sinnen und Trachten des Menschen muss ein anderes werden, sein Sinn und sein Herz d. i. sein Liebe muss sich umkehren und sich zur\u00fcckwenden zu Gott, von welchem er durch die S\u00fcnde sich abgewendet hat.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Der Begriff Bu\u00dfe (von <em>bass<\/em> = <em>besser<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><strong>[4]<\/strong><\/a><\/em>) beinhaltet nach Joel 2,12 die drei Komponenten Lebens\u00e4nderung, Reueschmerz und das Bestreben durch Bu\u00dfwerke zu s\u00fchnen. Denn es hei\u00dft dort: \u201eVon ganzem Herzen bekehret euch zu mir, mit Fasten, Weinen und Klagen.\u201c Die lateinischen Vulgata hat mehr den S\u00fchneaspekt betont und daher den Begriff <em>poenitentia<\/em> von <em>poena<\/em> = <em>Pein, Strafe, S\u00fchne<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><strong>[5]<\/strong><\/a><\/em>, verwendet, meint aber die anderen Aspekte mit. Der hl. Thomas v. Aquin definiert schlussendlich die Bu\u00dfe \u201eals Schmerz \u00fcber das Begangene mit der Absicht, die Folgen, n\u00e4mlich Beleidigung Gottes und Strafe, zu entfernen\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>.<\/p>\n<figure id=\"attachment_36177\" aria-describedby=\"caption-attachment-36177\" style=\"width: 236px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-36177 size-medium\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Franziskus-236x300.png\" alt=\"\" width=\"236\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Franziskus-236x300.png 236w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Franziskus-425x539.png 425w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Franziskus.png 588w\" sizes=\"(max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36177\" class=\"wp-caption-text\">\u201eDer Herr verlieh mir, Bruder Franziskus, also mit meiner Bu\u00dfe anzufangen\u201c (Testament des hl. Vaters Franziskus)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Noch ein Wort zum Begriff <em>S\u00fchne<\/em>: In der Literatur werden manchmal die Begriffe nicht einheitlich verwendet. Dies, weil dieselben teilweise in sich mehrdeutig sind oder in verschiedenen Gesichtspunkten Anwendung finden. So wird \u201eBu\u00dfe tun\u201c und \u201eS\u00fchne leisten\u201c verschiedentlich synonym gebraucht. Allgemein kann man aber sagen, dass im Begriff \u201eBu\u00dfe\u201c die Reue und Umkehr enthalten ist, der Begriff \u201eS\u00fchne\u201c, der in der \u201eBu\u00dfe\u201c enthalten ist, nur die Wiedergutmachung bedeutet. Wir k\u00f6nnen f\u00fcr andere wohl b\u00fc\u00dfen, aber nicht bereuen, geschweige denn umkehren. \u201eBu\u00dfe f\u00fcr andere\u201c meint also nur den Aspekt der S\u00fchne.<\/p>\n<h4>Eine Frage der Gerechtigkeit<\/h4>\n<p>Die S\u00fcnde ist ein Vergehen gegen die Gerechtigkeit, da sie Gottes Ordnung und Ehre, die Liebe verletzt. Sie ist eine Beleidigung des Sch\u00f6pfers und Erl\u00f6sers. Dies erfordert Genugtuung, Wiederherstellung der Gerechtigkeit und Ordnung. Bu\u00dfe ist die ad\u00e4quate Antwort darauf. Da, wie uns die Schrift belehrt, selbst der Gerechte sieben Mal am Tag f\u00e4llt<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>, und wir grunds\u00e4tzlich immer dem Ideal hinterherlaufen, sollte unsere Bu\u00dfe zu einer Gesinnung d. h. inneren Haltung werden.<\/p>\n<h4>Grundvoraussetzungen<\/h4>\n<p>\u201eWer hat euch beigebracht, ihr k\u00f6nnt dem kommenden Zorngericht entgehen?\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> So rief der T\u00e4ufer den Pharis\u00e4ern und Sadduz\u00e4ern zu. Grundvoraussetzung ist erstens die Selbsterkenntnis. Man kann die Notwendigkeit und den Nutzen der Bu\u00dfe nur erfassen, wenn man eine entsprechend klare Vorstellung von der eigenen S\u00fcndhaftigkeit und der daraus resultierenden Schuld Gott gegen\u00fcber hat. Nicht von ungef\u00e4hr stellen die Ignatianischen Exerzitien die Besch\u00e4mung \u00fcber die S\u00fcnden an den Eingang der \u00dcbungen und jede hl. Messe beginnt mit dem Schuldbekenntnis.<\/p>\n<p>Aus dieser Selbsterkenntnis flie\u00dft zweitens dann die Reue, die darin besteht, Schmerz dar\u00fcber zu empfinden, dass man Gott beleidigt hat, mit dem festen Willen, dies nicht mehr zu tun und Genugtuung zu leisten. Es scheint nun paradox zu sein, dass gerade bei den Heiligen, bei denen man am wenigsten S\u00fcnden vermutet, die Reue und die daraus folgende Bu\u00dfe viel st\u00e4rker und umfassender ist. Dies liegt an ihrer gr\u00f6\u00dferen Gotteserkenntnis und Liebe. Nicht nur geht ihnen die S\u00fcnde mehr zu Herzen, sondern sie haben auch eine viel tiefere Einsicht \u00fcber ihre eigene Schuldhaftigkeit und die Gr\u00f6\u00dfe der einzelnen Verfehlungen. Daher leisten sie f\u00fcr l\u00e4ssliche S\u00fcnden und Unvollkommenheiten weit strengere S\u00fchne als ein mittelm\u00e4\u00dfiger Christ f\u00fcr seine schweren Vergehen.