{"id":90038,"date":"2023-05-07T16:53:22","date_gmt":"2023-05-07T14:53:22","guid":{"rendered":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/fatima-am-13-mai-1917-copy\/"},"modified":"2023-05-07T16:59:51","modified_gmt":"2023-05-07T14:59:51","slug":"die-erscheinung-der-muttergottes-in-fatima-am-13-mai-1917","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/die-erscheinung-der-muttergottes-in-fatima-am-13-mai-1917\/","title":{"rendered":"Die Erscheinung der Muttergottes in Fatima am 13. Mai 1917"},"content":{"rendered":"<p><em><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-3325\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Fatima_Gnadenjahr_inside.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Fatima_Gnadenjahr_inside.jpg 350w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Fatima_Gnadenjahr_inside-150x300.jpg 150w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Fatima_Gnadenjahr_inside-275x550.jpg 275w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>von Pater Heinrich M\u00f6rgeli<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Die drei Hirtenkinder waren durch den Engel und ihre eifrigen Tugend\u00fcbungen gut vorbereitet, als die Gottesmutter am 13. Mai 1917 erschien. Es war ein Sonntag. Die Kinder hatten die Fr\u00fchmesse besucht, verlie\u00dfen dann im Laufe des Vormittags ihre H\u00e4user und trieben die Schafe zur Cova da Iria, einem Grundst\u00fcck, das den Eltern Lucias geh\u00f6rte, wo sie gegen Mittag ankamen. Nach dem Essen beteten sie den Rosenkranz und begannen zu spielen.<\/p>\n<h3>Die Erscheinung unserer Lieben Frau<\/h3>\n<p>Die Gottesmutter k\u00fcndigte ihr Kommen durch zwei blitz\u00e4hnliche Lichtscheine an, sodass die Kinder ein Gewitter vermuteten und die Schafe gegen die Mulde trieben. Dort schauten sie die himmlische Erscheinung in einem Licht, heller als die Sonne, \u00fcber einer kleinen Steineiche.<\/p>\n<p>Sie spricht zu ihnen: <strong><em>\u201eF\u00fcrchtet euch nicht, ich tue euch nichts zuleide.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Lucia beginnt folgendes Zwiegespr\u00e4ch: \u201eWoher kommt Eure Gnaden [1]?\u201c\u00a0 (<em>Anmerkung: Die Zahlen in eckigen Klammern sind Referenzen auf Fussnoten, welche sich am Ende Textes befinden).<\/em><\/p>\n<p><strong><em>\u201eIch BIN vom Himmel.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u201eUnd was wollt Ihr von mir, Gn\u00e4dige Frau?\u201c<\/p>\n<p><strong><em>\u201eIch bin gekommen, euch zu bitten, dass ihr an den sechs folgenden Monaten jeweils am 13. zur gleichen Zeit hierherkommt. Sp\u00e4ter werde ich euch sagen, wer ich bin und was ich will. Dann werde ich noch ein siebtes Mal kommen.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u201eUnd ich, komme ich auch in den Himmel?\u201c \u2013 <strong><em>\u201eJa, du wirst dorthin kommen.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u201eUnd Jacinta?\u201c \u2013 <strong><em>\u201eSie auch.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u201eUnd Francisco? \u2013 <strong><em>\u201eEr auch, aber er muss viele Rosenkr\u00e4nze beten.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Dann fragte Lucia wegen zwei M\u00e4dchen, welche kurze Zeit vorher verstorben waren. Es waren ihre Freundinnen. Sie kamen in ihre Familie, um mit der \u00e4lteren Schwester weben zu lernen.<\/p>\n<p>\u201eIst Maria das Neves schon im Himmel?\u201c \u2013 <strong><em>\u201eJa, sie ist dort.