{"id":7473,"date":"2017-10-23T17:27:05","date_gmt":"2017-10-23T15:27:05","guid":{"rendered":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/?p=7473"},"modified":"2017-10-23T17:27:50","modified_gmt":"2017-10-23T15:27:50","slug":"pater-direktors-brief-nr-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/pater-direktors-brief-nr-8\/","title":{"rendered":"Pater Direktors Brief Nr. 8"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Ritter der Immaculata!<\/p>\n<p>Genau vor 100 Jahren gr\u00fcndete der hl. Maximilian Kolbe mit der Erlaubnis seines Vorgesetzten die Militia Immaculatae. Es gibt keine bessere Art, sich dieses denkw\u00fcrdigen Ereignisses zu erinnern, als den Gr\u00fcnder selbst sprechen zu lassen:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eViel Wasser ist seither den Berg hinuntergelaufen, beinahe achtzehn Jahre; dar\u00fcber habe ich nat\u00fcrlich viele Details vergessen. Da mir aber der Pater Guardian aufgetragen hat, die Anf\u00e4nge der \u201eMiliz\u201c festzuhalten, werde ich das, woran ich mich erinnere, niederschreiben. <\/em><\/p>\n<p><em>So erinnere ich mich, dass ich mit meinen Mitbr\u00fcdern oft \u00fcber die Dekadenz unseres Ordens und \u00fcber seine Zukunft sprach. Bei einem solchen Anlass hatten sich mir folgende Worte eingepr\u00e4gt: \u201aWieder aufrichten oder niederrei\u00dfen.\u2018 <\/em><\/p>\n<p><em>Denn ich bedauerte jene jungen M\u00e4nner, die mit der besten Absicht zu uns sto\u00dfen und oft ihr Ideal von der Heiligkeit im Kloster verlieren. Und ich \u00fcberlegte, was zu machen sei \u2026<\/em><\/p>\n<p><em>Oder gehen wir noch weiter zur\u00fcck: Ich erinnere mich, wie ich als kleiner Junge eine kleine Statue der hl. Jungfrau f\u00fcr einen Heller gekauft hatte. Ein paar Jahre sp\u00e4ter hatte ich mich im Kirchenchor des Internats zu Lwow w\u00e4hrend der hl. Messe mit dem Gesicht zur Erde geworfen und der, wie eine K\u00f6nigin \u00fcber dem Altar thronenden, hl. Jungfrau versprochen, dass ich f\u00fcr sie k\u00e4mpfen werde. Ich wusste zwar noch nicht, wie ich dies anstellen sollte, aber damals dachte ich wirklich an einen Kampf mit materiellen Waffen. Nun \u2026 vertraute ich diese Schwierigkeit dem Lehrmeister an \u2026 der mein Versprechen in die Pflicht umwandelte, alle Tage ein \u201eUnter deinen Schutz und Schirm\u201c zu sprechen. Das tue ich noch heute, obwohl ich jetzt sehr wohl wei\u00df, was f\u00fcr eine Schlacht die Unbefleckte f\u00fcr mich ins Auge gefasst hatte. <\/em><\/p>\n<p><em>Obwohl ich sehr zum Stolz neigte, f\u00fchlte ich mich immer mehr zur unbefleckten Jungfrau hingezogen. In meiner Zelle war \u00fcber meinem Betstuhl immer das Bild eines Heiligen angebracht, und ich rief ihn oft an \u2026<\/em><\/p>\n<p><em>Als die Freimaurer es immer unversch\u00e4mter trieben, ihr schwarzes Banner schwenkten, auf dem Luzifer dargestellt war, wie er den Erzengel Michael mit dem Fu\u00df trat, wie sie Flugbl\u00e4tter und Heftchen mit Schm\u00e4hreden gegen den Heiligen Vater \u00a0verteilten, kam in mir der Gedanke auf, eine Gesellschaft zu gr\u00fcnden, deren Zweck die Bek\u00e4mpfung der Freimaurerei und anderer m\u00f6glicher Anh\u00e4nger Satans sei. <\/em><\/p>\n<p><em>Inzwischen fuhren wir in die Ferien, nach La Vigna, das weniger als eine halbe Stunde vom Seraphischen Kolleg entfernt ist. Eines Tages, w\u00e4hrend einer Partie Fu\u00dfball, sp\u00fcrte ich, wie mir Blut in die Kehle stieg. Ich verlie\u00df den Fu\u00dfballplatz, um mich im Gras einer Wiese niederzulegen. Bruder Girolamo Biasi, der