<\/p>\n<p>Drittens das Aus\u00fcben von Bu\u00dfwerken. Hier unterscheidet man <em>passive\/aktive<\/em> und <em>innere\/\u00e4u\u00dfere<\/em> Werke. Grunds\u00e4tzlich kann man jeden Akt, der aus Liebe zu Gott get\u00e4tigt wird, durch die Gesinnung, zu einem Werk der Bu\u00dfe machen, ja jeder solche Akt hat in sich schon eine gewisse schuldentilgende Wirkung. So s\u00fchnt ein innerer Akt der Liebe zu Gott schon viele Unvollkommenheiten.<\/p>\n<p>Eine Unterscheidung, die noch zu machen ist, ist jene zwischen Bu\u00dfwerk und Abt\u00f6tung. Wenn man z. B. fastet: Ist das jetzt ein Werk der Bu\u00dfe oder der Abt\u00f6tung? Nun, das h\u00e4ngt wesentlich von der Absicht ab. Man kann es aus diesem oder jenem Grund tun. Wobei nat\u00fcrlich die beiden Aspekte nicht so starr zu trennen sind, da die Abt\u00f6tung s\u00fchnende Wirkung hat und die Bu\u00dfe der Abt\u00f6tung hilft. Es ist also irgendwie immer beides, aber die Gewichtung gibt den Ausschlag.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Je weiter man in der Vollkommenheit fortschreitet, desto einfacher wird auch das Innenleben. Die vielen Absichten vereinen sich in der Hauptausrichtung der Liebe und des Willens Gottes, was aber einzelne Nebenabsichten, als Ausfluss der Hauptabsicht, nicht ausschlie\u00dft.<\/p>\n<figure id=\"attachment_36185\" aria-describedby=\"caption-attachment-36185\" style=\"width: 301px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-36185\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Maria-Magdalena-236x300.png\" alt=\"\" width=\"301\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Maria-Magdalena-236x300.png 236w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Maria-Magdalena-425x540.png 425w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Maria-Magdalena.png 568w\" sizes=\"(max-width: 301px) 100vw, 301px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36185\" class=\"wp-caption-text\">Die hl. Maria Magdalena, die der Legende nach in S\u00fcdfrankreich einige Jahre als B\u00fc\u00dferin in einer H\u00f6hle lebte<\/figcaption><\/figure>\n<h4>Umsetzung<\/h4>\n<p>Wir haben oben von <em>passiver<\/em> und <em>aktiver<\/em> Bu\u00dfe gesprochen. <em>Passiv<\/em> ist die Bu\u00dfe dann, wenn man widrige Umst\u00e4nde und Ereignisse, welche nicht von einem selbst abh\u00e4ngen, im Sinne der Bu\u00dfe willig annimmt und aufopfert. Denn durch die S\u00fcndhaftigkeit hat man es nicht besser verdient. Diese Grundhaltung bildet das Tor, um beim oben erw\u00e4hnten Bild zu bleiben, zum neuen Jahr, das wir dann im eindr\u00fccklichen <em>Rorate<\/em> besingen:<\/p>\n<p>Wir haben ges\u00fcndigt und sind unrein geworden<br \/>\nund sind gefallen wie ein Blatt,<br \/>\nund unsere Missetaten haben uns wie der Wind fortgetragen.<br \/>\ndu hast dein Antlitz verborgen vor uns<br \/>\nund uns zerschmettert durch die Wucht unserer Schuld.<\/p>\n<p><em>Aktiv<\/em> meint die freiwillige Ausf\u00fchrung von S\u00fchneleistungen, indem man z. B. einmalig oder eine Zeit lang (die gro\u00dfen B\u00fc\u00dfer haben es teilweise f\u00fcr immer getan) auf Angenehmes verzichtet (keinen Zucker in den Tee, keinen Kaffee, S\u00fc\u00dfgetr\u00e4nke oder Alkohol trinken, Dessert oder Fleisch weglassen, Nahrung nicht w\u00fcrzen, Fasten bei Wasser und Brot, Unterhaltungsmedienverzicht, Heizung nicht so hoch oder gar nicht einschalten usw.). Nebst dem Verzicht kann man sich auch Dinge auferlegen wie fr\u00fcheres Aufstehen, Werke der N\u00e4chstenliebe, wo es angebracht ist zu schweigen statt zu reden, Besuch von hl. Messe und S\u00fchneandachten, knien statt sitzen beim Beten auch wenn man m\u00fcde ist; und nicht zu vergessen, das Bu\u00dfwerk par Exellence \u2013 die \u00f6ftere hl. Beichte. Zimmermann rechnet u. a. noch zu den gew\u00f6hnlichen<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Bu\u00dfwerken die ma\u00dfvolle Gei\u00dfelung, welche auch der hl. Franz v. Sales und viele andere Heilige empfehlen oder das Tragen eines Ciliziums (Bu\u00dfg\u00fcrtel).