\u201c <\/em><\/strong>Sie starb mit 16 Jahren.<\/p>\n<p>\u201eUnd Amelia?\u201c \u2013 <strong><em>\u201eSie ist im Fegfeuer bis ans Ende der Welt.\u201c <\/em><\/strong>Sie war etwas mehr als 18 Jahre alt. [2] Lucia begann zu weinen, als sie dies h\u00f6rte.<\/p>\n<p>Nun bringt die Gottesmutter ihre gro\u00dfe Bitte vor:<\/p>\n<p><strong><em>\u201eWollt ihr euch Gott aufopfern<\/em><\/strong><strong><em>[3]<\/em><\/strong><strong><em>, um alle Leiden zu ertragen, die er euch schicken wird, als Akte der S\u00fchne f\u00fcr die S\u00fcnden, durch welche er beleidigt wird, und um die Bekehrung der S\u00fcnder zu erlangen?\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Lucia antwortete ohne Z\u00f6gern: \u201eJa, das wollen wir.\u201c<\/p>\n<p><strong><em>\u201eIhr werdet dann viel zu leiden haben, aber die Gnade Gottes wird euch St\u00e4rkung und Trost<\/em><\/strong><strong><em>[4]<\/em><\/strong><strong><em> sein.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<h3>Betrachten wir die Erscheinung und ihre Worte<\/h3>\n<figure id=\"attachment_10675\" aria-describedby=\"caption-attachment-10675\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-10675 size-full\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/children_of_fatima_260x200.jpg\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"200\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10675\" class=\"wp-caption-text\">Die 3 Seherkinder von Fatima<\/figcaption><\/figure>\n<p>Lucia berichtet in ihrer 4. Erinnerung:<\/p>\n<p>\u201eWir sahen \u00fcber der Steineiche eine Dame, ganz in wei\u00df gekleidet, leuchtender als die Sonne, sie strahlte ein Licht aus, das heller und intensiver war als ein Kristallglas, durch welches st\u00e4rkste Sonnenstrahlen leuchten. Durch die Erscheinung \u00fcberrascht, standen wir still. Wir waren ihr so nahe, dass wir uns im Licht befanden, das sie umgab und das von ihr ausging, etwa eineinhalb Meter von ihr entfernt. \u2013 Diese Erscheinung U. L. Frau tauchte uns erneut in die \u00fcbernat\u00fcrliche Atmosph\u00e4re[5] ein, aber auf eine viel sanftere Weise. Anstelle jener Vernichtung vor der g\u00f6ttlichen Gegenwart, die uns damals zur Erde niedersinken lie\u00df und selbst leiblich schw\u00e4chte, gab uns diese einen tiefen Frieden, eine \u00fcberbordende Freude, welche uns nicht hinderte, sogleich \u00fcber das Geschehene miteinander zu sprechen.\u201c<\/p>\n<p>Schon bei ihrer ersten Anrede \u201a<strong><em>F\u00fcrchtet euch nicht\u2018<\/em><\/strong> erkennen wir die m\u00fctterliche G\u00fcte Unserer Lieben Frau. Obwohl sie herrlicher als die m\u00e4chtigsten Engel ist, zeigt sie sich ihren Kindern in sanftester Milde, welche Zutrauen und himmlische Freude bewirkt. Wie k\u00f6nnte sie uns etwas zuleide tun?<\/p>\n<p>Auch ihre erste Antwort <strong><em>\u201eIch BIN vom Himmel\u201c<\/em><\/strong> hat eine tiefere Bedeutung. Sie h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen, \u201eich komme vom Himmel\u201c. Sie will uns aber bewusst machen, dass sie wie ein wesentlicher Teil des Himmels ist, <em>DIE ZIERDE des Himmels<\/em> als jenes Gesch\u00f6pf, das Gott mehr als alle Engel und Heiligen verherrlicht wegen ihrer absoluten Treue und der unaussprechlichen Gnadenf\u00fclle, weil sie Gott niemals entt\u00e4uscht hatte.<\/p>\n<p>Sie bittet dann die Kinder, bis zum Oktober jeden 13. herzukommen, weil ihre Botschaft so bedeutsam und umfangreich ist, dass sie diese nur nach und nach mitteilen kann. Die Kinder werden dadurch wirklich in die Schule der Gottesmutter genommen.