{"id":73197,"date":"2022-07-30T14:06:14","date_gmt":"2022-07-30T12:06:14","guid":{"rendered":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/?p=73197"},"modified":"2022-07-31T15:42:33","modified_gmt":"2022-07-31T13:42:33","slug":"was-ist-das-innere-gebet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/was-ist-das-innere-gebet\/","title":{"rendered":"Was ist das innere Gebet?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/zitat_2022_kw31-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-73607\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/zitat_2022_kw31-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/zitat_2022_kw31-scaled.jpg 2560w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/zitat_2022_kw31-300x157.jpg 300w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/zitat_2022_kw31-1024x538.jpg 1024w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/zitat_2022_kw31-768x403.jpg 768w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/zitat_2022_kw31-1536x806.jpg 1536w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/zitat_2022_kw31-2048x1075.jpg 2048w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/zitat_2022_kw31-425x223.jpg 425w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/zitat_2022_kw31-600x315.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Nachstehender Text stammt von Pater Raymond O. P. und wurde in der Ritter-Zeitschrift Nr. 2 \/ 2018 erstmalig publiziert. Diese und weitere Ausgaben der Ritter-Zeitschrift finden Sie hier: <\/em><a href=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/mi-zeitschrift\/\"><em>MI-Zeitschrift<\/em><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_73214\" aria-describedby=\"caption-attachment-73214\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-73214 size-medium\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Theresia-von-Avila-300x295.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Theresia-von-Avila-300x295.png 300w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Theresia-von-Avila-32x32.png 32w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Theresia-von-Avila-425x418.png 425w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Theresia-von-Avila.png 459w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-73214\" class=\"wp-caption-text\">hl. Teresia von Jesus (von Avila)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was ist eigentlich das innere Gebet? Ist das eine Betrachtung? Oder die stille Verrichtung einiger Gebete? Wenden wir uns an eine sch\u00f6ne und klassische Begriffsbestimmung, die f\u00fcr alle Formen des inneren Gebets gilt:<\/p>\n<p>\u201eMeiner Meinung nach ist inneres Beten nichts anderes als Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, dass er uns liebt.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a><\/p>\n<h3>\u201eVerweilen bei einem Freund\u2026\u201c<\/h3>\n<p>Gott hat uns aus Liebe erschaffen und erl\u00f6st; er hat uns zu einer sehr engen Vereinigung mit ihm vorherbestimmt. \u201eMit ewiger Liebe liebe ich dich\u201c, sagt der Herr (Jer. 31, 3). Er wohnt \u2013 wenn wir im Stand der Gnade sind \u2013 in unserer Seele mit einer \u00fcbernat\u00fcrlichen, pers\u00f6nlichen Gegenwart, in einer fortdauernden liebenden T\u00e4tigkeit. Er ist ein Feuer, das st\u00e4ndig seine W\u00e4rme ausbreitet, eine Sonne, die ihr Licht ausgie\u00dft, ein immer sprudelnder Brunnen.<\/p>\n<p>Das innere Gebet ist die bevorzugte Gelegenheit, bei welcher wir dieser Liebe, die Gott ist, begegnen. Durch die heiligmachende Gnade werden wir zur Gotteskindschaft erhoben und k\u00f6nnen dieser Liebe entsprechend antworten. Sie bef\u00e4higt uns zur Vereinigung, zum Austausch, zur wechselseitigen Durchdringung mit Gott, kurz: zur Freundschaft mit ihm.