kurz danach starb, k\u00fcmmerte sich um mich. Lange Zeit spuckte ich Blut und ich war so froh, weil ich dachte, dass dies vielleicht das Ende sein mochte! Sp\u00e4ter lie\u00df ich mic<\/em><em>h von einem Arzt untersuchen, und der befahl mir heimzufahren, in das Kolleg der Via San Teodoro, und Bettruhe zu wahren. Aber die Kur schien die Blutungen nicht zum Stocken zu bringen \u2026<\/em><\/p>\n<p><em>Endlich nach zwei Wochen \u2026 kehrte ich in unser Landhaus zur\u00fcck. Ich f\u00fchlte mich nicht mehr krank: Die Schmerzen waren vergangen und die Blutungen hatten ausgesetzt. Es war damals, als ich erstmalig meine Idee der Gr\u00fcndung einer Gesellschaft Bruder Girolamo Biasi anvertraute und Pater Joseph Pal, der vor mir die Priesterweihe empfangen hatte, aber im gleichen Jahr wie ich Theologie studierte. Ich stellte zur Bedingung, dass diese ihre Vorgesetzten um Erlaubnis ersuchten, um des Willens Gottes sicher zu sein.<\/em><\/p>\n<p><em>Sobald ich einigerma\u00dfen wiederhergestellt war, schickte man mich auf weitere Ferien nach Viterbo, zusammen mit einem Kameraden, Bruder Anton Glowinski, und es war damals, dass auch Bruder Anton Glowinski in die Militia Immaculatae eintrat. Bald danach kamen auch Antonio Mansi hinzu, der dann starb, und Bruder Enrico Granata aus der Provinz Neapel. Au\u00dfer denjenigen, die ihr angeh\u00f6rten, wusste niemand im Kolleg von der Existenz der MI. Nur der Rektor, Pater Stefano Ignudi, war dar\u00fcber unterrichtet, und die MI unternahm nichts ohne seine Erlaubnis, denn es geschieht im Gehorsam, dass der Wille der Immaculata offenbar wird. <\/em><\/p>\n<p><em>Mit der Erlaubnis unseres Rektors hielten also am 17. Oktober 1917 (es war der Vorabend des 17.) die erste Versammlung der sieben ersten Mitglieder: 1. Pater Joseph Pal; 2. Bruder Anton Glowinski, im Jahre 1918 in der rum\u00e4nischen Provinz verstorben; 3. Bruder Girolamo Biasi aus der Provinz Padua, gestorben im Jahre 1929; 4. Bruder Quirico Pignalberi aus der Provinz Rom; 5. Bruder Antonio Mansi \u00a06. Bruder Enrico Granata aus der Provinz Neapel; 7. Ich selbst. <\/em><\/p>\n<p><em>Die Versammlung wurde am Abend, im Geheimen, in einer internen Zelle bei geschlossenen T\u00fcren abgehalten. Vor uns stand eine kleine Statue der Immaculata mit zwei brennenden Kerzen. Bruder Girolamo Biasi fungierte als Sekret\u00e4r. Wir hatten uns vorgenommen, ein Programm der MI aufzustellen, umso mehr als Pater Alessandro Basile, der auch der Beichtvater des Heiligen Vaters war, versprochen hatte, dass er ihn um seinen Segen f\u00fcr die Miliz bitten wollte. Er hielt jedoch sein Versprechen nicht. Wir haben aber trotzdem den Segen des Papstes empfangen, von der lebendigen Stimme des Msgr. Domenico Jaquet, dem Professor f\u00fcr Kirchengeschichte unseres Seminars.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Nach der Gr\u00fcndung machte die MI mehr als ein Jahr lang keine Fortschritte und begegnete solchen Schwierigkeiten, dass ihre Mitglieder selbst entmutigt wurden, ja nicht einmal mehr dar\u00fcber zu sprechen wagten. Im Gegenteil, einer von ihnen versuchte sogar, die Gef\u00e4hrten davon zu \u00fcberzeugen, dass alles nutzlos sei. Zu der Zeit flogen die auserw\u00e4hlten Seelen von Bruder Anton Glowinski und Bruder Antonio Mansi zur Unbefleckten empor; sie waren in einem Abstand von dreizehn Tagen dem spanischen Fieber erlegen. Was mich betrifft, so hatte ich einen R\u00fcckfall bekommen: Ich hustete viel und spuckte Blut. Von den Kursen befreit, benutzte ich meine Zeit, um die Statuten