<\/p>\n<p>Die Erscheinung f\u00fchrt die Kinder unwillk\u00fcrlich zum Himmlischen, deshalb bringen sie verst\u00e4ndlicherweise die entscheidenden Fragen nach ihrem ewigen Heil vor. Aus dem tiefen Verlangen nach dem ewigen Leben beteten diese christlich gepr\u00e4gten Kinder jeden Tag zu Gott, einmal in den Himmel zu kommen.<\/p>\n<p>Die Gottesmutter zeigt ohne Umschweife auch den Ernst des Lebenskampfes. Schon bei dieser ersten Erscheinung ist die Rede von den Letzten Dingen: Tod, Himmel und Fegfeuer. W\u00e4hrend gem\u00e4\u00df ihrer Mitteilung Maria das Neves schon den verdienten Lohn im Himmel empfangen hat, wird Amelia f\u00fcr ihr Vergehen im Fegfeuer furchtbar gestraft; leichtsinnig zu s\u00fcndigen hat schwere Konsequenzen!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-22383\" src=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Rosary-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Rosary-300x300.jpg 300w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Rosary-150x150.jpg 150w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Rosary-32x32.jpg 32w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Rosary-100x100.jpg 100w, https:\/\/test4.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Rosary.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Beachten wir die Bedingung f\u00fcr den himmlischen Lohn f\u00fcr Francisco:<strong><em> \u201aer muss viele Rosenkr\u00e4nze beten\u2018<\/em><\/strong>. Die Knaben haben in diesem Alter normalerweise weniger Neigung zum Religi\u00f6sen als die M\u00e4dchen. An der begeisterten Reaktion Franciscos k\u00f6nnen wir jedoch ablesen, wie sehr er von der Gnade der Gottesmutter bewegt wurde. Lucia berichtet: \u201eAls wir Francisco erz\u00e4hlt hatten[6], was die Dame gesagt hatte, war er \u00fcberaus gl\u00fccklich, indem er seine Freude ausdr\u00fcckte \u00fcber das Versprechen, in den Himmel zu kommen. Er kreuzte die H\u00e4nde \u00fcber seiner Brust und rief: \u201aOh Unsere Liebe Frau, ich werde so viele Rosenkr\u00e4nze verrichten, wie sie w\u00fcnschen!\u2018 Und seitdem hatte er die Gewohnheit, sich von uns zu entfernen, um still und eifrig seinen Rosenkranz zu beten.\u201c<\/p>\n<h3>\u201eWollt ihr euch Gott aufopfern\u2026?\u201c<\/h3>\n<p>Es ist bemerkenswert, wie die Gottesmutter gleich zu Beginn auf das Wesentliche ihrer Botschaft zu sprechen kommt. Man k\u00f6nnte denken, dass sie einfach um Gebete und besonders den Rosenkranz bitten w\u00fcrde. Nein, sie verlangt vor allem Opfer und die Bereitschaft, Leiden, die Gott schicken wird, anzunehmen. Warum bereitwillige Selbstaufopferung und Leiden? Es geht um das Mitwirken beim Erl\u00f6sungswerk. Unser Herr hat uns auch durch sein Leiden und Sterben von der S\u00fcnde losgekauft, und wir als seine J\u00fcnger und Freunde d\u00fcrfen daran teilnehmen. Der hl. Ludwig Maria Grignion bezeichnet die Kreuze und Leiden hier auf Erden als die gr\u00f6\u00dften Gnaden und Gunstbezeugungen des Himmels[7].<\/p>\n<p>Die Einladung, durch <strong><em>von Gott<\/em><\/strong> (nicht von b\u00f6sen Menschen oder vom Teufel) geschickte Leiden S\u00fchne zu leisten und so f\u00fcr die Rettung der Seelen mitzuwirken, war dennoch eine ernste Pr\u00fcfung f\u00fcr die Kinder. Leiden sind immer schmerzlich, und man kann sie als solche nicht lieben. Wenn man jedoch deren Frucht betrachtet, Gott dadurch tr\u00f6sten zu k\u00f6nnen und unsterbliche Seelen zu retten, nimmt man sie aus Liebe zu Christus an. Es ist bewundernswert, dass die Kinder das verstanden hatten, und wie Lucia im Namen aller mit erstaunlicher Entschlossenheit antwortete: \u201eJa, das wollen wir.