<\/p>\n<p>Inneres Gebet hei\u00dft also, bei Jesus in unserem eigenen Inneren zu verweilen, indem wir uns innerlich sammeln, still werden, vom guten Willen und dem Wunsch beseelt sind, ihm Freude zu bereiten. Inneres Gebet hei\u00dft, uns so oft wie m\u00f6glich mit Jesus zu unterhalten, mit ihm \u00fcber alles zu sprechen: \u00fcber uns, unser Elend, aber vor allem \u00fcber ihn. Inneres Gebet hei\u00dft, ihn anzubeten, ihn zu bewundern, ihm zu danken, ihn zu lieben. Inneres Gebet hei\u00dft auch, ihm zuh\u00f6ren zu k\u00f6nnen, ihn sprechen zu lassen, ihn handeln zu lassen. Stellen wir unsere Seele zur Verf\u00fcgung wie die Leinwand eines Malers, die Jesus selbst bemalen will.<\/p>\n<p>Die Formen dieses \u201eVerweilens\u201c variieren je nach Umst\u00e4nden, Temperament, Alter und Stufe des inneren Lebens. Ein Kind wird seine \u00fcbernat\u00fcrliche Liebe zu Jesus in einem Kuss zum Ausdruck bringen, in einem auf den Tabernakel gerichteten L\u00e4cheln, in einem traurigen Blick vor dem Kruzifix. Ein Jugendlicher geht in seiner Liebe zu Jesus schon weiter, indem er Ausdr\u00fccke und Bilder ben\u00fctzt, die seine Vorstellung und Sinne beeindrucken, bis sein weiter entwickelter Verstand es ihm erlaubt, solide Gedanken zu benutzen, um ein intellektuelleres und nahrhafteres inneres Gebet zu halten. Diese Liebe wird traurig oder froh, schweigsam oder offenherzig, eine Besinnung oder ein einfacher Blick, ein von Herzen kommendes Gebet oder schmerzhafte Ohnmacht usw. sein.<\/p>\n<p>Aber durch alle Wechself\u00e4lle hindurch bleibt immer ein und dieselbe wesentliche T\u00e4tigkeit bestehen: <strong>sich mit Gott aus Liebe zu vereinigen<\/strong>. Die heilige Teresa sagt, dass das Gebet <em>\u201enichts anderes\u201c<\/em> als ein Verweilen sei. So gen\u00fcgt das Wirken der \u00fcbernat\u00fcrlichen Liebe und bildet das Wesentliche des geistigen Gebets: Der Rest ist nebens\u00e4chlich, ist <em>nur ein Mittel<\/em>.<\/p>\n<h3>Ein \u201e\u2026Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen\u2026\u201c<\/h3>\n<p>Wenn die Seele treu zum inneren Gebet ist, geschieht es nach und nach, dass sie sich <em>sehr oft<\/em> im Laufe des Tages zu Jesus wendet. Es wird ein <em>Leben<\/em> mit einem bevorzugten Freund. Der Kontakt mit Gott stellt sich im Seelengrund ein, in den Tiefenbereichen, wo Gott wohnt und wo sich die vom Heiligen Geist in uns eingegossene Liebe befindet. Wenn die Liebe m\u00e4chtig ist, wird der Austausch h\u00e4ufig und vertraut zugleich. Dieses Gebet verwirklicht sich in der Einsamkeit der Seele: Das innere Gebet ist ein pers\u00f6nliches, stilles Gebet. Es ist kein liturgisches oder \u00f6ffentliches Gebet, es muss pers\u00f6nlich sein.<\/p>\n<p>\u201eWenn du aber betest, so geh in deine Kammer, schlie\u00df die T\u00fcre zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird es dir vergelten (Mt\u00a06,\u00a06).\u201c<\/p>\n<h3>\u201e\u2026weil wir sicher wissen, dass er uns liebt.\u201c<\/h3>\n<p>Es handelt sich also um einen Akt des Glaubens, dem die Liebe folgt. Wohlverstanden, es geht hier um eine <em>\u00fcbernat\u00fcrliche<\/em> Liebe, einen <em>\u00fcbernat\u00fcrlichen<\/em> Akt. Wir sehen die Menschen, die wir gern haben: Familienmitglieder, Freunde\u2026 Wir sch\u00e4tzen ihre Vorz\u00fcge; wir versp\u00fcren ihre Zuneigung zu uns und die unsrige zu ihnen. Diese Liebe, selbst wenn sie ganz rein ist, entwickelt sich auf <em>nat\u00fcrlicher<\/em> Ebene und bewegt unsere <em>nat\u00fcrlichen<\/em> seelischen Verm\u00f6genskr\u00e4fte. Beim inneren Gebet hingegen sehen wir Gott nicht. Er ist reiner Geist, unendliches Sein, unfassbar f\u00fcr unsere menschlichen und nat\u00fcrlichen seelischen Verm\u00f6genskr\u00e4fte. Die Liebe, die uns mit ihm vereinigt, ist von derselben Natur wie Gott und dadurch von unseren <em>nat\u00fcrlichen<\/em> Verm\u00f6genskr\u00e4ften weit entfernt. Der Liebesaustausch begr\u00fcndet sich also im Dunkel des <em>Glaubens<\/em>. Es geht demnach nicht darum zu versuchen, Gott im inneren Gebet zu <em>f\u00fchlen. <\/em>Die Kontaktaufnahme mit Gott ist an sich nicht sp\u00fcrbar. Wenn der Kontakt entsteht, l\u00e4sst er nicht unbedingt ein Licht oder eine Erfahrung zur\u00fcck. Das bedeutet deshalb noch lange nicht, kein inneres Gebet gehalten zu haben oder dass es missgl\u00fcckt ist.