<\/p>\n<p>Bis hierher haben wir von den <em>\u00e4u\u00dferen<\/em> Werken gesprochen. <em>Innere<\/em> Werke sind z. B.\u00a0 bewusst wohlwollende Gedanken hegen gegen\u00fcber unsympathischen oder feindlich gesinnten Personen oder speziell f\u00fcr sie beten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_36201\" aria-describedby=\"caption-attachment-36201\" style=\"width: 242px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-36201 size-medium\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Basilius-der-Grosse-242x300.png\" alt=\"\" width=\"242\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Basilius-der-Grosse-242x300.png 242w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Basilius-der-Grosse-425x528.png 425w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Basilius-der-Grosse.png 430w\" sizes=\"(max-width: 242px) 100vw, 242px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36201\" class=\"wp-caption-text\">Hl. Basilius der Gro\u00dfe<\/figcaption><\/figure>\n<h4>Nachahmung der Heiligen<\/h4>\n<p>Die Liebe ist erfinderisch und jeder kann und soll f\u00fcr sich, in seiner Situation und seinen Verh\u00e4ltnissen herausfinden, was er tun kann. Hier stellt sich die Frage, ob und inwiefern die Nachahmung der Bu\u00dfwerke der Heiligen angebracht ist. \u201eDie k\u00f6rperliche Bu\u00dfe ist, wie andere aktive Bu\u00dfen, nicht blo\u00df lobenswert, sondern sie gilt, wo sie m\u00f6glich ist, auch als notwendig.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Wenn die hl. Kirche uns die Heiligen als Vorbild vor Augen stellt, so tut sie das auch bez\u00fcglich ihres Bu\u00dfgeistes, wie wir es in den Texten der Liturgie entnehmen k\u00f6nnen. Daher gilt: \u201eEs ist allen Christen zu raten, dass sie die Bu\u00df\u00fcbungen der Heiligen nach M\u00f6glichkeit nachahmen &#8230;\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Aber, so wird vielleicht eingewendet, heute sind doch die Menschen nicht mehr so belastbar wegen des \u201eR\u00fcckgangs an physischer, insbesondere an Nervenkraft\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>. Nun, es war immer Grundsatz, dass die Nachahmung der Heiligen in den Bu\u00dfwerken und Abt\u00f6tungen \u201eder christlichen Klugheit entsprechen\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> muss. Der hl. Basilius sagte schon: \u201eDie Bu\u00dfe soll in der Weise ge\u00fcbt werden, wie sie den k\u00f6rperlichen Kr\u00e4ften entspricht.\u201c<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Der genannte Einwand besagt nur, dass man gegebenenfalls \u201edie Form \u00e4ndere\u201c<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a>. \u201eF\u00fcr verweichlichte und Gesundheitsskrupulanten sind diese Worte allerdings nicht geschrieben &#8230; sondern f\u00fcr jene die im Gegenteil zu \u00fcberm\u00e4\u00dfiger k\u00f6rperlicher Bu\u00dfstrenge hinneigen.\u201c<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Jeder muss f\u00fcr sich herausfinden, was ihm entspricht. Die Erfahrung ist da ein guter Lehrmeister. \u00dcbrigens wird sich der K\u00f6rper mit der Zeit auch an eine gewisse Strenge gew\u00f6hnen und die Gnade kann uns zu h\u00f6herem bef\u00e4higen. Gew\u00f6hnlich neigt der Mensch doch eher zum bequemeren Weg, vor allem in der heutigen verw\u00f6hnten Gesellschaft. Von daher sollte man nicht allzu \u00e4ngstlich sein. Ausschlaggebend ist auch die innere Anregung des Hl. Geistes und die Absprache mit dem Beichtvater. Gew\u00f6hnliche Bu\u00dfwerke unterliegen der Eigenverantwortung. Au\u00dfergew\u00f6hnliche Bu\u00dfwerke sollten vom Priester auf den Geistesursprung gepr\u00fcft werden, der dann auch die inneren (Fortschritt im inneren Leben, Gesundheit) und \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde (Berufspflichten, Umfeld) des P\u00f6nitenten in die Waagschale wirft.<\/p>\n<figure id=\"attachment_36193\" aria-describedby=\"caption-attachment-36193\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-36193 size-medium\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Paulus-von-Theben-300x208.