\u201c<\/p>\n<p>Die Kinder hatten sich im Opferbringen schon ge\u00fcbt, denn der Engel verwendete bei seiner zweiten Erscheinung dieselben Worte: <strong><em>\u201eBringt alles, was ihr k\u00f6nnt, Gott als Opfer dar, als Akt der Wieder\u00adgutmachung f\u00fcr die S\u00fcnden, durch die Er beleidigt wird, und als Bitte um die Bekehrung der S\u00fcnder. \u2026 Vor allem nehmt an und tragt mit Ergebung die Leiden, die der Herr euch schicken wird.\u201c <\/em><\/strong>Sie hatten schon damals erkannt, <em>wie sehr Gott uns liebt und wie sehr er geliebt sein will und da\u00df der Herr um der Opfer willen die S\u00fcnder bekehrt.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Aus dieser Sicht ist das spontane und aus tiefer \u00dcberzeugung kommende <em>\u201a<\/em><em>Ja, das wollen wir\u2018<\/em> Lucias gut verst\u00e4ndlich. Beachten wir, dass die Gottesmutter auch hier wieder zuerst um S\u00fchne f\u00fcr die Beleidigungen gegen Gott bittet, und erst in zweiter Linie um Opfer f\u00fcr die Bekehrung der S\u00fcnder!<\/p>\n<p>Unsere Liebe Frau best\u00e4tigt nun dieses Ja sofort mit der Ank\u00fcndigung von vielen Leiden, zugleich aber verspricht sie ihnen die notwendige Gnade als <strong><em>St\u00e4rkung und Trost<\/em><\/strong>. Wenn Gott Pr\u00fcfungen oder Leiden zul\u00e4sst, bietet er als liebender Vater zugleich die notwendige helfende Gnade dazu an. Gott l\u00e4sst uns nicht \u00fcber unsere Kraft versuchen, wie der hl. Paulus best\u00e4tigt, aber wir m\u00fcssen im Gebet seine Hilfe erbitten.<\/p>\n<h3>Die Gottesvision<\/h3>\n<p>Lucia berichtet in ihrer 4. Erinnerung: \u201eAls sie die letzten Worte <strong><em>\u201aDie Gnade Gottes wir euch St\u00e4rkung und Trost sein\u2018<\/em><\/strong> aussprach, \u00f6ffnete sie zum ersten Mal die H\u00e4nde <strong><em>und \u00fcbermittelte uns ein so starkes Licht, wie ein Widerschein, der von ihren H\u00e4nden ausging. Es drang uns in die Brust und bis in die tiefste Tiefe der Seele sodass wir uns selbst in Gott, der dieses Licht war, schauen konnten, viel klarer als wir uns im besten Spiegel h\u00e4tten sehen k\u00f6nnen.<\/em><\/strong> \u2013 Durch eine innere Anregung, die uns ebenfalls mitgeteilt wurde, fielen wir nun auf die Knie und wiederholten ganz innerlich: O Heiligste Dreifaltigkeit, ich bete Dich an; Mein Gott, mein Gott, ich liebe Dich im heiligsten Sakrament. \u2013 Wir warfen uns vor dem Geheimnis Gottes nieder. Wir wurden mit einer solch gewaltigen Gotteserkenntnis erf\u00fcllt, dass es nicht einfach ist, dar\u00fcber zu sprechen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Diese Schilderung ist in verschiedener Hinsicht h\u00f6chst aufschlussreich<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Ist der Zusammenhang der Vision im Anschluss an die freiwillige Bereitschaft der Kinder, alles f\u00fcr Gott leiden zu wollen, offensichtlich. Die Ganzhingabe der Kinder ist wie eine Bedingung, damit Gott auch seinerseits ihnen alles schenken kann. Sodann ist dieses Schauen einerseits ein Beweis, wie Gott sie st\u00e4rken wird, aber auch eine Belohnung f\u00fcr ihre Hingabe.