der MI abzuschreiben, um sie dem Ordensgeneral Tavani zu unterbreiten und ihn um seinen schriftlichen Segen zu ersuchen. \u201aWenn ihr wenigstens zw\u00f6lf w\u00e4ret\u2018, sagte mir der Ordensgeneral. Dennoch schrieb er seinen Segen, ja, er gab sogar dem Wunsch Ausdruck, dass die MI unter der Jugend Ausbreitung finden m\u00f6ge. Von jenem Tage an, flossen uns st\u00e4ndig neue Mitglieder zu\u2026 \u201e\u00a0\u00a0 <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Hl. Maximilian Kolbe<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-7475 alignright\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Gruender-MI.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"431\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Gruender-MI.jpg 350w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Gruender-MI-244x300.jpg 244w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/>Es w\u00e4re beinahe eine Entweihung, diesen einfachen, dem\u00fctigen und wahrhaft \u00fcbernat\u00fcrlichen Bericht zu kommentieren. M\u00f6gen wir aus diesen kostbaren Zeilen alle Tugenden und die Gro\u00dfherzigkeit des ersten Ritters der Immaculata erlernen, besonders jedoch diese:<\/p>\n<ol>\n<li>das \u00fcbernat\u00fcrliche Verst\u00e4ndnis und die Wertsch\u00e4tzung aller Pr\u00fcfungen und Leiden, vereint mit jenen unseres Herrn und der Schmerzensmutter;<\/li>\n<li>die absolute \u00dcberzeugung, dass die Wirksamkeit dieser Armee Unserer Lieben Frau voll und ganz von der Hingabe an den Willen der Immaculata abh\u00e4ngig ist, die sich klar und deutlich in einem \u00fcbernat\u00fcrlichen Gehorsam gegen\u00fcber den Oberen ausdr\u00fcckt;<\/li>\n<li>die Demut des Gr\u00fcnders, der sich selbst an letzter Stelle nennt, zutiefst von seiner totalen Unw\u00fcrdigkeit \u00fcberzeugt;<\/li>\n<li>die Einsicht, dass die Immaculata \u2013 und nur die Immaculata \u2013 die vollkommene Heiligkeit in der Kirche erhalten und uns davor bewahren kann, gleichg\u00fcltig und lauwarm zu werden; sie ist auch unsere einzige und letzte Hoffnung wenn wir den erbittertsten Feinden der Kirche und unseres Herrn, den Freimaurern und deren immensen Weltmacht, gegen\u00fcberstehen;<\/li>\n<li>die Erfahrung, dass alles was in den Augen unseres Herrn gro\u00df und angenehm ist, in Pr\u00fcfungen, Widerw\u00e4rtigkeiten und scheinbaren Niederlagen geboren werden und wachsen muss;<\/li>\n<li>die Wichtigkeit der \u201eFreunde im Himmel\u201c, der triumphierenden Kirche: je mehr wir sie um ihren Beistand anrufen und unseren Erfolg auf ihre F\u00fcrsprache zur\u00fcckf\u00fchren, umso mehr Gnaden werden kommen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Denken wir auch daran, dass an diesem Jahrestag der Gr\u00fcndung der MI jeder Ritter einen vollkommenen Ablass gewinnen kann, ein weiteres Zeichen der Segnungen des Himmels.<\/p>\n<p>Lasst uns das zweite Jahrhundert der Militia Immaculatae mit einem festen Wunsch beginnen, den Fu\u00dfspuren des heiligen Gr\u00fcnders zu folgen, die Immaculata wahrhaft zu lieben, indem wir versuchen, ihr immer und \u00fcberall zu gefallen und ihren Willen zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Mit priesterlichen Segensgr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Manila, 16. Oktober 2017<\/p>\n<p><em>P. Karl Stehlin<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Ritter der Immaculata! Genau vor 100 Jahren gr\u00fcndete der hl. Maximilian Kolbe mit der Erlaubnis seines Vorgesetzten die Militia Immaculatae. 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