<\/p>\n<p>Es ist sicher, dass die Liebe Gottes uns <em>immer<\/em> bereichert. Genauso wie man seine Hand nicht in Wasser tauchen kann, ohne sie zu benetzen, oder sie nicht in eine Flamme halten kann, ohne sich zu verbrennen, so kann man nicht im Glauben mit Gott Kontakt aufnehmen, ohne aus seinem unendlichen Reichtum zu sch\u00f6pfen.<\/p>\n<h2>Methode des inneren Gebets<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-73198 alignleft\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Heiliger-Geist-Petersdom-300x224.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Heiliger-Geist-Petersdom-300x224.png 300w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Heiliger-Geist-Petersdom-425x317.png 425w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Heiliger-Geist-Petersdom.png 458w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Muss man eine Methode des inneren Gebets befolgen? Das innere Gebet ist kein christliches Yoga! Es ist keine Frucht einer Technik, eines pers\u00f6nlichen Fortschritts durch geistige Konzentration. Es ist eine Gnade Gottes, ein Geschenk Gottes, das wir anzunehmen haben. <em>Alle<\/em> sind also imstande zum tiefen stillen Gebet, sofern man der Gnade treu entspricht. Es ist wohl eine Kunst, es zu lernen, aber es soll nicht k\u00fcnstlich sein! Die Methoden k\u00f6nnen jedoch vor allem zu Beginn des geistlichen Lebens n\u00fctzlich sein. Aber Vorsicht! Man darf das innere Gebet, so wie die heilige Teresa von Avila es formuliert, nicht mit einer Methode verwechseln. Eine Methode ist nur unter der Bedingung von Nutzen, dass man die zahlreichen und in einer gewissen Ordnung stehenden Akte, die sie vorschreibt, aufzugeben wei\u00df, sobald man das Ziel, d.h. die Vertrautheit mit Gott, erreicht hat.<\/p>\n<p>Die Methoden wollen das Feuer der Liebe entz\u00fcnden und es dann unterhalten. Um ein Feuer zu entz\u00fcnden, braucht man Reisig und keine gro\u00dfen Scheite, sonst erstickt das Feuer. Ebenso beginnt man auch behutsam mit dem inneren Gebet. Man darf nicht zu lange warten, um Holz nachzulegen, denn sonst geht das Feuer aus. Wenn also der Liebesaustausch anf\u00e4ngt, darf man nicht rein passiv oder vielmehr leer bleiben. Selbst in dem Fall, wo die Hauptinitiative von Gott ausgeht, macht die Seele von ihrer Erkenntnis und ihrer Liebe Gebrauch: Sie schl\u00e4ft nicht. Im Laufe der Betrachtung, wenn man sp\u00fcrt, dass die liebende Zuneigung nachl\u00e4sst, legt man mit einer neuen Erw\u00e4gung ein neues Scheit auf.<\/p>\n<p>Es ist nicht zu vergessen: Man kann nur lieben, was man kennt, was man erfasst. Ein lebendiger Glaube ist n\u00f6tig, um die Liebe zu n\u00e4hren. Eine regelm\u00e4\u00dfige Bereicherung des Glaubensschatzes durch das Studium der Kirchenlehre, durch die Schriftlesung, durch die geistliche Lekt\u00fcre, erm\u00f6glicht indirekt das Wachstum der Liebe.<\/p>\n<h2><strong>Ratschl\u00e4ge<\/strong><\/h2>\n<p>Das innere Gebet ist eine erlesene Kunst, die es zu lernen gilt. Hier einige erg\u00e4nzende Ratschl\u00e4ge.<\/p>\n<h3>Die innere Sammlung<\/h3>\n<p>Es ist ratsam, es zu Tagesbeginn zu halten, bevor der Geist mit irdischen Dingen besch\u00e4ftigt ist. Es ist auch gut, regelm\u00e4\u00dfig die gleiche Tageszeit dem stillen Gebet zu widmen. Es muss zur Gewohnheit werden. Nach einer Zeit wird die Seele sich spontan zu der bestimmten Zeit zu Gott erheben. Es wird ein Bed\u00fcrfnis.