<\/li>\n<li>Die Vision der Gottheit wird den Kindern eindeutig durch die Vermittlung Mariens geschenkt, sichtbar durch die von ihren reinsten H\u00e4nden ausgehenden Gnadenstrahlen. Sie hat die Macht, uns das Licht der Erkenntnis Gottes zu schenken und uns zu Gott hinzuf\u00fchren, als Vermittlerin aller Gnaden Gottes.<\/li>\n<li>Es ist eine Gottesvision, aber ganz anders, als wir uns das vorstellen, oder wie sie z.B. im Alten Testament vom Propheten Isaias geschildert wird, der die Gottheit hoch erhaben auf einem Throne umgeben von Seraphim erblickte (vgl. Isaias 6. Kapitel). Sie schauten Gott in der Tiefe ihrer Seele und erkannten sich selbst in Gott, wie in einem Spiegel. Ist das nicht eine Erfahrung der Einwohnung der Dreifaltigkeit in unserer Seele? Christus erkl\u00e4rt das so: \u201eWer mich liebt, der bewahrt mein Wort; Mein Vater wird ihn lieben und wir werden kommen und Wohnung bei ihm nehmen\u201c (vgl. Joh 14,23). Wir werden auch erinnert an das Wort des hl. Paulus: \u201eJetzt schauen wir <strong><em>durch einen Spiegel,<\/em><\/strong> unklar, dann aber von Angesicht zu Angesicht\u2026 dann werde ich erkennen, wie ich selbst erkannt bin\u201c (1 Kor 13,12). Haben die Kinder schon dieses Erkennen erlebt?<\/li>\n<li>Die Gottesmutter will uns Gott offenbaren, wie er wesentlich ist: nicht wie ein \u00f6kumenisches h\u00f6heres Wesen, auf das sich alle Religionen einigen, sondern als die heiligste Dreifaltigkeit im unendlichen Geheimnis ihrer Heiligkeit und ihrer trinitarischen Liebe. Die einzig richtige Antwort sollte sein: Staunen, Ehrfurcht und Anbetung.<\/li>\n<li>Maria \u00f6ffnet uns den Blick auch auf den gr\u00f6\u00dften Erweis seiner Liebe: wie Gott sich uns durch Christus in seiner lebendigen Gegenwart im heiligsten Altarssakrament aufopfert und schenkt. Auf diese Liebe d\u00fcrfen wir antworten durch Demut, Anbetung, Dankbarkeit, vor allem aber Liebe und Hingabe unserer selbst.<\/li>\n<li>Francisco war von dieser Vision besonders beeindruckt: \u201eIch war sehr gl\u00fccklich, den Engel zu sehen, aber ich liebte noch mehr Unsere Liebe Frau. Aber was ich am meisten liebte, das war Unseren Herrn zu sehen in dem Licht, das Unsere Liebe Frau uns in die Brust gesandt hat. <strong><em>Ich liebe Gott so sehr; aber er ist so traurig wegen der vielen S\u00fcnden. Wir d\u00fcrfen nie mehr eine begehen.\u201c<br \/>\n<\/em><\/strong>Die Gottesmutter zeigt uns Gott in seiner unendlichen Liebensw\u00fcrdigkeit, aber auch seine \u201eTraurigkeit\u201c \u00fcber unsere S\u00fcnden. Das r\u00fchrte diese Kinderherzen zu noch gr\u00f6\u00dferem Eifer in der Gottesliebe und S\u00fchne, um Gott zu tr\u00f6sten. Man sah dann tats\u00e4chlich Francisco in der Dorfkirche in Fatima stundenlang vor dem Heiland in liebender Anbetung versunken.<\/li>\n<li>Es ist erstaunlich, dass die Kinder bei dieser <em>\u201agewaltigen Gotteserkenntnis\u2018<\/em> keinerlei Schrecken, sondern vielmehr Liebe und Begl\u00fcckung empfanden. Das ist gewiss ein Beweis, dass ihre Seelen ganz rein und gel\u00e4utert waren, sie waren ganz in Gott, durch und durch geheiligt!<\/li>\n<\/ol>\n<p>Bevor die Gottesmutter die Kinder verliess, bat sie <strong><em>t\u00e4glich den Rosenkranz<\/em><\/strong> zu beten, um den Frieden der Welt und das Ende des Krieges zu erlangen.