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Paulus-von-Theben-300x208.png 300w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Paulus-von-Theben-420x290.png 420w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Paulus-von-Theben-425x294.png 425w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Paulus-von-Theben-600x415.png 600w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Paulus-von-Theben.png 737w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36193\" class=\"wp-caption-text\">Der hl. Paulus von Theben Geboren um 228 in \u00c4gypten ist er der erste namentlich bekannte Einsiedler und B\u00fc\u00dfer in dertheb\u00e4ischen W\u00fcste<\/figcaption><\/figure>\n<h4>Bu\u00dfe im Zeitgeschehen<\/h4>\n<p>Die Hl. Schrift kennt nicht nur die Privatbu\u00dfe des Einzelnen, sondern auch diejenige der Gemeinschaften. So ordnete der K\u00f6nig von Ninive die \u00f6ffentliche Bu\u00dfe f\u00fcr die ganze Stadt an, worauf sich Gott ihrer erbarmte<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a>. Die Geschichte lehrt, dass in fr\u00fcheren Zeiten bei Seuchen, Kriegen oder auch Profanierungen von Kultorten, der Klerus mit dem gl\u00e4ubigen Volk Bu\u00dfprozessionen und S\u00fchneandachten verrichtete. Dass dies heute z. B. in Zeiten von Corona, sofern es m\u00f6glich ist und von Ausnahmen abgesehen, praktisch kaum oder nicht stattfindet, ist umso bedenklicher. Auch hier gilt es den Bu\u00dfgeist neu zu entfachen, und es sollte f\u00fcr einen Katholiken in schweren Zeiten selbstverst\u00e4ndlich sein, nach M\u00f6glichkeit an solchen \u00f6ffentlichen Bu\u00dfveranstaltungen teilzunehmen. Dies umso mehr, als die Immaculata immer wieder zur Bu\u00dfe aufruft, wie zum Beispiel in Lourdes oder Fatima.<\/p>\n<p>Autor: Jakob Schweizer<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Ritter_1_2021_web.pdf\" class=\"broken_link\">Ritter-Zeitschrift Ausgabe 1\/2021, Seite 9ff<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mt 3,2 (deutsche \u00dcbersetzung n. d. Vulgata von Arndt).<br \/>\n<a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Otto Zimmermann, Lehrbuch der Aszetik, Freiburg i. Br. 1929, S. 122.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 August Bisping, Erkl\u00e4rung des Evangeliums nach Matth\u00e4us, M\u00fcnster 1864, S. 85f.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wetzer und Welte\u2019s Kirchenlexikon, Freiburg i. Br. 1883, 2. Bd., S. 1590, Stichwort \u201eBu\u00dfe\u201c.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hermann Menge, Langenscheidt Taschenw\u00f6rterbuch Latein, Berlin-M\u00fcnchen-Wien 2006, S. 401, Begriff \u201epoena\u201c.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Otto Zimmermann, S. 121.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Spr 24,16.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mt 3,7.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Max Huber, Die Nachahmung der Heiligen, Freiburg i. Br. 1912, Bd. 2, S. 160.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 S. 129.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Otto Zimmermann, S. 130.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Max Huber, S. 162.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Otto Zimmermann, S. 131<br \/>\n<a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Max Huber, S. 184.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ebd., S. 185.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Otto Zimmermann, ebd.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Max Huber, ebd., S. 188.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Siehe das Buch Jona.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Passend zur Passionszeit geben wir nachstehend den Artikel aus unserer letzten Ritter-Zeitschrift \u00fcber die Tugend der Bu\u00dfe wieder:\u00a0 Zu Beginn des \u00f6ffentlichen Wirkens Jesu ert\u00f6nt der Ruf des hl. Johannes des T\u00e4ufers: \u201eTut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich hat sich genaht.\u201c[1] Sowie am Eingang des Evangeliums, so ist die Bu\u00dfe auch<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/die-tugend-der-busse\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":217,"featured_media":36213,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36165"}],"collection":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/217"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36165"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36165\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37566,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36165\/revisions\/37566"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36213"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36165"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36165"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36165"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}