<\/p>\n<p>Hoffen wir nicht, beim inneren Gebet innerlich gesammelt zu sein, wenn wir uns nicht darum bem\u00fchen, es den ganzen Tag \u00fcber zu sein. Das ist eine Frage der Entschiedenheit: Man kann Gott immer finden <em>\u201ein der Stille eines Herzens, das nur f\u00fcr ihn da sein will\u201c<\/em>, wie die hl. Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit an eine Familienmutter schrieb. Und im Gegenteil, wenn man bei den verschiedensten Besch\u00e4ftigungen in keiner Weise an unseren Herrn oder Unsere Liebe Frau denkt, wird man kein gutes inneres Gebet halten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber innere Sammlung meint nicht <em>Konzentration<\/em>! Gott wirkt wie ein K\u00fcnstler, der sich bem\u00fcht, die Zuschauer in den Bann zu schlagen. Der Zuschauer braucht sich nicht zu konzentrieren, um aufmerksam der Vorstellung zu folgen, wenn er sich fesseln l\u00e4sst. Der heilige Johannes vom Kreuz sagt, dass \u201edie Seele nicht inneres Gebet h\u00e4lt, um sich zu erm\u00fcden, sondern um sich zu entspannen\u201c. Man muss in das innere Gebet gehen, ohne in diesem Augenblick etwas anderes machen zu wollen.<\/p>\n<h3><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-73287 alignleft\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Prayer-300x190.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Prayer-300x190.png 300w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Prayer-768x485.png 768w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Prayer-425x269.png 425w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Prayer-600x379.png 600w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Prayer.png 913w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>D\u00fcrren und Zerstreuungen<\/h3>\n<p>Was ist angesichts der Trockenheit und Ablenkungen zu tun? Das ist eine gel\u00e4ufige Schwierigkeit, vor allem bei Anf\u00e4ngern, weil insbesondere sie ein wenig zu viel nach Tr\u00f6stungen beim inneren Gebet suchen.<\/p>\n<p>Seien wir uns zuallererst im Klaren dar\u00fcber, dass das innere Gebet nicht f\u00fcr uns ist, sondern<em> f\u00fcr Gott<\/em>, um unserem Herrn Freude zu bereiten. Wenn man sich leer f\u00fchlt, muss man ganz einfach dem inneren Gebet treu bleiben und Gott seinen Leib und seine Seele widmen. Das ist keine gehaltlose Gabe! Wir bringen ihm unsere Kraft, unsere Seelenkr\u00e4fte und alles dar, was auf eine Weise h\u00e4tte ben\u00fctzt werden k\u00f6nnen, die uns n\u00fctzlicher, f\u00fcr unser menschliches Ich sinnvoller erschienen w\u00e4re. Damit setzen wir einen Akt der Demut und der Ehrbekundung an die Transzendenz Gottes. Wir erkennen, dass Gott frei im Geben ist, dass wir unw\u00fcrdig sind, seine Gaben zu empfangen. Stellen wir uns vor Gott wie Bettler.<\/p>\n<p>Man kann sich ein Buch zur Hilfe nehmen, unter der Voraussetzung, dass wir das innere Gebet nicht schlicht und einfach in eine Lekt\u00fcre umformen.<\/p>\n<p>Die Trockenheit, die wir empfinden, hindert Gott absolut nicht, uns Gutes zu tun, uns seine Gnaden zu gew\u00e4hren. Die hl. Teresa von Avila hat die gr\u00f6\u00dften Gunsterweise empfangen, als sie die Tr\u00f6stungen der Betrachtung am wenigsten sp\u00fcrte.<\/p>\n<h3>Treue und Beharrlichkeit<\/h3>\n<p>Das innere Gebet bedarf der Treue und Beharrlichkeit. Das ist der erste Kampf. Wir m\u00fcssen siegen, koste es, was es wolle! Das ist vielleicht das schwierigste. Der Teufel versucht uns zu entmutigen. Wir empfinden manchmal Trockenheit oder Abscheu. Die hl. Teresa von Avila r\u00e4t:<\/p>\n<p>Diejenigen, die von diesem Wasser des Lebens trinken wollen und den Weg gehen m\u00f6chten, bis sie zur Quelle selbst vorsto\u00dfen: Wie sollen die also beginnen? Dazu sage ich, dass viel, ja alles an einer gro\u00dfen und ganz entschiedenen Entschlossenheit gelegen ist, um nicht aufzuh\u00f6ren, bis man zur Quelle vorst\u00f6\u00dft, komme, was da kommen mag, passiere, was passieren mag, sei die M\u00fche so gro\u00df, wie sie sein mag.