<\/p>\n<p>Der Rosenkranz ist das Mittel, uns Maria immer mehr zu n\u00e4hern, mit ihr vertraut zu werden und ihr Gnadenlicht f\u00fcr unsere Seelen zu erlangen, damit sie auch uns die gro\u00dfen Glaubensgeheimnisse der g\u00f6ttlichen Dreifaltigkeit, des allerheiligsten Altarsakramentes, sowie den S\u00fchnegedanken verstehen l\u00e4sst. So werden wir angespornt, die schweren Beleidigungen gegen die Heiligkeit und Liebe Gottes durch gr\u00f6sseren Eifer in der Gottesliebe und durch die Hingabe unserer Herzen wieder gutzumachen und dem unbefleckten Herzen Mariens zu helfen, Seelen zu retten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>[1] Portugiesisch: Vossemec\u00ea<\/p>\n<p>[2] Gem\u00e4\u00df den Nachforschungen von P. Martins dos Reis starb Amelia nach einem bedauernswerten Fall. Sie lie\u00df sich von einem jungen Mann verf\u00fchren und verlor ihre Jungfr\u00e4ulichkeit, sie konnte zwar beichten, sich jedoch von dieser S\u00fcnde nur mangelhaft l\u00f6sen und diese nicht abb\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>[3] Portugiesisch: Quereis ofercer-vos a Deus\u2026<\/p>\n<p>[4] Portugiesisch: o vosso conforto.<\/p>\n<p>[5] wie bei den Erscheinungen des Engels im Jahr zuvor<\/p>\n<p>[6] Francisco schaute nur die Erscheinung und h\u00f6rte lediglich, was Lucia sprach, w\u00e4hrend Jacinta auch h\u00f6rte, was die Gottesmutter mitteilte. Lucia allein sprach mit der Erscheinung. Diese Tatsache ist ein guter Beweis f\u00fcr die Aufrichtigkeit der Kinder, sie w\u00e4ren ihrerseits nie auf diese Unterscheidung gekommen.<\/p>\n<p>[7] Der hl. Ludwig Maria erkl\u00e4rt: \u201eWenn die vollkommene Andacht zur allerseligsten Jungfrau den Weg zu Christus erleichtert, woher kommt es denn, dass ihre treuesten Diener so viele Gelegenheiten zum Leiden haben? Ich antworte, wohl ist es wahr, dass die getreuen Diener der heiligen Jungfrau als ihre gr\u00f6\u00dften Lieblinge von ihr auch <strong>die gr\u00f6\u00dften Gnaden und Gunstbezeugungen des Himmels empfangen, und das sind eben die Kreuze.<\/strong> Ich behaupte aber auch, dass gerade die Diener Mariens diese Kreuze mit gr\u00f6\u00dferer Leichtigkeit, mit mehr Verdienst und mehr zuk\u00fcnftiger Herrlichkeit tragen. Denn diese gute Mutter, ganz voll der Gnade und der Salbung des Heiligen Geistes, macht all diese Kreuze ertr\u00e4glicher, sie vers\u00fc\u00dft jedes Kreuz\u201c (vgl. <em>Wahre Andacht<\/em> Nr. 153-154).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Pater Heinrich M\u00f6rgeli Die drei Hirtenkinder waren durch den Engel und ihre eifrigen Tugend\u00fcbungen gut vorbereitet, als die Gottesmutter am 13. Mai 1917 erschien. Es war ein Sonntag. Die Kinder hatten die Fr\u00fchmesse besucht, verlie\u00dfen dann im Laufe des Vormittags ihre H\u00e4user und trieben die Schafe zur Cova da<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/die-erscheinung-der-muttergottes-in-fatima-am-13-mai-1917\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":5077,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90038"}],"collection":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=90038"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90038\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":90041,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90038\/revisions\/90041"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5077"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90038"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=90038"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/test4.mi-backup.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}