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><strong>[2]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Ein guter Kirchg\u00e4nger findet den inneren Frieden nicht, empfindet immer exzessive Beunruhigung, handelt immer menschlich, wenn er das innere Gebet nicht praktiziert.<\/p>\n<p>Wenn er hingegen darin nicht nachl\u00e4sst, wird er die Burg betreten, wird er ein neues Leben entdecken: den Anfang des Himmelsleben.<\/p>\n<h3>Im Notfall<\/h3>\n<p>Es kann schlie\u00dflich geschehen, dass man einen Tag unf\u00e4hig ist, die gew\u00f6hnliche Weise des inneren Gebets zu \u00fcben. Man ist sehr m\u00fcde oder beunruhigt\u2026 In diesem Fall darf man einfach versuchen, Gott in der Sch\u00f6nheit der Natur zu finden; oder ein sch\u00f6nes Gebet langsam zu meditieren, zu wiederholen, z.B. das Vaterunser; oder man kann ein sch\u00f6nes Bild von Jesus oder Maria anschauen und verehren. Das Ziel ist immer gleich: zur Liebe, zum Vertrauen, zur Anbetung zu gelangen.<\/p>\n<p>Wenn eine Sorge uns verfolgt, nehmen wir einfach dieses Problem als Thema: Sprechen wir dar\u00fcber mit Gott und Maria. Das wird ein echtes Gespr\u00e4ch mit Demut, Hoffnung, Vertrauen, Liebe sein, und wir finden eine Erholung.<\/p>\n<h3>Gott erfreuen<\/h3>\n<p>Vor allem muss das innere Gebet ein Trost und eine Verehrung Gottes und Mariens sein. Dies ist der erste Zweck.<\/p>\n<p>Ich ermuntere euch, <em>sagt der heilige Johannes Eudes<\/em>, soweit es mir m\u00f6glich ist, und beschw\u00f6re euch im Namen Gottes, unseren lieben Herrn Jesus nicht seines Gl\u00fcckes zu berauben. Er neigt sich ja zu uns herab, um mithilfe des heiligen inneren Gebets seine Freude daran zu haben, bei uns zu sein und mit uns zu sprechen. Dr\u00fccken wir ihm vielmehr aus, wie wahr es ist, was der Heilige Geist sagte, n\u00e4mlich dass \u201ees weder Bitterkeit in seiner Unterhaltung, noch Langeweile in seiner Begleitung, sondern nur Freude und Erfreuen gebe\u201c. \u2013 \u201eDer Verkehr mit ihm hat keine Bitternis; das Zusammenleben mit ihm bringt keinen Verdruss, sondern nur Frohsinn und Freude\u201c (Weish 8,16).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das innere Gebet f\u00fchrt uns einfach in das echte christliche Leben, das in nichts anderem als in einem gew\u00f6hnlichen Leben bei Gott besteht, im st\u00e4ndigen Kontakt mit ihm durch den Glauben und die Liebe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u2013\u00a0Hl. Teresa von Jesus, <em>Das Buch meines Lebens<\/em>, Herder, 2001, Freiburg in Breisgau, 8. Kapitel, S.\u00a0156.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hl. Teresa von Jesus, <em>Weg der Vollkommenheit<\/em>, K. 35.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachstehender Text stammt von Pater Raymond O. P. und wurde in der Ritter-Zeitschrift Nr. 2 \/ 2018 erstmalig publiziert. Diese und weitere Ausgaben der Ritter-Zeitschrift finden Sie hier: MI-Zeitschrift &nbsp; Was ist eigentlich das innere Gebet? Ist das eine Betrachtung? Oder die stille Verrichtung einiger Gebete? Wenden wir uns an<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/was-ist-das-innere-gebet\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":217,"featured_media":73306,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73197"}],"collection":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/217"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73197"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73197\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":73618,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73197\/revisions\/73618"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/73306"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73197"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73197"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73197"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}